Begegnung im Tunnel

DIE ISRAELISCHEN Medien sind jetzt total unterwĂŒrfig. Es gibt keine unabhĂ€ngige Berichterstattung. „MilitĂ€r-Korrespondenten“ ist es nicht erlaubt, den Gazastreifen zu betreten, um eigene Erfahrungen zu machen; sie sind bereit, wie Papageien die Armeeberichte nachzuplappern und stellen sie so dar, als wĂ€ren es ihre persönlichen Beobachtungen. Eine Menge Ex-GenerĂ€le warten auf, um die Situation zu kommentieren – alle sagen genau dasselbe, ja benĂŒtzen dieselben Worte. Die Öffentlichkeit schluckt all diese Propaganda und nimmt sie als bare MĂŒnze.

Ein bewaffnetes Ghetto

In der israelischen Ausgabe der New-York-Times war ein großer Teil der ersten Seite fĂŒr ein Bild einer palĂ€stinensischen Mutter genommen, die um ihr Kind trauert – und nicht ein Bild mit den 3 Geiseln.
Aber als den drei MĂŒttern, die zu Propagandazwecken zur UN-Menschenrechts-Kommission nach Genf geschickt worden waren, ein kĂŒhler Empfang gewĂ€hrt wurde, war die israelische Regierung erstaunt. Delegierte waren mehr an den Menschenrechtsverletzungen durch Israel interessiert als an den Geiseln – fĂŒr viele Israelis ein weiteres offensichtliches Beispiel fĂŒr Antisemitismus in der UN.

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In ihrem eigenen Saft schmoren

Die Interpretation der Volksbefragung selbst ist natĂŒrlich vollkommener Quatsch. Leute, die Bedenken ĂŒber Israels Politik Ă€ußerten, werden als Antisemiten aufgelistet. Deshalb sind alle Bewohner der besetzten Gebiete, die ihre Besatzer nicht lieben, Antisemiten. Muslime im Allgemeinen, die Israel in negativem Licht sehen, sind natĂŒrlich Rassisten. Eine Ă€hnliche Volksbefragung ĂŒber antirussischen Rassismus mag jetzt in der Ukraine dasselbe Ergebnis haben.

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Ein schÀndliches Kapitel

Seit Jahren haben wir israelische Sprecher verkĂŒndigen gehört, dass es keinen Sinn habe, mit dem halben palĂ€stinensischen Volk Frieden zu schließen und mit der andern HĂ€lfte weiter Krieg zu fĂŒhren. Mahmoud Abbas ist ein „ gerupftes Huhn“, wie Ariel Sharon einmal taktvoll sagte. Es ist die Hamas, mit der man rechnet. Und Hamas plant einen zweiten Holocaust.

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Ideokratie

Wie wir damals sagten, war der Schaden mit dem Stoppen des tĂŒrkischen Schiffes viel grĂ¶ĂŸer als der Schaden, der – wenn ĂŒberhaupt – verursacht worden wĂ€re, wenn das Schiff sein Ziel hĂ€tte erreichen dĂŒrfen.

Was hĂ€tte denn im schlimmsten Fall passieren können? Das Schiff hĂ€tte vor der KĂŒste des Gazastreifens geankert, die internationalen Aktivisten an Bord hĂ€tten einen begeisterten Empfang erlebt, Hamas hĂ€tte einen kleinen Sieg gefeiert und das wĂ€r‘s gewesen.

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