Arabische Liga warnt vor atomarer Bedrohung aus Israel

Eine Annäherung an die mutmassliche Atomwaffenentwicklungsmacht Iran und einen drüber für das durchgeknallte Regime Jerusalems. Der Mittlere Osten macht wieder einen etwas mehr Spass als sonst, also etwas. Auch der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan hielt gut mit.

Auf dem 22.Gipfel der Arabischen Liga in der libyschen Stadt Sirte, bei dem 13 von 22 Mitgliedsstaaten teilnahmen, ging es heute hoch her. Es hatte etwas von einem Haufen betuchter Dornröschen mit Bart, denen sich nach 40 langen Jahren im Staubschlösschen irgendeine Wüstenprinzessin erbarmt hatte (könnte mir eigentlich auch mal passieren). Nun, in Jerusalem wurde man derweil wohl eher vom Elch geknutscht. Wenigstens etwas Europäisches. Harharhar.

"Der israelische Innenminister sagt, Jerusalem ist die Hauptstadt, aber das ist wahnsinnig. Wir sind nicht verpflichtet, dass zu akzeptieren. Der Bau in Ost-Jerusalem ist inakzeptabel und nicht zu rechtfertigen", (1)

so Erdogan (wie immer einmal in Fahrt, nicht zu stoppen) als Gastredner auf der Tagung der Arabischen Liga. Die Arabischen Staaten würden niemals

"Israels Aggression in Jerusalem und in den Heiligen Stätten akzeptieren - unter gar keinen Umständen."

Des Weiteren führte der Ministerpräsident der Türkei aus, das Israel nicht nur gegen internationale Gesetze verstoße,

" sondern auch das Gesetz der Emotionen und des Bewusstseins. Die Spannungn in Jerusalem anzuheizen heisst, die Spannungen in Palästina anzuheizen und im gesamten Mittleren Osten."

Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Moussa, warnte vor einer "israelischen nuklearen Bedrohung" und verlautbarte:

"Wir müssen einen Dialog mit dem Iran eröffnen. Ich weiss, es gibt unter Arabern eine Besorgnis hinsichtlich Iran, aber die Situation bestätigt die Notwendigkeit eines Dialogs mit dem Iran."

Moussa schlug vor, einen "Block des Mittleren Ostens" zu schaffen, mit der Türkei - aber ohne Israel.

"Israel hat keinen Platz unter uns, solange es sich als über dem Gesetz stehend ansieht",

so Moussa unter starkem Applaus. Der "Friedensprozess" zwischen Palästinensern und der Besatzungsmacht Israel stehe kurz vor dem endgültigen Aus.

"Wir müssen die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass der Friedensprozess ein kompletter Fehlschlag wird. Es ist an der Zeit, sich Israel zu stellen. Wir müssen alternative Pläne haben, denn die Situation ist an einem Wendepunkt angekommen. Der Friedensprozess hat eine neue Stufe erreicht, vielleicht die letzte Stufe. Wir haben die Bemühungen der Mediatoren akzeptiert. Wir haben einen Friedensprozess mit offenem Ende akzeptiert, aber das endete in einem Zeitverlust und wir haben nichts erreicht und seit 20 Jahren Israel erlaubt, seine Praktiken weiterzuführen."

Auch der schlechteste UNO-Generalsekretär seit Einrichtung der Vereinten Nationen nach dem 2.Weltkrieg fand ausnahmsweise einen anhörbaren Satz. Ban Ki Moon zur Presse (2):

"Lassen Sie uns das klarstellen: alle Siedlungs-Aktivitäten irgendwo in besetztem Gebiet ist illegal und muss sofort eingestellt werden."

Man könnte nun versucht sein, der grossen deutschen Kanzleramts-Meisterin im Armrudern all dies weiter zu erzählen. Aber wer bitte müsste Angela Merkel küssen, damit sich da was tut?

Quellen:
(1) http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3868795,00.html
(2) http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2010/03/20/AR2010032002714.html

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