Freunde kaufen schafft mehr Feinde
In der vergangenen Woche sagte AuĂenministerin Hillary Clinton vor dem AuĂenpolitischen Ausschuss aus, und ich hatte Gelegenheit, einige meiner Bedenken hinsichtlich der AuĂenpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika und der Kosten unseres Interventionismus in der ganzen Welt zu Ă€uĂern.
Viele Beobachter behaupten, dass der kĂŒrzlich erfolgte Sturz von Regierungen im nördlichen Afrika und im Mittleren Osten zu mehr Freiheit fĂŒr die Menschen in diesen Regionen fĂŒhren wird. Ich hoffe aufrichtig, dass das der Fall sein wird, doch die Geschichte ist ĂŒbervoll mit Revolutionen, die als Aufschrei fĂŒr Freiheit von unterdrĂŒckerischen Regimes begannen, aber böse endeten. Es gibt keine Garantien, dass die Ăgypter, Tunesier oder andere besser dastehen werden nach diesen verkĂŒndeten Regimewechseln.
Wir wissen allerdings, dass diese Konflikte in Afrika und im Mittleren Osten verschlimmert werden können, wenn die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika versucht, einzugreifen und bestimmte Kandidaten oder Parteien zu unterstĂŒtzen. Eine derartige Intervention wĂŒrde den Interessen der Vereinigten Staaten von Amerika nicht dienlich sein oder uns neue Freunde gewinnen, sondern in der Tat die LegitimitĂ€t jeder Regierung untergraben, die nach dem Ende der alten Regimes aufkommen wird. Gerade so, wie auch wir uns an jeder politischen Kraft stoĂen wĂŒrden, die hier mit der UnterstĂŒtzung einer fremden Regierung an die Macht kĂ€me und diese zurĂŒckweisen wĂŒrden, werden auch die Ăgypter, Tunesier, Libyer und andere nichts ĂŒbrig haben fĂŒr das, was sie als Auswechseln einer Marionette der Vereinigten Staaten von Amerika gegen eine andere Marionette der Vereinigten Staaten von Amerika betrachten. Es ist ironisch, aber die ewige Förderung von âDemokratieâ durch die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika in Ăbersee verzerrt und untergrĂ€bt tatsĂ€chlich die Demokratie in den angepeilten Regionen. Die Einmischung einer fremden Macht unterminiert oft wirkliche Selbstbestimmung.
Radikale, die das verstehen, können den steigenden Unmut und Antiamerikanismus als Hebel benutzen, um Macht zu gewinnen, und dadurch das erklÀrte Ziel der Einmischung der Vereinigten Staaten von Amerika zunichte machen. Ich habe niemals verstanden, wie die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika die Subventionierung einer Zeitung oder einer politischen Partei im Ausland im Namen der Förderung von UnabhÀngigkeit und Meinungsvielfalt rechtfertigt. Das macht keinen Sinn.
Leider habe ich den Eindruck, dass die Regierung nichts aus den jĂŒngsten Ereignissen in der Mittelmeer-Region gelernt hat. AuĂenministerin Clinton betonte einige Male vor dem Ausschuss, dass âalle Optionen auf dem Tisch sindâ hinsichtlich einer Antwort der Vereinigten Staaten von Amerika auf die inneren zivilen Unruhen in Libyen. Seit wann sind wir verpflichtet, politischen Druck oder sogar militĂ€rische Gewalt einzusetzen, um jedes Problem in Ăbersee zu lösen? In Washington schwirren zur Zeit die GerĂŒchte um eine âFlugverbotszoneâ und sogar eine Bodeninvasion Libyens, um die Rebellengruppen zu unterstĂŒtzen, die versuchen, das Gaddafi-Regime zu stĂŒrzen. Einige MilitĂ€rfĂŒhrer, darunter Verteidigungsminister Robert Gates haben zu Recht die enthusiastischeren Interventionisten gewarnt, dass die Kosten derartiger militĂ€rischer Operationen enorm hoch sein können, sowohl in finanzieller Hinsicht als auch in Menschenleben.
Die Kosten des Versuchs, die Welt zu beherrschen, sind auf Dauer untragbar, und wir haben einfach nicht das Geld. Moralisch ist es fĂŒr die Vereinigten Staaten von Amerika nicht zu entschuldigen, in Konflikten in Ăbersee Partei zu ergreifen, ganz egal wie abscheulich die eine oder andere Seite ist. Finanziell ist das nicht mehr lĂ€nger möglich. Der Voranschlag fĂŒr das Budget 2012 fĂŒr âInternationale Angelegenheiten,â was der Deckname fĂŒr âAuslandshilfeâ ist, ist zweieinhalb Mal höher als der entsprechende Budgetposten vor neun Jahren! WĂ€hrend unsere Wirtschaft zuhause schrumpft, steigen unsere Verpflichtungen im Ausland. WĂ€hrend unsere Infrastruktur im eigenen Land zerbröckelt, geben wir weiterhin Milliarden aus fĂŒr den Aufbau von Infrastruktur in Gebieten wie Afghanistan und Irak. Wenn es nach den Interventionisten geht, werden wir zweifelsohne bald fĂŒr den Wiederaufbau der Infrastruktur bezahlen, die wir durch einen militĂ€rischen Einsatz in Libyen zerstören. Man muss kein Genie sein um zu sehen, dass wir auf dem Weg in die Pleite sind, aber Washington verharrt in VerdrĂ€ngung und macht weiter wie gehabt. Ich fĂŒrchte, wenn wir so weitermachen, werden wir bald ĂŒberhaupt aus dem GeschĂ€ft sein.
Ron Paul, Abgeordneter zum ReprÀsentantenhaus
erschienen am 8. MĂ€rz 2011 auf > www.antiwar.com > Artikel
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