Verrohter U.S.-Kongress: Standing Ovation für Exekution

Nachdem die Polizei und Sicherheitskräfte des Capitol Hill am 3.Oktober 2013 die Irrfahrt einer unbewaffneten, offensichtlich verängstigten vierunddreissigjährigen Frau, die ihr einjähriges Kleinkind auf dem Rücksitz ihres Autos mit sich führte, vor dem Capitol durch tödliche Schüsse auf die Fahrerin beendete (Video), applaudierten die Parlamentsmitglieder in voller Zustimmung.

Keiner fragte nach den Hintergründen oder Ursachen der Geisterfahrt, sondern alle feierten in feiger Manier die "Rettung ihres eigenen Lebens", das nicht eine Sekunde in Gefahr war.

Möglicherweise wurde die Frau auf aggressive Weise mit Waffen (Video) aufgefordert, den Platz zu verlassen nachdem sie sich verfahren hatte und anschliessend von den verfolgenden Polizeifahrzeugen dicht bedrängt. Nicht jeder behält in einer solchen Situation die Nerven. Immerhin gab es einige Strassensperren, Barrikaden und Umleitungen vor Regierungsgebäuden und Denkmälern wegen Personalmangels des zwangsbeurlaubten öffentlichen Dienstes im Zuge des Haushalts-"Shut downs".

Heftige emotionale Reaktion der U.S.-Kongressmitglieder - eine wahre Horror-Show:

Die Kommentare unter diesem Video sprechen eine deutliche Sprache, sie sind voller Entsetzen und Empörung.

Dass die Frau nach Aussagen nahe stehender Personen mentale Probleme gehabt haben soll, wird heute bekanntgegeben... ganz sicher nach Besuchen im Namen der Nationalen Sicherheit durch entsprechende dafür zuständige Behörden. Dieses Vorgehen ist nichts Neues.

Sofortiges Erschiessen von unbewaffneten Zivilisten ist gross in Mode gekommen und beschränkt sich nicht mehr auf einzelne Vorkommnisse. Fast täglich kommen neue Meldungen, es scheint eine neue Strategie zur Beherrschung der Bevölkerung zu sein. Damit kann sich kein Bürger abfinden, denn er oder seine Verwandten könnten die nächsten Opfer einer barbarisch gewordenen Polizei sein.

Gestern wurde auch eine unbewaffnete vierundvierzig Jahre alte Frau ohne weiteres von der staatlichen Polizei in New Hampshire in ihrem Auto erschossen, angeblich nach einer Verfolgungsjagd auf der Strasse I-93.

Dieser Fall wurde nicht spektakulär über dem Globus verbreitet. Das passt nicht ins Bild der Verhinderung von "terroristischen Anschlägen".

Was ist der Unterschied zwischen bezahlten Auftragsmördern, die von den Sicherheitsbehörden verfolgt werden (oder oft auch eben nicht)?

Die Grenze ist nicht erst seit gestern überschritten.

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Die tragischen Meldungen aus den Vereinigten Staaten von Amerika reissen nicht ab. Durch eine Kette unglücklicher Umstände kam gestern wieder ein unschuldiger unbewaffneter vierundzwanzigjähriger Mann durch die Waffe eines Polizisten ums Leben. Die Polizeibehörden erklärten später, dass die abgegeben Pistolenschüsse ungesetzlich waren und nicht den Umständen der vorhandenen Situation entsprochen haben.