Kim Jong Un Nachfolger seines Vaters: Staatstrauer in Nordkorea

Aufnahme während einer Militärparade am 10.Oktober 2010 anläßlich des 65.Gründungstag Nordkoreas. Rechts knapp nicht mehr im Bild: der verstorbene Staats- und Parteichef Kim Jong Il. Direkt neben ihm der mächtige Generalstabschef Ri Yong Ho, dann Kim Jong Un. Zweiter von links: Chang Sung Taek, Schwager des verstorbenen Kim Jong Il.

Wie die nordkoreanische staatliche Nachrichtenagentur "Korean Central News Agency" KNCA heute meldet, ist Staats- und Parteichef Kim Jong Il am Samstag während einer Zugfahrt an einem Herzinfarkt verstorben. Die verschiedenen Gremien der Staatsführung, u.a. die Militärkommission der Staatspartei, sowie die staatliche Verteidigungskommission, würdigten in einer gemeinsamen Erklärung die ausgedehnten Reisen und Bemühungen des Staats- und Parteichefs: "Er starb auf diesem Kurs in einem Zug an wiederholter mentaler und physischer Müdigkeit".

Als "großer Nachfolger" im Sinne der Staatsdoktrin Juche (Unabhängigkeit) und "herausragender Führer" von "Partei, Armee und Volk" wurde in der gemeinsamen Erklärung Kim Jong Un genannt, Kim Jong Ils Sohn und Enkel des Staatsgründers Kim Il Sung.

In Nordkorea wurde bis zum 29.Dezember Staatstrauer ausgerufen. Der Leichnam wird im Kumsusan Palast aufgebahrt. Wie das Beerdigungskomitee bekannt gab, dem Kims Sohn Jong Un vorsteht, wird die Beerdigung Kim Jong Il am 28.Dezember in Pyongyang stattfinden. Ein Staatsakt folgt am 29.Dezember. Ausländische Delegationen sind dabei nicht zugelassen. Für drei Gedenkminuten werden in Nordkorea alle Tätigkeiten ruhen.

Am Samstag hatte die südkoreanische Zeitung Chosun Ilbo unter Berufung auf "nicht genannte diplomatische Quellen" gemeldet, daß Nordkorea sich während der jüngsten in Peking geführten Verhandlungen bereit erklärt habe sein Atomprogramm herunterfahren und die Urananreicherung für militärische Ziele einzustellen. Die USA hatten sich im Gegenzug bereit erklärt Lebensmittel für die hungernde Bevölkerung im Norden Koreas zu liefern.

Am 27.Oktober hatte bereits der US-Unterhändler Stephen W. Bosworth die in Genf rund 60 Jahre zu spät aufgenommenen direkten Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Nordkorea als "sehr positiv und generell konstruktiv" bezeichnet. Andere, traditionell im Weltzentrum der Unintelligenz befindlichen Nichtskönner, hatten darin natürlich keinen Sinn gesehen und darauf gehofft, vielleicht irgendwo wieder eines ihrer beliebten Massaker anrichten zu dürfen.

Der designierte neue Staats- und Parteichefs Kim Jong Un wurde von seinem Vater u.a. für ein paar Jahre auf eine Schule in Bern geschickt. Er beherrscht die deutsche Sprache.