Standing Rock: Die ersten Sheriffs ziehen ihre Mitarbeiter zurück

Unermeßliches Kapitalvermögen und Eskalation durch die Staatsgewalt kann den Widerstand gegen die Dakota Access Pipeline dank der Solidarität vor Ort und in den sozialen Medien wie unter dem Hashtag #NoDAPL seit Monaten nicht brechen. Erste Konsequenzen werden gezogen, auch wenn die Reaktion noch winzig ist. Die Front beginnt zu bröckeln.

Sheriff Brian Gootkin vom Gallatin County im Bundesstaat Montana und Sheriff Dave Mahoney vom Dane County in Wisconsin werden sich nicht mehr an der Unterstützung zur Verteidigung des weiteren Ausbaus der Dakota Access Pipeline unter dem Missouri in North Dakota in der Sioux Reservation beteiligen und ziehen ihre Mitarbeiter ab.

Sie trafen ihre Entscheidung aufgrund der weltweiten Empörung über die immer grössere werdende Gewalt gegenüber unbewaffneten Menschen, die das Land vor dem Zugriff der Energiekonzerne verteidigen. Deren Bosse und Kapitalanleger verfolgen ihre Ziele mit dem angemaßten Recht des Stärkeren und wissen die Politik als ihre Verbündeten an ihrer Seite, dieses mit Polizei und Militär durchzusetzen.

Am 22. November 2016 veröffentlichte die Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (A.C.L.U.) eine Liste mit der Anzahl der beteiligten Leute der Sheriffs aus zehn Bundesstaaten, die als Aufgebot nach North Dakota entsandt wurden. Zusammengenommen mit fünfundsiebzig anderen staatlichen Einheiten, so das U.S. Army Corps of Engineers der U.S.-Armee und angeheuerten paramilitärischen Truppen steht eine riesige bewaffnete Armee den friedlich Demonstrierenden gegenüber.

Nach Veröffentlichung der Liste, aber auch schon zuvor, meldeten sich Menschen aus aller Welt in den Büros der Sheriffs. "Ich habe Nachrichten aus England, Polen, Neuseeland, Australien erhalten sowie Telefongespräche und Hunderte von E-Mails aus meinem Bezirk", so Gootkin und die ihm erklärt hätten, dass sein Aufgabenbereich im Rahmen der Hilfe bei Katastrophen nach dem Emergency Management Assistance Compact (EMAC) zwischen den Bundesstaaten nicht in dem Schutz des Baus der Pipeline für ein Unternehmen besteht. "Als Ihr Sheriff war ich sehr gedemütigt von den ehrlichen Gesprächen, die wir hatten. Obwohl meine Handlungen gut gemeint waren, haben Sie deutlich gemacht, dass Sie nicht wollen, dass Ihre Polizei in diesem Konflikt involviert ist. Einer der größten Unterschiede eines gewählten Sheriffs von anderen Strafverfolgungsführern ist, dass ich direkt gegenüber den Leuten verantwortlich bin, denen ich diene (IHNEN) ...".

Die Demonstranten werden auch weiterhin ihre Stellung halten und haben vor Ort an der Backwater Bridge ein Winterlager eingerichtet. Die staatlichen Organe werden alles dafür tun, diese Bewegung, die inzwischen zum internationalem Symbol im Kampf gegen die skrupellos agierenden weltweiten Unternehmen geworden ist, zu zerschlagen. Es geht um weit mehr als um die Verlegung einer Pipeline von Energy Transfer in einem bestimmten Gebiet, die nur ein Teilabschnitt des Netzwerks der U.S.A. ist welches von Kanada bis Mexiko reicht und später werden mittel- und südamerikanische Länder laut Plänen angeschlossen.

Weitere ausführliche Informationen und Spendenmöglichkeiten stehen auf sacredstonecamp.org zur Verfügung.

Auf der Facebook-Seite Indigenous Rising Media stehen Videos bereit, unter anderem Luftaufnahmen von der für die Stämme heiligen Landschaft.

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Quellen:

http://m.bismarcktribune.com/news/state-and-regional/sheriff-in-wisconsin-pulls-deputies-back-from-north-dakota-pipeline/article_c0378e3a-8e57-59f1-9975-781c35bf1ee1.html
https://lrinspire.com/2016/11/14/gallatin-county-reverses-decision-to-send-officers-to-standing-rock-due-to-public-outcry/
https://www.aclu.org/blog/speak-freely/how-many-law-enforcement-agencies-does-it-take-subdue-peaceful-protest