Ryanair Stationsschließungen – eine Kriegserklärung, sagen die Gewerkschaftsführer der Pilotenverbände

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Pressemitteilung der Vereinigung Cockpit vom 12.10.2018

Schließungen von Stationen und Flottenverkleinerungen – von den Piloten und dem Kabinenpersonal als Strafe für gesetzesmäßige Streiks wahrgenommen – wird von den betroffenen Crews als Kriegserklärung angesehen. Es sollte nicht überraschen, wenn die Ryanair Piloten darauf bestehen, dass die Arbeitskampfmaßnahmen, inklusive Streiks, in diesen Ländern weitergehen.

Diese Botschaft kam von den Präsidenten europäischer Pilotenverbände- und gewerkschaften, die sich letzte Woche in Wien trafen. Dieser aggressive Schachzug des Ryanair Managements kommt nun also zu der sowieso schon angespannten Beziehung mit den Arbeitnehmern und stagnierenden Verhandlungen in einigen Ländern dazu.

"Solche Feindseligkeiten seitens des Managements werden von den Piloten und dem Kabinenpersonal nicht toleriert",

sagt der Präsident der ECA, Dirk Polloczek, im Namen der Gewerkschaftsführer aus ganz Europa.

"Die Pilotengewerkschaften verlangen die sofortige Rücknahme der Stationsschließungen in Eindhoven (NL) und Bremen (DE) sowie der Verkleinerung der Station am Niederrhein. Wir rufen das Ryanair Management dazu auf, ihren Konfrontationskurs und ihr konterproduktives Vorgehen aufzugeben. Es ist schwer vorstellbar, wie Ryanair ernsthaft erwarten kann, zu einer Einigung mit den Gewerkschaften zu kommen, wenn solche Drohungen in der Luft hängen."

"Piloten und Kabinenbesatzung dazu zu zwingen, ihren Standort zu wechseln oder ihren Job und ihr Einkommen zu verlieren, ist sicherlich nicht das, was wir brauchen, um Vertrauen und eine solide Basis für Verhandlungen zu bauen",

sagt Martin Locher, Präsident der Vereinigung Cockpit (DE).

"Falls Ryanair es ernst meint damit, bis Weihnachten Abkommen zu treffen, dann ist so ein Verhalten überhaupt nicht hilfreich. Die angekündigte Stationsschließung am 05. November wird die Feuerprobe, um die wahren Absichten und den ehrlichen Willen etwas für ihre Angestellten zu tun, zu testen. Sei es in Deutschland, oder woanders."

"Eine Station zu schließen und die Angestellten in ein anderes Land zu versetzen, ist mit dem sozialen Dialog nicht kompatibel. Wir sehen das als Kriegserklärung und absolut im Widerspruch zu allen Behauptungen, man wolle verhandeln,"

sagt Arthur van de Hudding, Präsident der niederländischen Pilotengewerkschaft VNV.

"Falls das Ryanair Management denkt, Stationen zu schließen sei eine rasche und billige Lösung für Arbeitsunruhen – und das Gericht in den Niederlanden sieht das anders – dann sind sie im besten Fall naiv und im schlimmsten Fall antagonistisch. Den Ryanair Mitarbeitern Angst einzuflößen und ihr Recht zu streiken de facto zu beschneiden, wird von uns niemals toleriert werden. Wir fordern Ryanair auf, ihre Station in den Niederlanden zu behalten, sich ihrer Verantwortung zu stellen und lieber zurück an den Verhandlungstisch zu kommen, als wegzulaufen und jeden zu bestrafen, der zurück bleibt."

Vereinigung Cockpit