Honduras: 25 Morde für Palmöl mit Weltbank-Kredit

An der Protestaktion haben sich seit dem 01.04.2011 13669 Menschen beteiligt

Mit einer 200 Mann starken Privatarmee, darunter Paramilitärs aus Kolumbien, lässt der Palmölkonzern Dinant des Agrarunternehmers Miguel Facussé die Menschen im Aguan-Tal im Norden von Honduras terrorisieren und umbringen, berichtet das Entwicklungsjournal Welt Sichten.

„Sie erschießen Bauern wie Tiere“, erklärt Lidia Ramos aus der Siedlung La Concepción gegenüber einer Abordnung von Menschenrechtlern und Medienvertretern aus Deutschland. Mittlerweile 23 Morde an Bauern sowie der Mord an einem Journalisten und seiner Frau werden Facussé und seiner Corporación Dinant angelastet.

Dinant soll sich mit Tricks und der Komplizenschaft der Regierung das Land von 700 Bauernfamilien angeeignet haben – insgesamt 11.000 Hektar. Die Bauern haben Teile der Palmölplantagen besetzt. Der Konzern versucht den Landkonflikt mit Gewalt zu lösen und schreckt auch nicht vor Mord zurück.

Im Januar 2009 genehmigte die International Finance Corporation (IFC), der für die Privatwirtschaft zuständige Teil der Weltbank, der Corporación Dinant einen 30-Millionen-US-Dollar-Kredit (Nummer 27.250). Ziel der Finanzierung ist es, „die Produktionskapazitäten zu erweitern“ und „neue Ölpalmplantagen zu entwickeln“.

In Deutschland hat Dinant weitere 20 Millionen US-Dollar beantragt. Die bundeseigene DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH, die zur staatlichen KfW- Bankengruppe gehört, prüft aktuell das Gesuch, wie die Kölner Gesellschaft Rettet den Regenwald gegenüber schriftlich bestätigte. Aufgrund des Bankgeheimnisses will die DEG aber keine Angaben zur Prüfung und zum Status der Finanzierung machen.

Rettet den Regenwald fordert Weltbank und DEG auf, keine Kredite und Entwicklungsgelder an die Palmölindustrie zu geben. Die riesigen Monokulturen sind weder umweltfreundlich noch kommen sie den Menschen zugute. Die Palmölproduktion für den Weltmarkt und Agrardiesel (sogenannter Biodiesel) ist tödlich für Mensch, Umwelt und Klima.

Bitte schreiben Sie an Weltbank und DEG. Keine Weltbank-Kredite für Palmöl und Dinant. Die DEG soll den Projektantrag unverzüglich ablehnen.

Weitere Hintergrundinformationen finden Sie hier.

Weltbank-Gruppe
Frau Ingrid Hoven, Exekutivdirektorin für Deutschland
1818 H Street, NW, Washington, D.C. 20433, USA
Tel.: 001-202-458-1183; Fax: 001-202-477-7849
ihoven@worldbank.org

DEG
Herr Hubertus Graf von Plettenberg, Leiter Sekretariat Geschäftsführung
Postfach 10 09 61, 50449 Köln
Tel.: 0221-4986-1141; Fax: 0221-4986-1292
hubertusgrafvon.plettenberg@deginvest.de

Sehr geehrte Frau Hoven, sehr geehrter Herr Graf von Plettenberg,

mit großer Sorge habe ich von dem Landkonflikt und den Morden im Aguan-Tal in Honduras an Bauern und einem Journalistenpaar erfahren.

Nach einem Bericht, den Menschenrechtler während eines Treffens mit der Interamerikanischen Menschenrechtskommission Ende März in Washington übergeben haben, werden dem Palmölkonzern Corporación Dinant und dessen Firmenchef Facussé mindestens 25 Morde angelastet.

Die Morde stehen demnach im Zusammenhang mit den Erweiterungen der Palmölplantagen des Dinant-Konzerns. Dinant soll sich 11.000 Hektar Land angeeignet haben, das 700 Bauernfamilien zusteht. Die Bauern haben das Land friedlich besetzt. Dinant reagiert darauf mit Verfolgung, Gewalt und Mord.

Die Weltbank/IFC hat dem Dinant-Konzern 2009 einen 30-Millionen-US-Dollar-Kredit bewilligt (siehe http://www.ifc.org/ifcext/spiwebsite1.nsf/0/2F9B9D3AFCF1F894852576BA000E2CD0?OpenDocument). Ziel des Kredits ist es, „die Produktionskapazitäten zu erweitern“ und „neue Ölpalmplantagen zu entwickeln“. Die Weltbank macht sich damit mitschuldig an dem blutigen Landkonflikt im Aguan-Tal.

Völlig unverständlich finde ich in diesem Zusammenhang, dass derzeit auch noch die bundeseigene Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH einen 20-Millionen-US-Dollar-Kredit an Dinant prüft.

Palmöl-Konzerne wie die Dinant-Gruppe in Honduras vernichten die Lebensgrundlagen der Menschen, zerstören Regenwälder und Natur sowie bedrohen das Weltklima. Die Finanzierung der Palmölindustrie ist mit den Entwicklungszielen von Weltbank und DEG nicht vereinbar.

Bitte setzen Sie sich bei Weltbankpräsident Zoellick und den DEG-Geschäftsführern dafür ein, dass keine Gelder an die Palmölindustrie und Dinant vergeben werden.

Unterstützen Sie stattdessen aktiv die Untersuchung und Aufklärung der Morde und des Landraubes im Aguan-Tal sowie setzen Sie sich für die friedliche Lösung der Landkonflikte und die Entschädigung der Bauern ein.

Mit freundlichen Grüßen

Quelle: http://www.regenwald.org/mailalert/691/honduras-25-morde-fur-palmol-mit-weltbank-kredit

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