350. Montagsdemo gegen S21 an Bahn-Aufsichtsrat: „Kopf machen, raus aus der Grube, Umstieg 21 jetzt!“

Die Parkschützer veranstalten heute die 350. Montagsdemo gegen Stuttgart 21 und für Umstieg 21. Die Bürgerbewegung gegen S21 appelliert damit an den Bahn-Aufsichtsrat, bei seiner nächsten Sitzung am 14.12. auf das Umstieg 21-Konzept umzuschwenken.

Die Kundgebung findet ab 18 Uhr vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof statt, das Motto lautet: „Der wahre Bahn-Aufsichtsrat!“.

Als Redner treten auf: der Berliner Publizist und Verkehrsexperte Dr. Winfried Wolf, der Regisseur Volker Lösch und der bundesweit bekannte Kabarettist Arnulf Rating.

„Es ist, wie die ZEIT kürzlich schrieb: "Keiner will das Bauprojekt mehr“, sagt Dr. Carola Eckstein von den Parkschützern.

„Schlimmer noch: Mit S21 schafft die Bahn unkalkulierbare Anhydrit-Risiken für den Bahnverkehr ebenso wie für unzählige Wohnhäuser der Stuttgarter Innenstadt. Es ist höchste Zeit, dass alle Beteiligten aus der Grube kommen und über Alternativen sprechen. Mit Umstieg 21 hat die Stuttgarter Bürgerschaft ein gutes und sinnvolles Konzept vorgelegt, wie der Weg aus der Sackgasse gelingen kann – zum Nutzen von Stadt und Bahn.“

(Kommentar der ZEIT vom 30.11.2016: „Lassen wir’s!“)

Das Motto der 350. Montagsdemo („Der wahre Bahn-Aufsichtsrat!“) ist eine Anspielung auf die aktive Bürgerbewegung gegen S21 und die passive Rolle, die der Bahn-Aufsichtsrat seit Jahren bei Stuttgart 21 spielt. Am Mittwoch, 14.12.2016 tagt der Bahn-Aufsichtsrat erneut zum Thema S21-Kosten; am heutigen 12.12.2016 jährt sich zum vierten Mal die letzte zugegebene Kostensteigerung bei S21 von 4,5 auf 6,8 Mrd. EUR. Inzwischen geht der Bundesrechnungshof von S21-Gesamtkosten von bis zu 9,6 Mrd. EUR aus, der erfahrene Verkehrsgutachter Dr. Martin Vieregg berechnete vor einem Jahr Gesamtkosten von 9,8 Mrd. EUR. Da erst 20% der Gesamtkosten ausgegeben sind, ist Umstieg 21 ökonomisch wie bahntechnisch die sinnvolle Alternative zu Stuttgart 21.

Das Konzept Umstieg 21 sieht vor, bereits für S21 gegrabenen Baugruben und gebaute Abschnitte wie z.B. das Technikgebäude oder den Sulzbach-Viadukt sinnvoll zu nutzen:

* Modernisierung des bestehenden Hauptbahnhofs sowie Ausbau zum
Verkehrsknotenpunkt mit zentralem Omnibus-Bahnhof (ZOB),
Fahrradstation, Leihwagen- und Kurzzeitparkplätzen.
* Neue Wohnungen auf dem stadteigenen sogenannten C-Gelände in
Stuttgart-Nord, das die Bahn derzeit für S21-Logistik belegt, Name
des neuen Stadtteils: „Die Neue Prag“.
* S-Bahn-Ringschluss von Herrenberg über Filderstadt bis Wendlingen
unter Ausnutzung der Wendlinger Kurve, der Rohrer Kurve und des
bereits für S21 gebauten Sulzbachtal-Viadukts.
* Umstieg 21 im Internet: