In Thailand verhaftete Flugbesatzung ohne Prozess abgeschoben – 35 Tonnen Waffen bleiben im Land

Anklage der Flugbesatzung, die 35 Tonnen Waffen an Bord hatte, löste sich auf geheimnisvolle Weise in Thailand in Luft auf - Beendigung eines lautstarken Spektakels, dass geeignet war um Iran und Nordkorea zu diskreditieren und mit Sanktionsandrohungen zu belegen.

Im Dezember 2009 wurde unter ausserordentlich merkwürdigen Umständen ein Frachtflugzeug vom Typ Il-76 beim Landeanflug in Bangkok von der Polizei sofort umgeleitet auf den in der Nähe liegenden Militärflughafen Don Mueang - weil man durch US-Geheimdienste wusste, dass sich Waffen an Bord befinden würden.

Angeblich wäre das Flugzeug in Nordkorea gestartet - was die Regierung in Pjöngjang nie bestätigt hatte. Die USA vermuteten, dass der Flug nach dem Zwischenstopp zwecks Auftanken in den Nahen Osten fliegen sollte und es wurde als Zielort der Iran verdächtigt.

Das in Georgien registrierte Flugzeug hatte 35 Tonnen Waffen an Bord, darunter Sprengstoff, Panzerfäuste und Boden-Luft-Raketen. Die Waffenladung wurde beschlagnahmt und in eine thailändische Militärbase gebracht.

Die fünf Besatzungsmitglieder hatten stets angegeben, dass sie dachten, sie würden Baumaschinenausrüstungen transportieren. Die beiden Piloten, Ilyas Issakov und Vitaliy Shunkov, sind aus Kasachstan. Bei den drei weiteren Besatzungsmitgliedern sind Viktor Abdulavey und Alexandr Zrybnev ebenfalls aus Kasachstan und Michail Petukou kommt aus Weissrussland.

Am Freitag, den 12.Februar wurden die Männer unter einem Sicherheitsaufgebot von fünfzig Mann zum Suvarnabhumi Flughafen geleitet und mit einem Flugzeug der Air Astana nach Kasachstan abgeschoben, teilte eine Quelle des Präsidiums der Einwanderungsbehörde nach Angaben der Bangkok Post mit.

Die Generalstaatsanwalt hat keine Anklagepunkte gesehen, die Männer weiterhin festzuhalten und vor ein Gericht zu stellen, da es kein Vorhaben gab, die Waffen gegen Thailand einzusetzen. Die beiden Heimatländer hätten darum gebeten, die Zuständigkeit für die Besatzungsmitglieder übernehmen zu dürfen. Der thailändische Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva sagte, dass ihm die Entscheidung der Staatsanwaltschaft bekannt gewesen war.

Die Waffen behält Thailand, was ja einem Diebstahl gleichkommen dürfte, wenn die Besatzung ohne Anklage freigelassen wurde. Ein klug eingefädeltes anonymes Waffengeschäft sozusagen, das Geberland bleibt vor der Öffentlichkeit unbekannt. Angeblich würde man sich nach den Leitlinien der Vereinten Nationen richten, nach denen man verfahren würde.

Es wurde nie mitgeteilt, in welches Land der Pilot die Maschine fliegen sollte. Weder wurde benannt, wohin die Reise wirklich gehen sollte noch gab es eine Bestätigung, dass der Iran der Zielort war - und dass, obwohl die Besatzung fast zwei Monate in dem Militärlager Nakhon Sawan zum Verhör festgehalten wurde.

Obwohl nie ein Beweis erbracht werden konnte, wer Absender und Empfänger waren, wurden kräftige Ansagen auf Verdacht zu einem sehr passendem Zeitpunkt gegen zwei Länder durch die US-Regierung erhoben. Der US-Geheimdienst hatte wohl nur im Luftraum die Ladung erkennen können...

Genauso gut hätte China Protest erheben und behaupten können, Südkorea hätte diese Waffen illegal nach Taiwan bringen wollen.

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Die Entfernung von Nordkorea nach Bangkok beträgt in direkter Luftlinie ca. 4500 km. Von welchem Flughafen in Nordkorea die Maschine konkret startete, wurde nicht mitgeteilt. Der Militärtransporter war mit Nutzlast voll beladen.

Weshalb die Besatzung der Maschine diese grosse Distanz ohne einen vor dem Abflug festgelegten regulären Zwischenstopp einplante, um aufzutanken und statt dessen fliegt und fliegt, um dann, wenn der Treibstoff zu Ende ist, eine Notlandung auf dem nächsten Flughafen zu beantragen, ist ihr Geheimnis.

Und dann ausgerechnet auf dem internationalen Flughafen Don Mueang der thailändische Hauptstadt ihren Zwischenstopp erbittet, da dieser mit der militärischen Don Muang Royal Thai Air Force Base verbunden ist, der auch von der United States Air Force verwendet wurde.

Quelle: http://www.bangkokpost.com/news/local/32817/5-crewmen-deported-to-kazakhstan

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