Nordkorea-Krise: IPPNW fordert Ende der Kriegsrhetorik

Pressemitteilung der Deutschen Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) vom 10. August 2017

„Nagasaki muss der letzte Ort sein, der einen Atombombenabwurf erlitten hat.“

Die deutsche Sektion der Ärzteorganisation IPPNW fordert die Bundesregierung auf, alles in ihrer Macht Stehende zu unternehmen, um den täglich weiter eskalierenden Konflikt zwischen den USA und Nordkorea zu entschärfen. Es droht sogar der Einsatz von Atomwaffen. Beide Seiten müssen mit ihrer Kriegsrhetorik aufhören und miteinander über Deeskalationsmaßnahmen reden.

„Gerade am heutigen Tag – 72 Jahre nach dem Atomwaffenabwurf auf Nagasaki – ist es obszön, direkt oder indirekt mit Atomwaffen zu drohen“

sagt Xanthe Hall, AbrĂĽstungsreferentin der IPPNW.

In seiner heutigen Rede auf der Friedenszeremonie fĂĽr die Atombombenopfer (Hibakusha) erklärte der BĂĽrgermeister von Nagasaki, Tomihisa Taue: „Nagasaki muss der letzte Ort sein, der einen Atombombenabwurf erlitten hat.“ Er begrĂĽĂźte den neuen Vertrag zum Verbot von Atomwaffen, der am 7. Juli 2017 durch die UN verabschiedet wurde. Der Vertrag verbietet jeglichen Einsatz und die Drohung mit Atomwaffen. 122 Staaten unterstĂĽtzen mittlerweile diesen Vertrag, der am 20. September zur Unterschrift freigegeben wird. 90 Tage nach der Ratifizierung des 50. Staates tritt er in Kraft und wird damit geltendes Völkerrecht fĂĽr alle Unterzeichnerstaaten sein.

„Es ist inakzeptabel, dass zwei Männer mit ihrem unverantwortlichen Säbelrasseln die Welt als Geisel nehmen. Wenn diese Drohgebärden weiter eskalieren, fĂĽhren sie womöglich zu einer Katastrophe, die weit ĂĽber die Grenzen der koreanischen Halbinsel zu spĂĽren sein wird“,

mahnt Hall.

„Deswegen mĂĽssen solche Drohungen weltweit verboten werden.“

Die IPPNW-Infografik zeigt, welche Folgen eine kleine Atombombe auf Seoul bzw. Pjöngjang haben könnte: https://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomwaffen/target-seoul.pdfhttps://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomwaffen/target-pyongyang.pdf

https://www.ippnw.de/startseite/artikel/de/nordkorea-krise-ippnw-fordert-ende.html