Mit der O.P.C.W. am Glücksrad drehen

Artikel mit Update ergänzt.

Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen lädt ein ins E.U.-Hauptquartier zum Tag der Offenen Tür am 9. Mai 2018

Die Weltöffentlichkeit wartet auf eine Erklärung der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (O.P.C.W.) zur Mission ihrer Task Force in Douma in Syrien. Weder auf der offiziellen Website noch auf Twitter wird ein Hinweis auf den aktuellen Stand der Dinge vor Ort abgegeben. Das wäre doch das mindeste an Aufwand, die Menschen mit kurzen Sätzen zu informieren und nicht allen grassierenden Spekulationen freien Raum zu überlassen, die zum Teil grossen Schaden anrichten.

Der letzte Beitrag zu Syrien auf der Website war am 18. April 2018. Auf Twitter wurden gleich drei Einladungen hintereinander am 19. und 20. April nach Brüssel zum Tag der Offenen Tür am 5. Mai ausgesprochen:

"In case you missed it: OPCW will be at #EUOpenDay on 5 May. Stop by @eu_eeas to learn about the #OPCW and the #EU. Looking forward to seeing you there!"

Folgt man der Verlinkung des Tweets, wird man auf eine Seite der Europäischen Union geleitet auf der es heisst:

"Die EU-Institutionen in Brüssel und viele der 140 EU-Delegationen und -Büros auf der ganzen Welt öffnen ihre Türen jedes Jahr anlässlich des Schuman-Tages am 9. Mai, dem Jahrestag der Schuman-Erklärung von 1950, als der französische Außenminister Robert Schuman eine gemeinsame Behörde vorschlug um die französische und deutsche Produktion von Kohle und Stahl zu überwachen."

"Besucher des Hauptquartiers des diplomatischen Dienstes der EU werden etwas über die Außenpolitik der EU und die EU als globaler Akteur erfahren. Sie können Stände durchstöbern, die die Arbeit der EU auf der ganzen Welt präsentieren, einschließlich der Arbeit der 16 aktiven zivilen und militärischen Missionen und Operationen der EU, und mit den Diplomaten, Experten und Militärangehörigen sprechen, die diese Arbeit vertreten und leiten. Informationen werden in Englisch, Französisch und Niederländisch bereitgestellt."

"Interaktive Aktivitäten, darunter ein Fotoautomat und ein Glücksrad, tragen dazu bei, Ihren Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen."

Mindestens drei N.A.T.O.-Staaten, darunter zwei europäische, haben sich aktiv zusammengeschlossen und mit ihren Raketen Syrien bombardiert. Weitere europäische Länder haben den Angriff politisch begrüsst, andere haben ihn stillschweigend ohne Widerspruch geduldet. Von Rechtexperten wurde diese Aggression als völkerrechtswidrig gebrandmarkt, wobei man kein Jurist des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags sein muss, um zu dem gleichen Schluss zu kommen. Von den jahrelang verhängten Sanktionen gar nicht erst zu reden unter denen ausschliesslich nur die Zivilbevölkerung leidet.

Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen wirbt mit ihrer neutralen Unabhängigkeit und wertet mit ihrer Anwesenheit auf dieser Brüsseler Selbstdarstellungsorgie die Europäische Union mit ihrem Drang nach mehr internationalen Militäreinsätzen auf.

Stellt man sich einen "aufklärerischen" Stand der O.P.C.W. neben Rüstungskonzernen, paramilitärischen Organisationen und Sicherheitstechnikfirmen vor, wird das Bild ziemlich skurril und zynisch.

Also weiter am Däumchen oder Glücksrad drehen und auf einen Zufall warten bis die Bevölkerung von Douma sich selbst organisiert hat.

Update:

Pressemitteilung der O.P.C.W. vom 21.April 2018

"Das Team der Fact Finding Mission (F.F.M.) der Organisation für das Verbot chemischer Waffen hat heute am 21. April 2018 einen der Standorte in Douma in der Arabischen Republik Syrien besucht, um Proben zur Analyse im Zusammenhang mit Anschuldigungen der Verwendung chemischer Waffen zu sammeln. Die O.P.C.W. bewertet die Situation und erwägt weitere Schritte, einschließlich eines weiteren möglichen Besuchs in Douma.

Die gesammelten Proben werden zum OPCW-Labor in Rijswijk transportiert und anschließend zur Analyse an die von der OPCW benannten Labore geschickt. Auf der Grundlage der Analyse der Probenergebnisse sowie weiterer Informationen und Materialien, die vom Team gesammelt wurden, erstellt die FFM ihren Bericht zur Vorlage bei den Vertragsstaaten des Chemiewaffenübereinkommens zur Prüfung."

(Beitrag veröffentlicht am 21.April 2018 um 6.48 Uhr, ergänzt Update von 19.25 Uhr)

Quelle: https://www.opcw.org/news/article/opcw-fact-finding-mission-team-visits-douma-syria

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20.04.2018 O.P.C.W.-Sabotage in Douma: Übles Doppelspiel auch vom Kreml
Die Untersuchung der "Organisation für das Verbot von Chemiewaffen" (O.P.C.W.) bezüglich dem angeblichen Chemiewaffen-Einsatz in Douma (Duma) in der Region Ghouta wird von allen Kriegsparteien sabotiert. In perfider Taktik der von uns bereits vielfach umschriebenen großen Koalition des Krieges und eines imperialen Komplexes mit ihrem Doppelagenten Wladimir Putin als Zaren über die Russische Föderation, spielen sich dabei die Involvierten gegenseitig die Bälle zu, verzögern eine Aufklärung der Affäre, mobilisieren ihre Propaganda-Einheiten und Fusstruppen und heucheln bis zum Erbrechen.

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