Sommerloch: Aasgeier beim LKA sollen vermisste tote Menschen suchen

Heute erlauben sich einige Medien einen makaberen Scherz mit einer Meldung ĂĽber die deutsche Polizei – die man, wäre sie am 1.April abgedruckt worden als äusserst ĂĽble Geschmacksverirrung verdammt hätte und von der es sich von selbst verboten hätte. sie ernst zu nehmen. (Foto: Truthahngeier, Kevin Cole/Wikipedia)

Der Blick auf das Thermometer lässt jedoch keinen Zweifel zu, dass zur Zeit tatsächlich Hochsommer ist und es sich um mögliche Fieberfantasien einer Nachrichtenagentur handelt, deren verantwortlicher Redakteur in den vergangenen Tagen einen Sonnenstich beim Baden erlitten hat und diese „Geierente“ nun von den Zeitungen ĂĽbernommen wurde – merkwĂĽrdigerweise findet man die Meldung ausser bei der Financial Times Deutschland im Augenblick an diesem frĂĽhen Morgen nur in der Schweiz und in Ă–sterreich. Dabei wäre das Thema ein gefundenes Fressen fĂĽr die Bild-Zeitung. (1)

Unter dem Titel „SpĂĽrnasen am Himmel – Polizei testet Geier fĂĽr Leichensuche“ soll angeblich das niedersächsische Landeskriminalamt zwei Geier in den Dienst nehmen wollen und wĂĽrde diese bereits auf ihre „Eignung“ im Vogelpark Walsrode testen.

Niedersachsen bleibt in diesem Jahr aber auch gar nichts erspart. Rainer Herrmann, Leiter der Koordinationsstelle Kriminaltechnik vom Landeskriminalamt Niedersachsen hätte angeblich diese glorreiche Idee, die an den Wilden Westen erinnert, von einem Kollegen aufgegriffen und sich um den Erwerb zweier braunschwarzer Truthahngeier, die in Südafrika heimisch sind und eine Flügelspannweite von 1,80 Meter erreichen können, bemüht und aus Österreich nach Deutschland gebracht.

Django würde sich im Grabe umdrehen und ein weiteres Betätigungsfeld für den Inhalt seines Sarges finden.

Wo Geier kreisen, gibt es Tote, hiess es bei der FDT und Truthahngeier suchen grosse Flächen deutlich schneller ab als die Vierbeiner, meinen die Experten vom LKA. Zudem sind sie belastbarer und besonders fĂĽr schwer zugängliche Gebiete geeignet. „DafĂĽr sind sie deutlich eigensinniger als Hunde“, sagte Herrmann.

Der gesunde Menschenverstand wehrt sich gegen eine derartige Meldung und wenn sie der Wahrheit entsprechen sollte, zeigt das eine Verwerflichkeit des Ă–ffentlichen Dienstes und Beamtentums, die ohne Beispiel ist.

Momentan findet bereits der Geier mit dem unmöglichen Namen „Sherlock“ in der Flugshow des Vogelparks Walsrode brav Leichenattrappen und tierisches Aas, wird weiter berichtet. Sollte so ein Tier wirklich eingesetzt werden, sind weitere Gedankengänge ungeheuerlich und soll an dieser Stelle allen erspart werden.

Möge es sich hier nur um einen besonders bösartigen Scherz handeln und nicht im Ernst im Interesse aller Beteiligten vom LKA in Erwägung gezogen werden!

Quellen:
(1) http://news.google.de/news/story?pz=1&cf=all&topic=w&ncl=douyYqGVREmRN8M1oulj8QukaQmDM
(2) http://www.ftd.de/wissen/mensch/:spuernasen-am-himmel-polizei-testet-geier-fuer-leichensuche/50144415.html