Protest nach Freispruch von Posada Carriles
Kuba und Venezuela kritisieren Urteil nach Prozess im US-amerikanischen El Paso. 83-jÀhriger Ex-CIA-Mann soll wegen Terror vor Gericht
El Paso, Texas. Nach dem Freispruch des langjĂ€hrigen CIA-Agenten und mutmaĂlichen Terroristen Luis Posada Carriles haben Kuba und Venezuela schwere VorwĂŒrfe gegen Justiz und Regierung der Vereinigten Staaten erhoben.
Der 83-jĂ€hrige gebĂŒrtige Kubaner war am Freitag von einem Gericht in El Paso im US-Bundesstaat Texas nach einem 13-wöchigen Verfahren von allen Anklagepunkten freigesprochen worden. Allerdings war Posada Carriles lediglich wegen VerstöĂen gegen das Einwanderungsrecht der USA angeklagt. Kuba und Venezuela legen ihm zahlreiche terroristische Akte zu Last.
In einem KommuniquĂ© bezeichnete das kubanische AuĂenministerium den Prozess in Texas als „Farce, Beleidigung und Schande“. Seit der ehemalige CIA-Mann und entschiedene Gegner der sozialistischen Regierungen in Havanna und Caracas 2005 ĂŒber den Bundesstaat Florida in die USA eingereist ist, „befand er sich, wie stets zuvor, unter Obhut und Schutz der Regierung der Vereinigten Staaten“, heiĂt es in der offiziellen Verlautbarung.
Zugleich forderte Kuba die USA auf, die „DoppelzĂŒngigkeit“ im Kampf gegen den Terrorismus aufzugeben. Dazu gehöre auch, fĂŒnf Kubaner freizulassen, die wegen der Ăberwachung gewaltbereiter Gruppen des kubanischen Exils seit 1998 in den USA in Haft sind.
Venezuela stellte nach Auskunft des AuĂenministeriums in Caracas nach Ende des Prozesses in El Paso erneut ein Auslieferungsgesuch an die US-Behörden. Man wolle Posada Carriles habhaft werden, um ihm in Venezuela wegen des Bombenanschlags auf ein kubanisches Passagierflugzeug 1976 den Prozess zu machen. Damals kamen alle 73 Insassen ums Leben.
SpÀter war Posada Carriles offenbar mit Hilfe von Geheimdiensten aus der Haft in Venezuela geflohen, um sich einem Strafverfahren zu entziehen.
Quelle: http://amerika21.de/nachrichten/2011/04/28085/posada-reispruch-protest
