Am 3.Oktober – auf nach Kassel..
Bei der Konferenz des Netzwerkes Linke Opposition entscheidet die deutsche Linke ĂŒber ihre weitere Existenz
Ich will nicht viele Worte machen: es droht eine Spaltung zwischen Linken einerseits und dem sozialen, intellektuellen und kulturellem Spektrum andererseits.
WDie „Linkspartei“, die vor 1 1/2 Jahren noch PDS hieĂ und im Absterben war, hat durch einen einfachen Namenswechsel auf dem RĂŒcken sĂ€mtlicher oben genannten Gruppen, u.a. den Mitgliedern und Mitgliederinnen der WASG, den Wiedereinzug in den Bundestag und damit eine finanzielle Sanierung ihres Versorgungsapparates fĂŒr ex-Stasi-, ex-SED-, ex-SPD- und etablierte GewerkschaftsfunktionĂ€re geschafft, sowie neue Ressourcen fĂŒr noch mehr bezahlte Angestellte und eingekaufte ĂberlĂ€ufer.
Der Rest ist Gequatsche.
Die „Linkspartei“ ist Senkblei.
Bisher haben oben genannte Apparate noch nicht einmal Wort gehalten oder ihren Job gemacht, sondern seit den 70ern nur, ausschlieĂlich nur als Bremsklötze sozialer, kultureller und intellektueller Strömungen, Ideen und Bewegungen fungiert.
LĂŒgen, bremsen, verraten, heucheln was das Zeug hĂ€lt, dem weltweiten mörderischen System des Kapitalismus und seiner Kriege zusehn und ein bischen dazu rumflennen, Parteitage oder Gewerkschaftskongresse abhalten auf denen irgendwas erzĂ€hlt und irgendwas beschlossen wird an das sich eh kein Sapiens hĂ€lt, das ist das Einzige was SPD, die ex-SED LPDS und die real existierende Gewerkschaften können, und weil sie das können, tun sie das auch.
Das Dumme ist nur, das das zwar innerhalb der „Linken“ immer noch nicht alle raffen, aber vom einfachen, ach so ungebildetem, nichtideologischem WĂ€hler sehr wohl begriffen wird.
Deswegen ist er auch gröĂtenteils kein WĂ€hler mehr.
80% der Deutschen glauben, daĂ die politischen Entscheidungen nicht in der Politik (bzw. in den Parteien) oder den verfassungsgemĂ€Ăen Organen des Allgemeinwesens der Republik getroffen werden, sondern in der Wirtschaft, also im Kapital.
80%.
Und dann kommen hier irgendwelche Abziehbilder an und wollen meine, meine Zeit verschwenden indem sie ihr ganzes devotes Versagen mir ĂŒberstĂŒlpen wollen, indem sie immer noch ĂŒber die LPDS und den AnschluĂ an eben diese reden wollen, „reeeeeeeden“ wollen sie, ĂŒber die „gemeiiiiiiiiiiiiiiiiiiinsame Linke“…
WiĂt ihr eigentlich, was ihr könnt?
Ich sag euch mal eines, wenn ihr die gemeiiiiiiiiiiiiiiiinsame Linke unter dem Dach der „Linkspartei“ hinbekommt, dann geht ihr mit ihr unter, und ich stehe daneben auf einem klapprigen, aber seetĂŒchtigem Holzboot fĂŒr Schmuddelkinder und grinse mir eins.
Ich weià nicht, wieviele Ratten ihr noch auf das sinkende Schiff quatscht, aber von mir aus können es gar nicht genug sein, dann bin ich sie nÀmlich los und alle Anderen auch.
Wenn sich die Linke im Lager der LPDS hinter den Zaun begibt, dann isoliert sie sich vom sozialen, intellektuellem und kulturellem Spektrum in selbstgewĂ€hltem Autismus und vernichtet den Begriff „links“ endgĂŒltig als Definition von emanzipatorischer, fortschrittlicher, menschenfreundlicher oder sozialistischer Politik.
Dann ist der Begriff „links“ tot, und zwar endgĂŒltig.
Eine Partei muĂ her,
und zwar zackig. Wer warten will, fliegt raus.
Ich habe den Verrat satt, ich habe die blöden Gesichter satt, ich habe die LĂŒgen satt und dieses ganze windelweiche Geseier irgendwelcher „-isten“.
Der Kapitalismus vernichtet unsere Republik, ihre soziale Substanz, ihre Möglichkeiten der Partizipation, ihre Verfassungsutopie, ihre Werte und den Spaà in ihr zu leben.
Der Kapitalismus lebt von der Arbeit der Menschen und nicht von sich selbst. Er bezahlt aber Hunderttausende dafĂŒr Mist zu erzĂ€hlen, damit die Ausgebeuteten sich auch noch dafĂŒr schĂ€men nicht zu den Besitzenden an Land, Produktionsmitteln, Lizenzen und Patenten zu gehören, also immer noch arbeiten zu mĂŒssen.
Wir leben in einer menschenverachtenden, feudalen Gesellschaft, in der LĂŒge und Verrat belohnt und SolidaritĂ€t und Wahrhaftigkeit bestraft werden.
Wir leben in einer Gesellschaft, in der man davon leben kann in einer Armee Menschen umzubringen, aber nicht davon Bilder zu malen, Musik zu erschaffen, Dichter zu sein oder Bildhauerin.
Wir leben in einer Gesellschaft, in der, wie in der DDR, ein skrupelloses Spitzelsystem sich die Starken und Klugen ausguckt um sie zu assimilieren, auszugrenzen oder kaltzustellen.
Wir leben in einer Gesellschaft, in der wir nur noch das gegenseitige Ausnutzen als normal empfinden und das AnstÀndige als abartig.
Wir haben nur eine logische Alternative um dagegen endlich etwas zu unternehmen: unter dem bröckelnden, aber immer noch stehendem Schutzschirm des Grundgesetzes eine Partei aufzubauen, die damit aufrĂ€umt und zwar fĂŒr immer und auĂerdem fĂŒr ewig.
(Also fĂŒr die nĂ€chsten 20 Jahre..)
Die MaĂnahmen dafĂŒr sind klar ersichtlich:
Reiche raus.
Erster Entwurf von Artikeln einer neuen, sozialen, intellektuellen und kulturellen Partei:
1. Wer Geld hat, fliegt raus.
2. Wer arm ist, darf gewÀhlt werden.
3. Die Partei ist föderal und radikaldemokratisch von unten noch oben organisiert. Wer dagegen ist, oder diesen Satzungsartikel Àndern will, fliegt raus.
4. Die LandesverbĂ€nde grĂŒnden sich eigenstĂ€ndig, mit eigenem Namen und eigener Satzung und vereinigen ihre Kraft durch einen lockeren, machtlosen, nur bĂŒndelnden bundesweitem Dachverband.
5. Wer irgendwo, in irgendeiner Art und Weise oder in irgendeinem Verein, einer Partei oder sonstigen Haufen das Wort „Diktatur“ in einen positiven Zusammenhang stellt oder einer solchen Gruppierung angehört wo dies der Fall ist, der fliegt sofort raus. Und jammere er nicht von irgendeinem „-ismus“…
6. Wer in ein Mandat will, muĂ aus allen Ămtern ausscheiden.
7. Wer vorher in der SPD, LPDS oder den etablierten DGB-Gewerkschaften war, muà erklÀren was er falsch gemacht hat.
8. Die Partei gibt sich eine Farbe, die nicht mit der GefÀngniskleidung irgendeines Internierungslagers in Einklang zu bringen ist.
9. Die Partei gibt sich einen Stil, der nicht mit dem irgendeines Internierungslagers in Einklang zu bringen ist.
10. Die Partei erklĂ€rt die Vision einer fairen, menschenfreundlichen und demokratischen Weltrepublik zum Ziel ihrer MĂŒhen und Arbeit.
Und das ist alles was ich zum Treffen des Netzwerkes Linke Opposition am 3.Oktober in Kassel sagen kann.
