Umfrageaktion der IHK-Stuttgart einwandfrei?

Unternehmer gegen S21 haben selbst gefragt!

Das BĂŒndnis „Unternehmer gegen Stuttgart 21“ hat die Befragung der IHK zum Thema „Stuttgart 21“ zum Anlass genommen, dieselben Fragen seinerseits den eigenen Mitgliedern und weiteren zufĂ€llig ausgesuchten Unternehmen zu stellen. Über 1.000 Unternehmen wurden befragt, 63% haben geantwortet (632 Teilnehmer).
Mittels einer seriösen und anonymen Online-Umfrage wurde der Fragebogen der IHK nun auch den Widersachern gegen das Milliardenprojekt vorgelegt, denn lediglich sieben Betriebe berichteten, dass sie den „original“ Fragebogen der IHK erhalten hĂ€tten.

Dass fast 99% der hier befragten Unternehmer „gegen Stuttgart 21 sind“, ĂŒberrascht nicht. Dass die befragten Unternehmen kostenbewusst rechnen können, zeigen ihre weiteren Antworten: 98% gehen davon aus, das der Kostenrahmen fĂŒr Stuttgart 21 nicht eingehalten wird, 93% sehen ein schlechtes Kosten-Nutzen-VerhĂ€ltnis, 89% befĂŒrchten technische Probleme beim Bau. Ebenso viele sehen andere wichtige Infrastruk-turprojekte im Land durch S 21 gefĂ€hrdet und immerhin 84% sehen hohe Risiken fĂŒr Natur und Umwelt.
Über 40% befĂŒrchten durch den Bau eine Verlagerung von Wertschöpfung und Umsatz.

Bemerkenswert ist, dass 96% dieser Unternehmen das Ansehen der Politik durch eine Verhinderung von S21 nicht gemindert sehen, sondern im ĂŒberwiegenden Teil sogar als Neustart der Demokratie verstehen.

Die UgS21 waren intern aber auch sehr stark daran interessiert, ob „Erosionserscheinungen“ hinsichtlich der Überzeugung oder des Engagements zu beobachten seien. Dass dies sicherlich nicht der Fall ist zeigen die insgesamt sehr hohe RĂŒcklaufquote von 63%, trotz viele Klagen ĂŒber die sehr einseitige Fragestellung und vor allem auch die RĂŒcklaufgeschwindigkeit. So waren die ersten 350 Fragebögen innerhalb von 24 Stunden beantwortet worden – zusammen mit sehr umfangreichen Textbotschaften zu den einzelnen Fragen.

Tenor: dem Großprojekt fehlt nach wie vor eine glaubwĂŒrdige Darstellung des primĂ€ren Nutzens, nĂ€mlich der eindeutigen Verbesserungen fĂŒr den Schienenverkehr und die Bahnfahrer.

Bei den teilnehmenden Unternehmen handelte es sich zu 81% um kleinere Unternehmen ( So urteilen engagiert Unternehmer aus der Region, die den Macht- und Geldmissbrauch der IHK gleichzeitig anklagen.
Das BĂŒndnis sieht sich in seiner Auffassung bestĂ€rkt, Stuttgart 21 durch eine sinnvolle Infrastrukturlösung unter Erhaltung des Kopfbahnhofs zu ersetzen.

Die Ergebnisse in Stichworten:
– Die Umfrage war absolut anonym, es wurde zu ehrlicher (!!!) Meinungsabgabe explizit aufgerufen.
– Die Umfrage hatte aus Sicht der UgS21 stark einseitige, eindimensionale und unwissenschaftliche Fragestellungen, die statistisch einwandfreie Auswahl der befragten Unternehmen wird angezweifelt.
– Die UgS21 waren selbst sehr daran interessiert herauszufinden, ob es eine Erosion in der Zustimmung zu unseren Positionen unter den Mitgliedern gibt. Das ist durch das Ergebnis eindrucksvoll wiederlegt worden.
– Die RĂŒcklaufquote von mittlerweile ĂŒber 63% (trotz Urlaubszeit, kein Anreizsystem, voller AnonymitĂ€t und beschĂ€mender Fragen) deutet darauf hin, dass es bei den UgS21 keine Erosion im Engagement gibt.