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Bundesagentur für Arbeit gibt Datenschutz auf und schafft den gläsernen Erwerbslosen

Von Erwerbslosen Forum Deutschland | 24.Juni 2010

Deutsche Post AG soll ab September Briefe an die BA öffnen und digitalisieren

Das Erwerbslosen Forum Deutschland wirft der Bundesagentur für Arbeit vor, den Datenschutz von Erwerbslosen völlig außer Kraft zu setzen und so den gläsernen Erwerbslosen zu. Grund dafür sollen die elektronischen Akten sein, die ab September in Sachsen und Thüringen erprobt werden sollen. Unter dem Titel. „Fünf Richtige für Ihren Brief“ soll – laut Mitteilung der BA – die eingehenden von der Deutschen Post AG geöffnet und digitalisiert werden und an die zuständigen Arbeitsagenturen und Familienkassen weiter geleitet werden. Die BA verspricht den Betroffenen angeblich „zielgerichtete und schnellere Bereitstellung“ der Unterlagen für die Bearbeitung und „zügige Beantwortung“ der Anfragen.

„Wir sind über diese Vorgehensweise entsetzt und fordern den unverzüglichen Stopp. Betroffene haben nach derzeitigem Stand erst gar keine Möglichkeit diesem Verfahren zu widersprechen. Im übrigen halten wir einen Schutz vor Missbrauch bei solch einem Verfahren für nicht gewährleistet. Wir brauchen ganz bestimmt keinen gläsernen Erwerbslosen, um die Effizienz der BA zu stärken“

so Martin Behrsing, Sprecher des Erwerbslosen Forum Deutschland.

Kontakt: Martin Behrsing, Erwerbslosen Forum Deutschland: 0160/99278357

——————————————-

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren,

nachfolgend die Meldung der BA vom 22.06.2010:

Neue Postleitzahlen – Fünf Richtige für Ihren Brief!

Für die Agenturen für Arbeit und die Familienkassen gelten ab sofort bundesweit neue Postanschriften. Grund ist die Einführung der elektronischen Akte (eAkte), welche ab Mitte September 2010 in den Agenturen für Arbeit in Sachsen-Anhalt und Thüringen erprobt wird.

Die geänderten Postanschriften finden Sie über die Suche unter “Partner vor Ort” auf der Internetseite Ihrer jeweiligen Agentur für Arbeit.

Welche Vorteile bringt Ihnen die eAkte?

· zielgerichtete und schnellere Bereitstellung Ihrer Unterlagen für die Bearbeitung

· zügige Beantwortung Ihrer Anfragen

Was ändert sich mit dem neuen Verfahren?

· Eingehende Briefe werden von der Deutschen Post AG digitalisiert und in kurzer Zeit an die jeweilige Agentur für Arbeit zur Bearbeitung weitergeleitet.

Ist die Sicherheit gewährleistet?

· Die Sicherheit ist der Bundesagentur für Arbeit hierbei besonders wichtig. Datenschutz und Verfahrenssicherheit werden von Anfang an berücksichtigt. Alle Dokumente werden gerichtsverwertbar, revisionssicher und verkehrsfähig gespeichert.

Bundesagentur für Arbeit Stand 22.06.2010

http://www.arbeitsagentur.de/nn_27908/zentraler-Content/A01-Allgemein-Info/A016-Infomanagement/Allgemein/5-Richtige-Neue-Plz.html

Kontakt: Martin Behrsing, Erwerbslosen Forum Deutschland: 0160/99278357

Bonn, 24.Juni 2010

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Topics: Bevölkerungskontrolle | 9 Kommentare »

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9 Kommentare to “Bundesagentur für Arbeit gibt Datenschutz auf und schafft den gläsernen Erwerbslosen”

  1. ich meint:
    24.Juni 2010 at 14:22

    Nun, hier geht es darum das Papier abzuschaffen. Geld soll es nur noch als in elektronischer Form geben, genau wie Briefe. Damit lassen sich die Menschen besser kontrollieren. Die Ämter der BRD werden wohl damit beginnen, damit der elektronische Brief sich durchsetzt und das bisherige Papierstück einfach unbezahlbar wird. Je weniger Briefe ausgetragen werden müssen, desto höher wird der Kostenaufwand bis, dass es sich nicht rentiert.
    Die Briefe auf Papier sind nicht elektronisch lesbar und damit nur schwer kontrollierbar. Wer es den Spionen noch “leichter” machen will, der sollte seine Briefe nur handschriftlich auf Papier versenden! Wer dennoch etwas privatspäher wünscht, der sollte seine Briefe auf Papier schreiben und dann als Bild einscannen. Vorerst wir die “Handklaue” als Chiffriermaschine voll ausreichen. Wer also eine schlecht lesbare Handschrift hat, der kann sich glücklich schätzen, wird die Obrigkeit doch ein größeres Problem beim lesen haben.

    Was wird man wohl mit den Briefzustellern in Zukunft machen? Was sollen sie nun tun? Das einscannen kann vollautomatisch erfolgen, aber die BA kann auch eine DVD mit entsprechenden Schreiben an die Post übergeben.

    Saubande, sage ich nur!!

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  2. ding meint:
    24.Juni 2010 at 16:42

    Wehret den Anfängen!
    “ach das funktioniert ja mit den Arbeitsämtern so gut, das sollten wir auf alle Briefe ausweiten” WIRD ES BALD HEISSEN und das ist so beabsichtigt.
    Wie immer werden nur bestimmte “Rand”gruppen vorgeschoben – so nach dem motto mir doch egel, ich gehör der Gruppe ja nicht an – und am ende sind es alle.
    Wann wird der hirngewaschene Sheeple das endlich begreifen? Nie !

    la revedere

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  3. AlexinaBarbin meint:
    24.Juni 2010 at 17:01

    mir sind gerade fast die augen aus dem kopf gefallen, als ich bei: “Datenschutz und Verfahrenssicherheit werden von Anfang an berücksichtigt” statt “verfahrenssicherheit” “verfassungssicherheit” gelesen habe…

    die tragen aber auch alle möglichen praxen von den gefängnissen, psychiatrien oder behindertenheimen nach draußen, oder? der wille zur vormundschaft seitens institutionen, die eigentlich nicht mal für sich selbst sprechen können… oh man, wo soll das hinführen…

    aber gut, dass meine schrift grundsätzlich eine herausforderung ist. und wenn dann bekannt ist, nach welchen methoden das einscannen funktioniert, wird die geheimschrift-kultur wieder blühen. einfach in 2 oder 3 verschiedenen sprachen schreiben (“i voudrai dir sayen”) und dann blockiert sich da alles von selbst.

    wer soll diese maschinen eigentlich erfinden, die das einscannen??? doch wohl nicht die bachelor-ingenieure? haha, das wird nie was. wenn da ein papier beim scannen irgendwo stecken bleibt, geht das ganze haus, in dem die maschine steht in die luft. oder irgend ein vogel lässt ne brotkrume fallen und dann gibts erst mal einen monat keine briefe mehr (wäre ja auch mal schön, einen monat keine werbung, keine mahnbescheide, keine rechnungen, keine aufforderungen zu was auch immer sonst…und für freunde gibts email…chiffriert naturally, is ja clear).

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  4. john meint:
    24.Juni 2010 at 21:25

    Das papierlose Büro wird sich in Deutschlands Behörden nie durchsetzen. Dadurch werden auch die dortigen Sachbearbeiter und Beamten gläsern. Man kann genau die Qualität und Quantität der Vorgangsbearbeitung nachvollziehen und das will der Großteil der Beamten nicht. Habe hier Erfahrungen in einer Bundesbehörde sammeln müssen. Hier wurde mit allen Mitteln dagegen gearbeitet.

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  5. ebm_bln meint:
    25.Juni 2010 at 01:11

    …man bloß gut, dass ich sowieso meine “Behördenangelegenheiten” IMMER persönlich “einreiche” – ich sch**** auf die POST…

    greetz Ein-Besorgter-Mensch

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  6. gypsyman meint:
    25.Juni 2010 at 09:48

    bei einem jahresbudget von etwa 125 mrd. – der mit abstand grösste haushaltsposten – dürfte der laden zweifellos eine überprüfung seiner effizienz, seiner kompetenz und schlussendlich überhaupt auch seiner daseinsberechtigung über sich ergehen lassen müssen.

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  7. Iks meint:
    25.Juni 2010 at 10:13

    Ein Vorteil hat das schon… oder weiter Nachteil jenachdem wie man das sieht. Stasiakten sind in 200 Jahren noch lesbar… diese eAkten vielleicht nicht mal mehr in 20. Vielleicht verzögert sich die Sache solange das da eine Revolution ein Strich durch die Rechnung macht. Wir haben jetzt schon Probleme mit der Speicherkapazität, wenn da noch die eAkte kommt na dann gute Nacht. Die Sacharbeiter wehren sich dagegen nicht weil man dann die Leistung bewerten kann sondern weil es eine enorme Umstellung ist. Allein die Software die da zum Einsatz kommen soll ist sowas von behindert und lahm da ist man mit Papier schneller. Dann fehlen Kompetenzen um effektiv mit den Daten umzugehen. Da werden Bilder halt als 30 MB BMP abgelegt wo nen 8 Farben 10 kb png reicht. Und das mit der Handschrift könnt ihr auch vergessen. Die Briefe werden nicht gescannt und mit Texterkennung digitalisiert sondern maschinell geöffnet, über nen Scanner gejagt und als Bild in pdf dann verschickt oder als TIFF. Man kann allerdings sehr klein schreiben damit die Auflösung nichtmehr ausreicht die benutzt wird. Denn man wird sicherlich eher sowas wie Faxqualität benutzen um nicht zuviel Speicher zu benötigen.

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  8. john meint:
    25.Juni 2010 at 13:04

    @Iks
    Die elektronische Vorgangsbearbeitung ist sehr effizient und ist bei richtiger Herangehensweise wesentlich schneller als die Papierbearbeitung. Ich habe selbst Geschäftsprozessanalysen erstellt und optimiert. Hierzu habe ich die Arbeiten der Sachbearbeiter und Beamten in der entsprechenden Abteilung erfasst und dokumentiert. Sicherlich hatten einige auch vor der Arbeitsumstellung Angst, aber die Angst vor Arbeitskontrolle und Dokumentation der Vorgangsbearbeitung war ebenso groß. So kam es z.B. dazu, dass einige Stellen nur teilweise ausgelastet oder vollkommen über waren. Man versuchte immer Gründe zu finden, die gegen eine eAkte sprachen. Das war ein harter Kampf. Auch Behördenleitungen tun sich da teilweise etwas schwer. Bildgrößen von 30MB konnte ich bei uns nicht bestätigen. Die Eingangspost wurde zentral eingescannt (mit Texterkennung, zusätzlich mit .txt), verschlagwortet und der entsprechenden Abteilung in den virtuellen Postkorb gelegt. Dann ging es medienbruchfrei weiter z.B. Antragsprüfung und Bescheiderstellung. Dieser wurde logischerweise wieder ausgedruckt und per Post versendet. Es kann nun eine lückenlose Vorgangsbearbeitung dokumentiert werden, ein einfaches Verschwinden von bestimmten Vorgängen ist nicht mehr möglich. Eine einfache Übersicht zeigt dem Abteilungsleiter die anzustehende und erfolgte Bearbeitung. Die Speicherkapazität oder Hardwareanforderungen sind nicht das Problem. Ich denke, die entstehenden Kosten sind nicht zu vernachlässigen. In Behörden werden solche komplexen Angelegenheiten immer an Fremdfirmen vergeben. Es entstehen beträchtliche Lizenzierungs-, Entwicklungs- Wartungs- und Betreuungskosten. Im Falle des Arbeitsamtes versucht man sicherlich die Posteingangstelle zu zentralisieren und nach “Außen“ zu verlagern. Das spart zwar erst mal Geld (Personal, Schulungen, Hardware usw.), kostet aber hinterher sicherlich einen Obolus an die Post.
    Die Einhaltung des Datenschutzes durch Einscannen von Fremdanbietern halte ich für höchst problematisch!

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  9. john meint:
    25.Juni 2010 at 13:11

    @Iks
    nochmal kurz ich

    Das einzige Problem, bzw. hoher Aufwand, war es, die Altakten zu digitalisieren (Büroklammern entfernen usw.). Altakten brauchten so nicht mehr händisch gewälzt werden, sondern man konnte medienbruchfrei arbeiten.

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