Gefeilsche um die Kosten der nuklearen Entsorgung

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Presseerklärung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. vom 27. April 2016

Stresstest für die Bundesregierung

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI) fordert Wirtschaftsminister Gabriel (SPD) auf, die Atomkonzerne nicht von ihrer Verantwortung aus der Atommüllentsorgung zu entlassen. Dessen Finanzkommission folgt offensichtlich weitgehend den Vorschlägen der Konzerne, lediglich die Kosten für den Rückbau der Atomanlagen zu schultern, die Kosten für die Zwischen- und Endlagerung des Nuklearmülls sollen demnach vom Staat übernommen werden.

“Das heißt im Klartext, der Steuerzahler soll für das unabsehbare Kapitel der Atommülllagerung zu Zweidrittel blechen”,

kritisiert die BI.

Der Stresstest aus dem Hause Gabriel hatte ergeben, dass bis zum Jahr 2099 die Kosten für die Atommüllentsorgung sich auf 182 Milliarden Euro summieren.

Bisher haben die Atomkraftbetreiber in ihren Bilanzen 38 Milliarden Euro ausgewiesen, wegen der wirtschaftlich schlechten Lage setzen sie darauf, nur einen Teil dieses Geldes tatsächlich für die nukleare Entsorgung zahlen zu müssen.
Ehmke:

”Gleichzeitig drohen die Konzerne mit Klagen, sollte Gorleben als Endlagerstandort fallen gelassen werden. Die Entscheidungen, wie weit die Konzerne zur Verantwortung gezogen werden, entwickelt sich zum Stresstest für Sigmar Gabriel, der in der Vergangenheit vollmundig betont hat, dass er für RWE, EnBW, E.on und Vattenfall keine Schlupflöcher dulden will.”

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher