Jemen: Riad benötigt für Pakistan dringend Tote im Land – und präsentiert sie prompt

Zeitungen melden mit nebulösen Rauchschwaden tote Soldaten auf saudischem Territorium durch Houthi-Angriff um vor allem Pakistan, die Türkei und andere noch zögernde Staaten zur Kriegsbeteiligung gegen den Jemen zu zwingen.

Saudi-Arabien konnte bisher trotz allen Drucks keine Unterstützung mit Waffenhilfe von Islamabad erhalten. Das Parlament der Islamischen Republik Pakistan hat "einstimmig Nein" gesagt und eine entsprechende Resolution am 10.April 2015 verabschiedet.

Seit Montag wurde eine Woche lang eine heftige Debatte unter den Parlamentsmitgliedern geführt. Die Abgeordneten der von Imran Khan geführten Partei Pakistan Tehreek-e-Insaf (Pakistanische Bewegung für Gerechtigkeit) beendeten ihren monatelangen Boykott und nahmen an den Auseinandersetzungen teil. Als Ergebnis steht fest: Pakistan unterstützt die Arabische Koalition, besteht jedoch darauf neutral zu bleiben und setzt ausschliesslich auf eine diplomatische Lösung durch Verhandlungen. Es werden alle Parteien im Jemen aufgerufen, ihre Differenzen friedlich zu lösen.

Um die Resolution mit Mehrheit durch das Parlament zu bringen, wurde als Zugeständnis an die Befürworter einer direkten Kriegsbeteiligung die militärische Hilfe in Aussicht gestellt, wenn heilige Pilgerstätten wie Mekka und Medina bedroht werden oder die territoriale Sicherheit durch Übergriffe auf saudische Grenzregionen in Frage gestellt wird. Die Abgeordneten warnten vor einem religiösen Krieg zwischen Sunniten und Shiiten, der sich für die gesamte Region zu einem verheerenden Flächenbrand entwickeln wird.

Pakistans Premierminister und ehemaliger Exilant in Saudi-Arabien, Nawaz Sharif, das Verteidigungsministerium und Teile der Armeeführung zogen seit Wochen wie ungeduldige Kampfhunde, noch gefesselt durch die Kette der immer noch vorhandenen Demokratie in dem Land, in Richtung militärische Unterstützung mit Kriegsschiffen, Flugzeugen und Bodentruppen.

Am 11.April schäumte Anwar Mohammed Gargash, Aussenminister der Vereinigten Arabischen Emirate, vor Wut über den Parlamentsbeschluss und sagte, dass Pakistan für seine wankelmütige Haltung einen "hohen Preis" bezahlen wird. Pakistan soll eine klare Position im Sinne der strategischen Beziehungen zu dem aus sechs Ländern bestehenden "Kooperationsrats der Arabischen Staaten des Golfes" beziehen.

"Der arabische Golf befindet sich in einer gefährlichen Konfrontation, seine strategische Sicherheit steht auf der Kippe. Der Moment der Wahrheit unterscheidet zwischen realen Verbündeten und den Verbündeten der Medien und Statements", twitterte Gargash unmittelbar nach der Entscheidung des Parlaments von Pakistan.

Die erste kindische Reaktion von Riad erfolgte unmittelbar nach Bekanntgeben des weiteren Bestehens Pakistans auf Neutralität zu dem Konflikt der Arabischen Liga gegen den Jemen. Die zivile saudische Nationale Luftfahrtbehörde GACA verweigerte den Überflug eines pakistanischen Passagierflugzeuges der privaten Fluglinie Shaheen Air International noch am gleichen Tag.

Also wurden schnellstens von den Houthi in Saudi-Arabien ermordete Bürger benötigt, keine zivilen sondern militärische, denn man befindet sich im erklärten Kriegszustand mit einem Land, das man überfallen hat. Einen Angriff auf die eigene Armee, auf die Verteidiger des Landes, die Verletzung der Souveränität. Ob die Behauptung über getötete Soldaten der Realität entspricht und wenn ja, wer dahinter steckt - oder eine Finte ist, spielt im Krieg keine Rolle solange nur die Medien diese als tatsächliches Geschehen unreflektiert verbreiten.

Am 11.April 2015 wurde eine diffuse Meldung aus der jemenitischen Hauptstadt Sanaa von The Associated Press herausgegeben unter Berufung auf einen ungenannten Beamten des saudischen Verteidigungsministeriums. In dem Konstrukt hiess es, dass ein Granatenangriff drei Unteroffiziere der Königlichen Grenztruppen (Saudi Royal Land Forces) in der Provinz Najran getötet und zwei weitere verletzt hat.

Al Arabia, The New York Times, Deutsche Welle, Arab News, CNN, die Saudi Gazette und Dutzende weltweit weitere renomierte Medien verbreiten verantwortungslos diesen gefährlichen unbewiesenen Mist, der am 11.April von der staatlichen Saudi Press Agency (SPA) der Golfmonarchie mit der Meldung Nr. 0039 vorgegeben wurde. Die Redaktionen dieser Zeitungen quieken vor Freude wie Schweine vor dem wieder neu gefüllten Trog über diesen hingeworfenen Happen und vergessen als gut dressierte Affen auch nicht brav den Propaganda-Zusatz zur Hebung der Moral hervorzuheben, dass seit Kriegsbeginn der "Operation Decisive Storm" vor siebzehn Tagen fünfhundert Houthi in den Grenzgebieten Najran und Jazan "gekillt" wurden.

"Die Beamten sagten nicht, wie sie auf diese Zahlen gekommen waren."

Zum weiteren Vorgehen zur Frage im Jemen reisen seit Wochen Staatsoberhäupter, Minister und Diplomaten zu Konferenzen und Gesprächen hinter geschlossenen Türen. Es wird erpresst, gefeilscht und verhandelt, es werden Konzessionen und Zugeständnisse herausgeschlagen.

Meldungen wie die obige sind nur für die Öffentlichkeit und dienen als Alibi für das Umkippen zugunsten einer Unterstützung der von Saudi-Arabien geführten "Koalition der Willigen", für deren Vorgehen der deutsche Aussenminister Verständnis im Interview mit Bild zeigte, das Frank-Walter Steinmeier Ende März 2015 im Auswärtigen Amt führte.

Das "Verstehen" trifft auch für die Innenpolitik Riads zu. In Najran, das bis 1934 zum Jemen gehörte, wurde am 6.April die siebenundfünfzigste Person in diesem Jahr in Saudi-Arabien enthauptet, angeblich wegen Drogenhandel und der Verletzung mehrerer Polizisten. Entspricht diese Version der Wahrheit? Genauso gut könnte es sich um die Entledigung eines Oppositionellen oder um andere Gründe handeln.

Quellen:
http://timesofindia.indiatimes.com/world/pakistan/UAE-warns-Pakistan-it-could-pay-heavy-price-for-ambiguous-stand-on-Yemen-crisis/articleshow/46890531.cms
http://www.presstv.ir/Detail/2015/04/11/405704/KSA-bars-Pakistani-plane-from-airspace
http://www.dw.de/saudi-border-guards-killed-in-mortar-attack/a-18376185
https://en-maktoob.news.yahoo.com/man-executed-najran-drug-trafficking-051047578.html