AKW Krümmel: Greenpeace fordert, Vattenfall die Betriebsgenehmigung zu entziehen

AKW Kruemmel: Von Boetticher muss durchgreifen
Greenpeace fordert, Vattenfall die Betriebsgenehmigung zu entziehen

Hamburg, 23. 7. 2009 - In einem Offenen Brief fordert Greenpeace den
Minister und neuen Chef der Atomaufsicht in Schleswig-Holstein, Christian
von Boetticher (CDU), auf, Vattenfall die Betriebsgenehmigung fuer den
Pannenreaktor Kruemmel zu entziehen. Laut der Tagesordnung des Kieler
Landtags will die CDU heute nach der Abstimmung ueber die Vertrauensfrage
eine Regierungserklaerung zur Wiederinbetriebnahme von Kruemmel abgeben.
Von Boettichers Vorgaengerin, Gitta Trauernicht (SPD), wollte Vattenfall
kurz vor ihrer Entlassung die Betriebsgenehmigung fuer Kruemmel entziehen.

"Von Boetticher muss heute eine Ende des Betriebs von Kruemmel
ankuendigen. Alles andere wuerde einen Fehlstart fuer die neue
CDU-Landesregierung bedeuten", sagt Heinz Smital, Atomexperte von
Greenpeace. "Es waere unverantwortlich, eine so ernste Sache wie den
Betrieb eines maroden Atomkraftwerks zum Spielball wahltaktischer
Interessen zu machen. Trauernichts Vorhaben, Kruemmel fuer immer zu
stoppen, basiert auf einem atomrechtlichen fundierten Gutachen und muss
umgesetzt werden."

Nach Informationen der Frankfurter Rundschau hatte die bisher fuer die
Aufsicht ueber Kruemmel zustaendige Landesministerin Gitta Trauernicht
(SPD) in den vergangenen Tagen eine "Erklaerung zu Kruemmel" vorbereitet,
in der sie "ankuendigen wollte, den Meiler nie wieder ans Netz zu lassen".
Ministerpraesident Peter Harry Carstensen hat durch die Entlassung
Trauernichts am 21. Juli die Abgabe dieser Erklaerung verhindert.

Die ehemalige Landesministerin Trauernicht hat nach der juengsten
Pannenserie im AKW Kruemmel bereits zum zweiten Mal bei einem Kieler
Verwaltungsrichter Wolfgang Ewer ein Gutachten in Auftrag gegeben, um die
Zuverlaessigkeit Vattenfalls als Betreiber von Atomkraftwerken
ueberpruefen zu lassen. Das Gutachten Trauernichts basiert auf dem
deutschen Atomgesetz. Demnach zaehlt die Zuverlaessigkeit des Betreibers
zu den wichtigsten Genehmigungsvoraussetzungen fuer den Betrieb eines
Atomkraftwerks. Ist die Zuverlaessigkeit nicht mehr gegeben, kann die
Betriebsgenehmigung wegen Wegfalls der Genehmigungsvoraussetzung
widerrufen werden. "Greenpeace fordert die Landesregierung auf, das
Gutachten ueber die Zuverlaessigkeit Vattenfalls als Betreiber von
Kruemmel offenzulegen", so Smital.

Am 19. Juni 2009 war es nach dem Wiederanfahren des AKW Kruemmel zu drei
Stoerfaellen gekommen. Bei der dritten Panne fiel ein
Maschinentranformator durch einen Kurzschluss aus. Die
Reaktorschnellabschaltung wurde ausgeloest. Nach einem Brand eines
Transformators im Sommer 2007, ebenfalls ausgeloest durch einen
Kurzschluss, wurde das AKW zwei Jahre lang ueberprueft und repariert.

Quelle: Greenpeace