Friedlich Widerstand leisten: leicht gesagt, leicht gemacht!
ParkschĂĽtzer zu zivilem Widerstand gegen Programm „Stuttgart 21“ (S21)
Mit dem Aktionskonsens der ParkschĂĽtzer ist eigentlich alles gesagt: Gewaltfrei und verhältnismäßig handeln, unser GegenĂĽber respektieren, die Polizei ist nicht unser Gegner …
Das ist vielleicht für viele gar nicht so einfach angesichts der Empörung und des Zorns gegenüber einer Bundeskanzlerin Merkel, einem Ramsauer, Grube oder Rivoir, die aus purem Machtkalkül, oder aus Feigheit, dieses unsägliche Projekt immer weiter treiben – gegen jede Moral und Vernunft – auf unser aller Kosten. Da ist besonnenes Handeln eine echte Herausforderung, denn wir sind schließlich weder Helden noch Heilige.
Deshalb hier zwei praktische Tipps, quasi als Hilfestellung: Das Erste, Wichtigste und Sicherste ist immer, sich hinzusetzen. Egal in welcher Stimmungslage – stets gilt: wer sitzt, tut nichts, was es später zu bereuen gilt und was später gegen ihn/sie oder gegen uns alle verwendet werden könnte. Solange wir sitzen, ist für alle unübersehbar klar: Wir widersetzen uns – und zwar friedlich!
Bestimmt gehen viele der, zum Teil sehr jungen, Polizisten mit groĂźen Sorgen und Ă„ngsten in einen Einsatz in Stuttgart. Sie kommen von weit her und wissen nicht so recht, was sie erwartet. Sie hören das Gerede vom ‚teilmilitanten‘ und ‚radikalen‘ Widerstand; sie fĂĽrchten Schlimmstes, fĂĽrchten einen wĂĽtenden Mob, der ĂĽber sie herfällt.
Nur wenn wir sitzen, ist fĂĽr diese, vielleicht verunsicherten, Polizisten klar: Vor diesen Menschen brauchen wir keine Angst zu haben. Das reduziert den Stress fĂĽr alle Beteiligten und kann viele, unbesonnene Handlungen verhindern.
Und schließlich bieten wir sitzend keinerlei Deckung für Störenfriede oder Provokateure, die unseren friedlichen Protest für ihre ganz eigenen Zwecke missbrauchen wollen.
Der 20.6. hat gezeigt, dass es Menschen gibt, die unserem Protest schaden wollen, indem sie zu Unfrieden, Sabotage oder Ausschreitungen anstacheln oder selbst handgreiflich werden. Der Bahn kommen solche ‚Eskalationen‘ gelegen, denn dann kann sie laut schreiend den ‚militanten‘ Widerstand beschimpfen und so von ihrem eigenen Unrecht, dem gescheiterten Stresstest und ihrer rabiaten Haltung gegenĂĽber GeiĂźlers Kompromissvorschlag ablenken.
Deshalb: Hinsitzen. Das ist für uns alle das Sicherste. Sitzend können wir solch hinterhältiges Treiben wirksam verhindern.
Für all diejenigen, die sich nicht auf den Boden setzen möchten, gibt es praktische, gut transportable Hocker oder Stühle aller Art. Wer noch nicht das passende Sitzmöbel für den Sommer im Park hat, wird beim Camping-Ausrüster (oder sogar beim Nachbarn) fündig.
Der zweite Tipp: Vielleicht nicht ganz so einfach, aber zur Entspannung brenzliger Situationen durchaus angetan: Singen! Und zwar im Sitzen, denn wir mĂĽssen schlieĂźlich keine musikalische Meisterleistung abliefern ;-)
Gemeinsames Singen eint, beruhigt und wirkt nicht so aggressiv wie das Skandieren von Parolen. Beispielsweise diesen Kanon (Melodie von „Heho, spann den Wagen an“):
Wehrt euch, leistet Widerstand,
Gegen das Milliardengrab im Land!
schlieĂźt euch fest zusammen,
schlieĂźt euch fest zusammen…
Quelle: Bei Abriss Aufstand
