BULLETIN 3: Hilfestellung in Zeiten des Umbruchs

Ein Umbruch ist eine VerĂ€nderung der Macht. Die essentielle Substanz der Macht ist die Gewohnheit. Somit ist ein Umbruch im Kern eine VerĂ€nderung der Gewohnheit. Diese bringt immer Verwirrung und MißverstĂ€ndnisse mit sich, da jede Änderung der Gewohnheit in den Menschen Angst erzeugt, welche sich ihr unterworfen haben.

Als erste Zeugin in diesen Zeiten verĂ€nderter Gewohnheiten rufe ich die deutsche Denkerin Johanna „Hannah“ Arendt auf, spĂ€ter staatenlos und dann US-Amerikanerin.

„Der ideale Untertan totalitĂ€rer Herrschaft ist nicht der ĂŒberzeugte Nazi oder engagierte Kommunist, sondern Menschen, fĂŒr die der Unterschied zwischen Fakten und Fiktion, wahr und falsch, nicht lĂ€nger existiert.

Was ist wahr, RealitĂ€t, relevant fĂŒr unser aller Leben und was ist Unsinn, Erfindung, Manipulation und Hokuspokus? Jeden Tag mĂŒssen wir das selbst herausfinden – und das ist der Umbruch. Vorbei sind die Zeiten, in denen die Mehrheit der Menschen dies weder herausfinden wollte oder konnte. Die Gewohnheit, den Inhabern institutioneller Gewohnheit jeden hanebĂŒchenden Schwachsinn zu denkbar hohem Preise abzukaufen und dann zu glauben, ist nicht mehr.

Die maximale Verblödung des Menschen ist ein großes, teures und sehr aufwĂ€ndiges Experiment. Als Labor war Deutschland gerade groß genug. Dennoch ist, wie jedes Menschheitsexperiment, auch dieses an seine Grenzen gelangt. Aller Orten stehen die Ehrendoktoren der Gewohnheits-AusbildungsstĂ€tten im weissen Kittel und fragen sich, was nun? Auch ihre Opfer laufen derzeit verwirrt und mit roten Augen als verhinderter Mob und Masse umher und beten und betteln um eine neue Propagandamasche, um eine neue LĂŒge, um eine neue große Vision der alten Gewohnheit, die sie wieder in deren alten Trance und Trott fallen lĂ€sst.

Die kommt aber nicht. Stattdessen kommt jede Menge Arbeit auf Euch zu. Ohne Gnade.

Vor aller Augen ist in diesen Tagen ein Staatsstreich in sich zusammengefallen, der Staatsstreich gegen unsere Demokratie. Wer es vergessen hat – und die meisten haben das, tun das und werden es immer wieder versuchen: vergessen, vergessen, vergessen – die Deutschen haben in ihrer gesamten Geschichte ganze 36 Jahre gemeinsame parlamentarische Demokratie und einen einzigen vollstĂ€ndigen demokratischen Machtwechsel von einer verfassungsmĂ€ĂŸigen Regierung / einem verfassungsmĂ€ĂŸigen PrĂ€sidenten zum nĂ€chsten erlebt.

Wollen wir es gemeinsam noch einmal durchrechnen: 15 Jahre Weimarer Republik, 21 Jahre Berliner Republik. Macht summa summarum 36 Jahre parlamentarische Demokratie. Ich denke, da sind wir uns alle einig.

Nun zum ersten und einzigen echten demokratischen Machtwechsel in der Geschichte der Deutschen.

In Weimar ernannte der ReichsprĂ€sident, als Machthaber und faktischer Ersatzkaiser, Kanzler und Regierung und konnte obendrein jederzeit das Parlament auflösen, sowie die Verfassung teilweise außer Kraft setzen. Als erster ReichsprĂ€sident wurde 1919 Friedrich Ebert (SPD) von der (durch ihn und das mit Ebert verbĂŒndete preussisch-kaiserliche MilitĂ€r dominierten) Weimarer Nationalversammlung gewĂ€hlt, also nicht vom Volk und damit nicht verfassungsgemĂ€ĂŸ.

Der ReichsprĂ€sident wurde nur zweimal verfassungsgemĂ€ĂŸ gewĂ€hlt: 1925 und 1932. Beide Male wĂ€hlten die Deutschen in alter Gewohnheit ex-Generalfeldmarschall Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg zum PrĂ€sidenten. Dieser ernannte dann am 30.Januar 1933 den ex-MilitĂ€ragenten Adolf Hitler, der nach dem 1.Weltkrieg als Teil der „Schwarzen Reichswehr“ seine Ausbildung zum Propagandisten und Rhetoriker beim MilitĂ€r gemacht hatte, zum Reichskanzler. Der Rest dĂŒrfte einigermaßen bekannt sein.

Es war also der damalige Machtinhaber der Weimarer Republik, PrÀsident Hindenburg, der den Systemwechsel in ein totalitÀres Regime anordnete, organisierte und ermöglichte.

Dann haben wir noch die 21 Jahre Berliner Republik (1990-2011). Gönnen wir uns mal diese Benennung, auch wenn das Parlament erst 1999 zum ersten Mal wieder in Berlin tagte.

In Westdeutschland war es seit Inkrafttreten des Grundgesetzes 1949 nicht ein einziges Mal zu einem vollstÀndigen Regierungswechsel gekommen. Immer blieb eine Partei an der Regierung.

Fragt einen Westdeutschen. Er wird das nicht wissen.

Das erste und bislang einziges Mal in der Geschichte der Deutschen, daß ein vollstĂ€ndiger Wechsel aller Parteien bzw des Kanzlers einer verfassungsgemĂ€ĂŸen Regierung zur nĂ€chsten stattfand, war 1998.

Was dann kam, war nicht etwa ein AufblĂŒhen dieser zum ersten Mal vollstĂ€ndig umgesetzten parlamentarischen Demokratie, Gewaltenteilung und Verfassung, sondern deren fortlaufende Zersetzung und Zerstörung. Als faktische Einheitsfront des Kapitals und seiner Interessen verarmten nun alle politischen „Parteien“ des Bundestages die Breite der Bevölkerung, beförderten die Klassengesellschaft, vertieften die sozialen GrĂ€ben, griffen systemisch und systematisch alle Werte der Gesellschaft an, zersetzten und beschĂ€digten wo sie nur konnten in nie gekannten „Reformen“ die Verfassung Grundgesetz, entfesselten die KrĂ€fte des nun vollstĂ€ndig aus der Flasche gelassenen „Marktes“ und leiteten einen Systemwechsel, einen Machtwechsel, einen Wechsel der Gewohnheit ein. Aus sozialdemokratisch wurde antisozial und antidemokratisch, aus liberal wurde neoliberal, aus konservativ wurde neokonservativ und reaktionĂ€r-revolutionĂ€r, aus progressiv-ökologisch und basisdemokratisch wurde bellizistisch und elitĂ€r und aus dem Begriff „links“ wurde 2005 der institutionalisierte Abfall all dessen, wofĂŒr Sozialisten einmal gekĂ€mpft haben.

Inhalt, Ziel und Substanz dieses Zerstörungsfeldzuges der Einheitsparteien gegen die Republik war die Zerstörung der Republik. Ein einfacher logischer Umkehrschluss, den zu treffen die meisten StaatsbĂŒrger immer noch nicht in der Lage sind. Was ist der Hintergrund?

Genau die Generation, welche großen Ideen und deren vermeintlicher Umsetzung bereits schon einmal hinterher gerannt war, hatte die großen totalitĂ€ren Visionen des 20.Jahrhunderts in dem grĂ¶ĂŸten epischen Verrat kulminiert, der sich seit der Entstehung der Sowjetunion und der Machtergreifung des Faschismus in Deutschland abgespielt hat: der Installation der „EuropĂ€ischen Union“.

Jeder Name, so er kein Name eines Menschen sondern der eines Produkts ist, ist zunÀchst nur ein Name, ein Etikett. Will man ein Produkt nach kapitalistischem Muster verkaufen, so trÀgt das Etikett einen Anspruch in sich.

Hier nun die Frage – hat die „EuropĂ€ische Union“ etwas mit einer europĂ€ischen Union zu tun? Ist dieser Anspruch Fakt oder Fiktion? Ist er wahr oder falsch? Sind die durch die RegierungsrĂ€te der „EuropĂ€ische Union“ nach Vorgabe des internationalen Banken-Kartells, der weltweiten Konsortien, der Handelskammern und der Staatsregierungen in Washington und Peking gegen die Menschen in Griechenland, Spanien, Portugal, Italien, Irland und auch Deutschland verhĂ€ngten Maßnahmen „pro-europĂ€isch“?

Diese Frage muss jeder beantworten. Keiner kann sich jetzt mehr drĂŒcken.

EuropĂ€isch waren die EuropĂ€er schon immer. Europa ist ein Kontinent. „Mehr Europa“ hieße tektonische Verschiebungen grĂ¶ĂŸeren Ausmaßes. Diese uns weißzumachen ist aber selbst die Propagandamaschinerie der durch internationale Konsortien weltweit kontrollierte Informationsindustrie nicht in der Lage. Daher definiert man die schleichende Änderung aller Gewohnheiten, Werte und Fundamente unserer Gesellschaft, die schleichende Machtergreifung der nach dem Zerfall der Sowjetunion 1992 geschaffenen Organisation namens „EuropĂ€ische Union“, als „mehr Europa“ und wartet dann gespannt darauf, wie viele GlĂ€ubige sich auf diesen Unfug hin immer noch jauchzend vor dem Stand der Marktschreier einfinden. Es werden weniger, mit jedem Tag.

Jetzt zu der Rolle der Kanzlerin und ihres Finanzministers, ehemals Innenminister. Auch dieser Frage muss sich jeder stellen:

Arbeitet, zum zweiten Mal in der deutschen Geschichte, der Machtinhaber einer Republik in Deutschland, Kanzlerin Angela Merkel, am Systemwechsel in ein totalitÀres Regime?

Ist das Fakt oder Fiktion? Ist das wahr oder falsch? Und es zÀhlen Fakten. Fakten, kein Gequatsche. Kein öhh, ja, nee, ich weiss-kann-will nicht, ach lass mich doch, ich hab mein Geld / meine Arbeit, Du bist doch auch nur, kannst Du davon leben, wer bist Du eigentlich, wo stammen Deine Eltern her, ich hab ein Smartphone, ich bin mein Mac.

Fakten.

Nun zum Thema „Wie stĂŒrze ich eine Kanzlerin, wenn sie versucht die Demokratie zu stĂŒrzen und wie verhindere ich, daß bereits sabbernde Schurken anderer Antidemokraten meine GutglĂ€ubigkeit, als weltweite entscheidenste und profitabelste Ressource, wieder einmal versuchen auszubeuten und fĂŒr ihre Zwecke zu benutzen?“

Die Kanzlerin wird nicht vom Volk, sondern vom Parlament gewĂ€hlt. Aus guten GrĂŒnden gibt es kein Recht auf Auflösung des Parlamentes, etwa durch den PrĂ€sidenten oder die Kanzlerin. Nicht einmal das Parlament selbst kann sich auflösen. Bislang wurde dieses klare Verfassungsrecht zweimal durch eine gemeinsame Kollaboration aller Parteien des Parlamentes, der Kanzler, des PrĂ€sidenten und des Bundesverfassungsgerichts „umgangen“: 1982 unter dem gerade verfassungsgemĂ€ĂŸ gewĂ€hlten Kanzler Helmut Kohl und 2005 durch Kanzler Gerhard Schröder, noch am Abend einer Wahlniederlage im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen (bei der ĂŒbrigens eine vielversprechende neue Partei namens „Wahlalternative fĂŒr Arbeit und Soziale Gerechtigkeit“ WASG immerhin 2.2 Prozent holte um dann anschließend gepflegten Selbstmord zu begehen.)

Genau diese „Umgehung“ des Verbots der Auflösung des Parlamentes wird derzeit im Bundestag vorbereitet – wieder unter Kollaboration aller Parteien, der Kanzlerin, des PrĂ€sidenten und eines gewissen PrĂ€sidenten im Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Neuwahlen sollen „stabile VerhĂ€ltnisse“ bringen, soll heißen – die fĂŒr Vollendung des Staatsstreichs gegen die Republik so herbei gesehnten neuen alten groß-koalitionĂ€ren Gewohnheiten.

Als nĂ€chster Schritt soll dann, in einem letzten, verzweifelten Akt gescheiterter Möchtegern-Putschisten und „Strategen“ einer neuen Weltordnung, eine Volksabstimmung das Grundgesetz als Verfassung ablösen und durch eine neue Verfassung ersetzen, die als Rechtsordnung eines Bundesstaates der geplanten „Vereinigten Staaten von Europa“ vorkonzipiert ist.

Startschuss dieses Programms wird vor dem am 3. November in Cannes beginnenden Gipfel der Zentralbanker und Regierungsleiter aus dem G20-Verbund eine bereits morgen urplötzlich ausbrechende erneute „Krise“ des Kapitals sein.  War es im September 2008 die im Jahre 1850 gegrĂŒndete Bank Lehman Brothers, die als kleines Opfer des internationalen Banken-Kartells dessen PlĂ€ne voran brachte, wird es morgen ein anderes Konsortium sein, etwa MF Global, hervorgegangen aus der 1783 in London gegrĂŒndeten Man Group.

DiesbezĂŒglich stellt sich nun schon wieder eine Frage:

Hat auch nur ein einziger Machtinhaber der G20-Staaten, also USA, China, Japan, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Kanada, Brasilien, Russland, Indien, SĂŒdkorea, Australien, Mexiko, TĂŒrkei, Indonesien, Saudi-Arabien, SĂŒdafrika, Argentinien, in seinem ganzen Leben ein einziges Mal Wort gehalten? Hat auch nur ein einziger jemals das Leben der Mehrheit seiner StaatsbĂŒrger verbessert? Und ist eine solche Behauptung Fakt oder Fiktion? Ist das wahr oder falsch?

Und wer, wer kÀme jetzt auf die absurde, ja wahnsinnige Idee, ein Treffen dieser Machtinhaber könnte das Leben der Mehrheit der Menschen auf dem Planeten verbessern? Wer?

Nur ein idealer Untertan totalitÀrer Herrschaft.

Als meinen zweiten Zeugen möchte ich abermals einen Deutschen zitieren. Nicht daß es auch andere gebe. Aber das ist unsere Geschichte.

Max Reimann, Überlebender des KZs Sachsenhausen, zur Ablehnung des Grundgesetzes durch die westdeutsche KPD im Jahre 1949.

Wir unterschreiben nicht. Es wird jedoch der Tag kommen, da wir Kommunisten dieses Grundgesetz gegen die verteidigen werden, die es angenommen haben!“

Max Reimann war erwiesenermaßen kein idealer Untertan totalitĂ€rer Herrschaft, im Gegensatz zu den allermeisten, die sich heute auf die Idee des Kommunismus berufen.Von ihnen ist bei der Einhaltung dieses, mag man ihn Schwur nennen, nichts zu erwarten.

Als letzten Zeugen rufe ich auf: Bernhard-Victor Christoph Carl von BĂŒlow. Wer ist Bernhard-Victor Christoph Carl von BĂŒlow? Nun, im Allgemeinen wurde er kurz Loriot genannt.

„Europa – das Ganze ist eine wunderbare Idee, aber das war der Kommunismus auch.“

MĂŒhsam gilt es nun, mit der Macht einer neuen demokratischen Gewohnheit, einer eitlen, gescheiterten und gefĂ€hrlichen Generation blinder Untertanen beizubringen, in welche Gefahr sie uns alle gebracht hat.

(…)

16.08.2011 BULLETIN 2: Konzentriert Euch.
Zur Zeit herrscht ein großes Geschnatter. Auf der Farm der Tiere herrscht Verwirrung. “Gleicher als gleich” ist noch nicht an die Wand gemalt. Aber die Schweine haben schon mal Pinsel und Farbtopf daneben gestellt und dabei eine wichtige Miene gezogen. Wirklich tun können sie aber gar nichts, wenn das Volk es nicht will.

24.05.2011 BULLETIN 1: Der Gegner versucht die Eskalation der Propaganda
Folgendes ist nicht nur jetzt, hier und heute, sondern auch morgen und in der Zukunft fĂŒr jeden der wenigen tatsĂ€chlich arbeitenden (weil unabhĂ€ngigen) Journalisten, Autoren, Blogger und aktiven Teilnehmer der Öffentlichen Meinung Arbeit, Inhalt und selbstverstĂ€ndlich, sowie essentiell fĂŒr die Moral aller noch verbliebenden verfassungstreuen KrĂ€fte: