Presse torpediert Verhandlungen zum BKA-Gesetz um Bürgerrechte zu verhindern

Es ist schon sehr interessant zuzuschauen, wie die Presselandschaft unisono auf Tagesereignisse reagiert.

Die FDP verhandelt heute weiter mit der CDU über Fragen zu Online-Durchsuchungen, Internetsperren gegen Kinderpornografie und Vorratsdatenspeicherung.

Um die FDP zu stärken und nicht wankelmütig zu werden, wird sie mit verschiedenen Aufrufen und Aktionen vor Ort von Bürgerrechtlern unterstützt.

Da es hier um unnachgiebige Positionen von Seiten der Verhandlungspartner geht, wurde der berühmte Knopfdruck mit der Handschrift des Innenministeriums ausgelöst.

Die neuesten Meldungen, die heute und gestern ihr Stakkato eröffneten, sollen uns sagen, wir sollen uns doch nicht so haben.
Das BKA-Gesetz ist doch nichts Schlimmes, seht doch nur, kein einziger Antrag auf Untersuchungen wurde bisher gestellt.

Die FDP soll nun endlich mit ihrem Widerstand aufhören und nachgeben, wo doch nichts Aufregendes dabei ist.

Nun könnte man aber auch sagen, die Presseaktion ist im Gegenteil an die CDU adressiert.

Das ist vollkommen auszuschliessen, da die Mainstreammedien sich in all den vergangenen Jahren noch nie bis auf ganz vereinzelte Ausnahmen für die Bürgerrechte stark gemacht haben und auch in allen anderen Bereichen der Politik und Wirtschaft nur der Regierung nach dem Maul geredet hat.

Die Bloggerwelt und die Aktivisten im Internet waren es, die sich unaufhörlich dafür eingesetzt haben.

Der Überwachungsstaat ist schon so weit in das Bewusstsein der Bevölkerung vorgedrungen und trägt seine Früchte, indem es doch tatsächlich Leute gibt, die sich vor Angst in die Hose machen, einen Kommentar auf eine investigative Seite zu schreiben.

Gerade bei den Themen Zensur, Überwachung sollte die gesamte Presse an vorderster Front für den Erhalt der Medienfreiheit stehen. Anstatt hierzu aber nur zu schweigen, bekämpft sie diese, da die Redaktionsleitungen scheinbar von gehorsamen Dienern der Regierungsclique übernommen wurden.

Das Innenministerium setzt alle Mittel ein, um seine gesetzten Ziele durchzudrücken.

"In Zeiten der terroristischen Bedrohung halten wir die Onlinedurchsuchung dennoch für ein unverzichtbares polizeiliches Instrument"

gibt die Bild dem BKA eine Plattform und ist bei weitem nicht die Einzige.

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