U.S.-Senator Richard Black in Damaskus: Krieg gegen Syrien ist ungesetzlicher Krieg der Aggression

Militär, Krieg Politik, Diplomatie

Erzkonservativer Republikaner fällt mit rationaler Einstellung auf im Gegensatz zu seinen Kollegen - unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit - in den Vereinigten Staaten von Amerika, in Europa und Deutschland.

Richard Black, Senator der Republikaner im Senat des U.S.-Bundesstaates Virginia, reiste mit einer Delegation zu einem mehrtägigen Besuch nach Syrien. In der Hauptstadt Damaskus wurde er vom syrischen Präsidenten Bashar al-Assad am Donnerstag, dem 28.April 2016 empfangen. Black bezeichnete die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Syrien als eine eklatante Verletzung der internationalen Gesetze. Für Black sei es wichtig, dass die amerikanische Bevölkerung sich ein unabhängiges Bild über die Lage machen kann, da einige Parteien in der Regierung in Washington Desinformationen ausstreuen. Im Hotel "Vier Jahreszeiten" gab der Senator eine internationale Pressekonferenz nach dem Treffen, auf der er respektvoll das syrische Volk als sehr couragiert bezeichnete. Er sprach von seiner Furcht im Jahr 2012, als bekannt wurde, dass die Geheimdienste ein Ausbildungsprogramm für Hunderte von Milizen in Jordanien durchführten, um sie im Kampf gegen Damaskus über die Grenze zu schicken.

Zwei Tage zuvor traf Black sich mit Ahmad Badr Eddin Hassoun, Gross-Mufti von Syrien und besuchte ein Zentrum für vertriebene Menschen in der Schule Sumaiyeh al-Makhzoumi mit medizinischer Betreuung in Mezzeh, wo er vom Minister für soziale Angelegenheiten und dem stellvertretenden Governeur erwartet wurde. Dort sprach er mit einigen Menschen und hörte ihren Berichten aus den Kriegsgebieten zu.

Was auch immer hinter der Motivation seines Handels steht, so steht es dem allgemeinen Kriegsgeschrei aus den politischen Lagern der Vereinigten Staaten von Amerika und der Regierung in Washington samt den Militärs ablehnend gegenüber und soll nicht unerwähnt bleiben, denn er fordert das Gleiche wie die wenigen echten pazifistischen Stimmen und legt mit seinen Statements nicht erst mit dem gestrigen Tag die Finger in die Wunde über die Ursachen des jahrelangen Krieges gegen Syrien.

Ob es Blacks persönliche Meinungen sind oder ob er eine Frontfigur ist, die eine Tür offen hält im Fall, dass der syrische Präsident wider Erwarten Washingtons im Amt verbleibt, kann von uns nicht beurteilt werden. Sein Engagement begann so öffentlich ein und ein halbes Jahr bevor im September 2015 die russische Regierung nach Aufforderung von Damaskus mit militärischen Kräften eingriff. In seiner Heimat machte der Senator keinen Hehl aus seinen Ansichten als Gegner der "Assad muss weg"-Rufer und veröffentlichte diese einsehbar für jedermann auf seiner Kampagnen-Website. Was Syrien betrifft, so unterscheiden sich diese nicht von jenen, die sich um eine unabhängige Sichtweise einsetzen.

Black war während des Vietnam-Krieges Pilot der U.S.-Luftwaffe und wurde für seine Einsätze mit der Purple Heart-Medaille ausgezeichnet. Anschliessend war er Anwalt im U.S. Army Judge Advocate General's Corps und war in den 1980er in Deutschland stationiert. Danach leitete der jetzige Senator bis zu seinem Austritt aus der Armee in 1994 die Kriminalistische Rechtsabteilung im Pentagon.

Als im Jahr 2014 die syrische Botschaft in den U.S.A. geschlossen wurde um zu verhindern, dass syrische Bürger dort ihre Stimmen zur Wahl des Präsidenten abgegeben konnten, setzte sich Black dafür ein, dass aus der kurzfristigen Schliessung, die zu einer dauerhaften wurde, die Botschaft wieder geöffnet werden soll.

In einem Brief vom Frühjahr 2014 an die syrische Regierung drückte Black seine Unterstützung für Bashar al-Assad aus, indem er betonte, dass es Assad und seinem Vater gelungen war, vierzig Jahre lang Frieden mit Israel einzuhalten und die Minderheit der christlichen Bevölkerung sowie die jüdische Gemeinde friedlich in dem Land leben konnten. Anlass des Schreibens war die Befreiung von Christen durch die syrische Armee in den Bergen von Qalamoun, der er seinen Dank ausdrückte.

Im November 2015 schickte Black wieder einen Brief an den syrischen Präsidenten, in dem er sich glücklich darüber äusserte, dass die russische Regierung in den Kriegsverlauf eingriff und damit Fortschritte gegen die Invasoren verzeichnen konnte. Er drückte seine Erleichterung darüber aus, dass eintausend brave syrische Soldaten mit der Befreiung des Luftwaffenstützpunkts Kuwairis vor ihrem sicheren Tod gerettet wurden.

Weiter hiess es darin, dass die Ursachen des Krieges nicht in innerstaatlichen Unruhen zu suchen sind sondern in einem ungesetzlichen Krieg der Aggression nach den Plänen ausländischer Mächte. Damit meinte Black ganz konkret auch die seiner eigenen Regierung seit 2001 durch die Erwähnung von General Wesley Clark, dem ehemaligen Kommandeur Supreme Allied Commander Europe, die Regierung von Assad zu stürzen und durch Marionetten zu ersetzen. Jetzt nach fünfzehn Jahren können die N.A.T.O., Saudi-Arabien und Qatar keinen Führer nennen, der die Ünterstützung des syrischen Volkes geniessen würde, so Black. Auch die U.N.O. griff der Senator an, die ihre Augen verschloss vor der Einmischung in innere Angelegenheiten Syriens um einen demokratisch gewählten Präsidenten abzusetzen.

Bevor Syrien kritisiert wird, sollten die U.S.A. zuerst unsere Verbündeten – Jordanien, Saudi-Arabien, Qatar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait – dazu drängen, die gleichen Freiheiten für ihre eigenen Menschen zu gewähren wie Syrien. Black schrieb, dass viele Amerikaner darüber überrascht waren, als sie hörten, dass die syrische Verfassung freie Wahlen, Religionsfreiheit, Gleichberechtigung für die Frauen für jeden arabischen Bürger garantiert.

In seinem Brief von 2015 wird auch die Türkei als Unterstützer von I.S.I.S. genannt, über deren Grenzen militante Gruppen und Waffen geschleusst werden.

Die grausame Behandlung der gefangenen syrischen Soldaten durch die angeblichen moderaten Gegner Assads würden immer mehr U.S.-Bürger als moralisch abscheulich empfinden, hiess es.

Mit den Worten: Ich kämpfe, um die Ehre dieser Nation zu verteidigen. Ich werde gegen die Unterstützung für Terroristen einstehen. Frieden wird bald in Syrien einkehren. Viele Menschen in Virginia beten dafür. Ich danke Ihnen dafür, dass Sie das Leben von Christen und aller guten Menschen in Syrien schützen, schloss Black diesen Brief.

Wie schon erwähnt, können wir die Hintergründe dieser Reise und die bekundete Solidarität in den beiden Briefen nicht beurteilen. Immerhin sitzt die C.I.A. mit ihrem Hauptquartier Langley in Virginia und Richard Blacks militärische Vergangenheit war auf das Engste mit dem Pentagon verbunden.

Angesichts der Friedensverhandlungen in Genf und die versuchte Verhinderung eines erfolgreichen Abschlusses durch den nicht endenden Krieg in Syrien regen sie dennoch zum Nachdenken darüber an, was tagtäglich an Propaganda und tatsächlichen Gräueln wie gestern in Aleppo mit der Bombardierung des Krankenhauses von den Kriegsfronten verbreitet wird. Die syrische Armee erklärt, dass die Berichte, die von einigen westlichen Fernsehsendern verbreitet werden, nicht der Wahrheit entsprechen.

Weshalb diese Stadt seit Monaten von den Hügeln beiderseits mit wie eingefrorenen Stellungen belagert wird ohne das es zu irgendeinem Ergebnis führt ist jedenfalls sehr auffällig.

Quellen:
http://sana.sy/en/?p=75910
http://sana.sy/en/?p=75717
http://sana.sy/en/?p=75880
http://sana.sy/en/?p=75921
http://sana.sy/en/?p=61732
https://www.washingtonpost.com/news/the-fix/wp/2014/05/27/bashar-al-assad-posts-a-letter-of-support-from-a-virginia-state-senator/