Zuerst verrottet der Fisch am Kopf
Gerichtsverfahren ohne Verbrechen oder Beweise
Andy Worthington ist ein ausgezeichneter Reporter, der sich darauf spezialisiert hat, die Fakten betreffend den illegalen Missbrauch von âGefangenen,â gegen die es keine Beweise gibt, durch die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika zu berichten. (www.andyworthington.co.uk) In einem Versuch, Beweise zu schaffen, hat die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika illegal zur Folter gegriffen. Folter ergibt falsche GestĂ€ndnisse, Urteilshandel, und falsche Zeugenaussagen gegen andere, um weiterer Folter zu entgehen.
Aus diesen GrĂŒnden war durch Folter erreichte Selbstbezichtigung im angloamerikanischen Recht seit Jahrhunderten als Beweis unzulĂ€ssig. Dasselbe gilt fĂŒr geheime Beweise, die dem Beschuldigten und seinem Anwalt vorenthalten werden. Geheime Beweise können nicht widerlegt werden. Geheime Beweise stehen unter dem Verdacht, manipuliert zu sein, um den Unschuldigen zu ĂŒberfĂŒhren. Diese Beweise sind geheim, weil sie das helle Licht nicht vertragen.
Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika stĂŒtzt sich bei ihren Verfahren gegen vorgebliche Terroristen auf geheime Beweise, und sie behauptet, die nationale Sicherheit wĂŒrde gefĂ€hrdet, wenn diese offengelegt wĂŒrden. Das ist niedertrĂ€chtiger Unsinn. Die Behauptung, dass die Vorlage von Beweisen gegen einen Terroristen die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten von Amerika gefĂ€hrdet, ist völlig absurd.
Im Gegenteil, Beweise nicht zu prÀsentieren gefÀhrdet die Sicherheit eines jeden einzelnen von uns. Wenn erst die Regierung Beschuldigte auf der Grundlage von geheimen Beweisen verurteilen kann, wird auch das Prinzip des fairen Verfahrens verschwinden. Faire Verfahren sind bereits Geschichte, aber das Prinzip gibt es noch.
Geheime Beweise bringen das Prinzip des fairen Verfahrens zum Erliegen. Sie bringen die Rechtssprechung und den Rechtsstaat um. Geheime Beweise bedeuten, dass jeder wegen allem verurteilt werden kann. Wie in Kafkas „Der Prozess“ werden Menschen nicht mehr die Verbrechen wissen, deretwegen sie angeklagt und verurteilt werden.
Diese auĂergewöhnliche Entwicklung des angloamerikanischen Rechts, eine Entwicklung, die auf das Konto des niemandem Rechenschaft schuldigen Bush/Obama-Regimes geht, hat nicht zu einem Amtsenthebungsverfahren gefĂŒhrt, auch war kein Aufschrei des Kongresses, der Bundesgerichtshöfe, der RechtsfakultĂ€ten, der Verfassungsexperten und der Vereinigungen der AnwĂ€lte zu vernehmen.
Nachdem sie die Verschwörungstheorie der Regierung ĂŒber 9/11 geschluckt haben, wollen die Amerikaner nur, dass jemand dafĂŒr bezahlt. Es ist ihnen egal wer, solange nur jemand bezahlt. Um diesem Anliegen entgegenzukommen, hat die Regierung einige âbesonders wertvolle Gefangeneâ mit arabischen oder muslimischen Namen vorgefĂŒhrt. Aber anstatt diese angeblichen MissetĂ€ter vor Gericht zu stellen und die Beweise gegen sie vorzulegen, hĂ€lt die Regierung sie seit Jahren in FoltergefĂ€ngnissen eingesperrt und versucht, sie durch physische und psychische Folter zu brechen, damit sie sich selbst beschuldigen, um ein Verfahren gegen sie zu ermöglichen.
Damit blieb die Regierung erfolglos und hat nichts, was sie einem richtigen Gericht vorlegen kann. Daher hat das Bush/Obama-Regime âMilitĂ€rtribunaleâ geschaffen, um im Namen der ânationalen Sicherheitâ gewĂ€hrleisten zu können, dass nicht existierende Beweise geheim bleiben.
In seinen zahlreichen Berichten leistet Andy Worthington eine hervorragende Arbeit, mit der er die Geschichte der Gefangenen und deren Behandlung dokumentiert. Er verdient unser Lob und unsere UnterstĂŒtzung. Ich will jedoch einige Fragen stellen, die nicht Worthington betreffen, sondern die Idee, dass die Vereinigten Staaten von Amerika unter terroristischer Bedrohung stehen.
In diesem September werden zwölf Jahre seit 9/11 vergangen sein. Dennoch wurde ungeachtet des Kriegs gegen den Terror, ungeachtet des Verlustes von bĂŒrgerlichen Rechten und Freiheiten der Amerikaner, ungeachtet der Ausgabe von Billionen von Dollars fĂŒr zahlreiche Kriege, ungeachtet der VerstöĂe gegen Recht der Vereinigten Staaten von Amerika und Internationales Recht gegen Folter und so weiter niemand zur Verantwortung gezogen. Weder die TĂ€ter noch diejenigen, die die TĂ€ter ĂŒberlistet haben, wenn wir davon ausgehen, dass es sich dabei um andere Leute handelt, wurden zur Verantwortung gezogen. Elf Jahre lang keine Verfahren gegen Verbrecher oder Bestrafung von nachlĂ€ssigen öffentlichen Beamten. Das ist bemerkenswert.
Die Regierungsversion des 9/11 legt ein massives Versagen aller Sicherheits- und Geheimdienste der Vereinigten Staaten von Amerika und ihrer NATO-HiWis und des Mossad nahe. Aus der offiziellen Darstellung der Regierung ergibt sich des weiteren das Versagen des Nationalen Sicherheitsrates, von NORAD und Luftwaffe der Vereinigten Staaten von Amerika, LuftraumĂŒberwachung, Flughafensicherheit vier Mal innerhalb einer Stunde des selben Vormittags. Sie legt nahe ein Versagen des PrĂ€sidenten, des VizeprĂ€sidenten, des nationalen Sicherheitsberaters und des Verteidigungsministers.
Viele Linke und auch LibertĂ€re finden dieses offenkundige Versagen der zentralisierten und unterdrĂŒckerischen Regierung so hoffnungsvoll, dass sie sich an die offizielle âVersagen der Regierungâ-ErklĂ€rung des 9/11 anschlieĂen. Wie auch immer, ein derart massives Versagen ist einfach nicht zu glauben. Wie in aller Welt hĂ€tten die Vereinigten Staaten von Amerika den Kalten Krieg mit der Sowjetunion ĂŒberleben können mit einer dermaĂen völlig unfĂ€higen Regierung?
Wenn wir den 19 angeblichen FlugzeugentfĂŒhrern SuperheldenkrĂ€fte zugestehen, die ĂŒber die von V in V for Vendetta, von James Bond oder Captain Marvel hinausgehen und annehmen, dass diese jungen Terroristen, in erster Linie Saudiaraber, Dick Cheney austricksten, Condi Rice, den Generalstab, Tony Blair, CIA, FBI, MI5 und MI6, Mossad etc., hĂ€tte man wohl Forderungen von Seiten des PrĂ€sidenten, des Kongresses und der Medien erwartet, dass Köpfe rollen mĂŒssen. Kein dermaĂen demĂŒtigender Angriff wurde je erlitten von einer bedeutenden Macht als der, den die Vereinigten Staaten von Amerika am 9/11 hinnehmen mussten. Dennoch wurde niemand, nicht einmal irgendein einfacher Fluglotse, zum SĂŒndenbock gemacht und verantwortlich fĂŒr das, was als die auĂergewöhnlichste terroristische Attacke in der Geschichte der Menschheit betrachtet wird, eine Attacke, die so erfolgreich war, dass sie auf totale FahrlĂ€ssigkeit der gesamten Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika und aller ihrer Alliierter schlieĂen lĂ€sst.
Das passt einfach nicht zusammen. Völliges Versagen und keine Verantwortung. Der teuerste Sicherheitsapparat, den die Welt je sah, wird von einer Handvoll Saudiaraber geschlagen. Wie kann da noch einer in CIA, FBI, NSA, NORAD und nationalem Sicherheitsrat den Kopf hoch halten? Was fĂŒr ein schĂ€ndlicher Haufen von Dummköpfen und UnfĂ€higen.
Wozu brauchen wir den?
Nehmen wir die angeblichen EntfĂŒhrer. Obwohl angeblich ĂŒberrumpelt von den Attacken des 9/11 konnte das FBI bald darauf die 19 EntfĂŒhrer identifizieren, obwohl anscheinend keine Namen der angeblichen EntfĂŒhrer auf der Passagierliste der Flugzeuge zu finden sind, die sie angeblich entfĂŒhrt haben.
Wie sind 19 Passagiere in den Vereinigten Staaten von Amerika an Bord von Flugzeugen gekommen, ohne auf der Passagierliste zu stehen?
Ich selbst weiĂ nicht, ob die angeblichen EntfĂŒhrer an Bord der vier Flugzeuge waren. DarĂŒber hinaus behaupten Verteidiger der offiziellen 9/11-Geschichte, dass die der Ăffentlichkeit bekannt gemachten Passagierlisten âOpferlistenâ waren, keine Passagierlisten, weil die Namen der EntfĂŒhrer zurĂŒckgehalten und erst rund vier Jahre spĂ€ter bekannt gegeben wurden, nachdem die Untersucher des 9/11 jahrelang Zeit hatten, die Opferlisten und die Passagierliste durcheinanderzubringen. Das scheint eine eigenartige ErklĂ€rung zu sein. Warum Jahre lang Falschinformation der Ăffentlichkeit betreiben durch ZurĂŒckhalten der Passagierlisten und Veröffentlichung von Opferlisten an deren Stelle? Es kann nicht darum gegangen sein, die Namen der EntfĂŒhrer geheim zu halten, da das FBI eine Liste der EntfĂŒhrer wenige Tage nach 9/11 herausgab. Noch verwirrender â wenn die Namen der EntfĂŒhrer auf der Passagierliste standen, warum braucht das FBI mehrere Tage, um Namen und Anzahl der EntfĂŒhrer zu bestĂ€tigen?
Untersucher haben WidersprĂŒche festgestellt in den Darstellungen der Passagierlisten durch das FBI, wobei das FBI von seinen verschiedenen Listen Namen wegnahm und hinzufĂŒgte und einige Namen falsch geschrieben waren, was möglicherweise darauf hindeutet, dass das FBI gar nicht weiĂ, um wen es sich handelt. Die AuthentizitĂ€t der Passagierlisten, die endlich 2005 herausgegeben wurden, ist umstritten, und die Liste wurde anscheinend nicht vom FBI als Beweis im Verfahren gegen Moussaoui 2006 vorgelegt. David Ray Griffin hat die 9/11-Geschichte ausfĂŒhrlichst recherchiert. In einem seiner BĂŒcher, 9/11 Ten Years Later (9/11 – zehn Jahre danach) schreibt Griffin: âObwohl das FBI behauptete, es habe die Fluglisten von den Fluglinien am Morgen des 9/11 bekommen, enthielten die âListen,â die 2005 auftauchten Namen, die dem FBI erst einen oder mehr Tage nach 9/11 bekannt wurden. Diese âListenâ 2005 konnten daher nicht die Originallisten der vier 9/11-FlĂŒge sein.â
Die Fluglinien selbst waren nicht mitteilsam. Uns bleibt das Mysterium, warum einfache und direkte Beweise, wie etwa eine Liste der Passagiere, Jahre lang zurĂŒckgehalten und im Schlamm von GeheimniskrĂ€merei und Meinungsverschiedenheit beschmutzt wurden.
Wir haben noch zusĂ€tzlich das Problem, dass BBC und in der Folge andere Nachrichtenorganisationen bestĂ€tigten, dass 6 oder 7 der angeblichen EntfĂŒhrer auf der Liste des FBI am Leben sind, dass es ihnen gut geht und dass sie nie an einem terroristischen Anschlag beteiligt waren.
Diese Punkte stehen gerade einmal am Beginn der umfangreichen BegrĂŒndungen, aus denen sich ergibt, dass die 9/11-Geschichte der Regierung sehr dĂŒnn aussieht.
Die amerikanische Ăffentlichkeit jedoch, die ganz und gar in die Matrix eingeklinkt ist, schöpft keinen Verdacht gegenĂŒber der dĂŒnnen Geschichte der Regierung. Stattdessen ist sie argwöhnisch gegenĂŒber den Fakten und den Experten, die die Geschichte der Regierung verdĂ€chtig finden. Architekten, Ingenieure, Wissenschafter, Helfer vor Ort, Piloten und ehemalige öffentliche FunktionĂ€re, die Bedenken gegen die offizielle Geschichte Ă€uĂern, werden als Verschwörungstheoretiker abgetan. Warum glaubt eine ignorante amerikanische Ăffentlichkeit, dass sie mehr weiĂ als Experten? Warum glauben die Amerikaner einer Regierung, die ihnen absichtlich vorgelogen hat, dass Saddam Hussein ĂŒber Waffen der Massenvernichtung verfĂŒgte, trotz der Tatsache, dass die Waffeninspektoren PrĂ€sident Bush berichtet hatten, dass Hussein keine derartigen Waffen besaĂ? Und jetzt erleben wir ganz genau dasselbe mit den angeblichen, aber nicht existierenden iranischen Atomwaffen.
Wie Frantz Fanon schrieb, ist die Macht der kognitiven Dissonanz extrem. Sie hĂ€lt Menschen bequem und sicher vor drohender Information. Die meisten Amerikaner finden, dass die LĂŒgen der Regierung der Wahrheit vorzuziehen sind. Sie wollen nicht aus der Matrix ausgeklinkt werden. Die Wahrheit ist zu unbequem fĂŒr gefĂŒhlsmĂ€Ăig und geistig schwache Amerikaner.
Worthington konzentriert sich auf den Schaden, der den Gefangenen angetan wird. Sie sind fĂŒr einen groĂen Teil ihres Lebens missbraucht worden. Ihre Unschuld oder Schuld kann nicht herausgefunden werden, da die durch Folter, Selbstbezichtigung und erzwungene Aussagen gegen andere erbrachten Beweise nicht verwendet werden können. Sie sind allein aufgrund der Beschuldigung durch die Regierung verurteilt. Das ist wirkliches Unrecht, und Worthington hat Recht, wenn er das betont.
Mein Schwerpunkt hingegen liegt auf dem Schaden fĂŒr Amerika, auf dem Schaden fĂŒr die Wahrheit und die Macht der Wahrheit, auf dem Schaden fĂŒr den Rechtsstaat und die Verantwortung der Regierung und deren Einrichtungen gegenĂŒber dem Volk, auf dem Schaden fĂŒr das moralische GefĂŒge der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika und fĂŒr die Freiheit in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken, lautet das Sprichwort. Wie die Regierung verrottet, so verrotten die Vereinigten Staaten von Amerika.
Orginalartikel http://www.paulcraigroberts.org/2012/04/25/trials-without-crimes-or-evidence/
