"Press TV"-Gebäude durch Israels Militär beschossen

Das israelische Militär hat das Gebäude des Fernsehsenders "Press TV" in Gaza mit einer Rakete beschossen. Der Sender berichtet als einziger beständig seit Beginn des Gazakrieges durch Israel am 27.Dezember live vom Geschehen.

Laut dem "Press TV"-Journalisten Hamoudi Gharib, welcher in einem Telefoninterview die Lage nach dem Angriff schilderte, hielten sich in dem Gebäude ausschliesslich Journalisten auf, selbst deren Familien befinden sich nicht in dem Gebäude. Die Koordinaten des Gebäudes seien dem israelischen Militär bekannt.

2 Journalisten wurden den Berichten zufolge verwundet.

Der Zweck dieses Angriffs, so der Press-TV-Korrespondent, sei die Berichterstattung aus dem Gazastreifen zu unterbinden und nach der Vertreibung der UNO und des Rotes Kreuzes durch die Ermordung derer Mitarbeiter nun die letzten Zeugen des Massakers in Gaza endlich loszuwerden. Gharib versicherte:

"Wir werden hier weiter berichten über das was hier passiert"

Gestern hatten John Holmes, UNO-Koordinator für Humanitäre Hilfe, zusammen mit John Ging, dem operativen Leiter des UNO- Palästinenserhilfswerks UNRWA, eine ausschliesslich auf "Press TV" übertragene und in der westlichen Staats- und Konzernpresse nur bruchstückhaft wiedergegebenen bzw komplett verschwiegenen Pressekonferenz abgehalten
Beide, Holmes und Ging, berichteten von einer hemmungslos zynischen und skrupellosen Lügenorgie Israels über begangene Kriegsverbrechen.

UNO-Fahrzeuge, Ambulanzen und Rote Kreuz-Fahrzeuge waren durch Israels Truppen beschossen und mehrere Mitarbeiter der Organisationen ermordet worden.

Heute teilte das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) in Jerusalem mit, dass allein bei dem Angriff vom 4. Januar auf eine UNO-Schule im Stadtteil Seitun von Gaza-Stadt mindestens 30 Menschen getötet worden
Mitarbeitern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) sei aber erst am Mittwoch gestattet worden, während einer dreistündigen Feuerpause die Opfer aus einem von Israel zur militärischen Sperrzone erklärten Gebiet zu bergen.

Nach Augenzeugenberichten habe die israelische Armee die mehr als 100 Palästinenser - die Hälfte davon Kinder - in ein Haus gebracht und sie aufgefordert, dies nicht zu verlassen. 24 Stunden später sei das Haus mehrfach mit Panzergranaten beschossen worden. Verwundete und Tote hätten die ganze Zeit über zusammen unter den Trümmern gelegen, sagte die stellvertretende OCHA-Sprecherin Allegra Pacheco. Nach Augenzeugenberichten wurden mehrere kleine Kinder gefunden, die sich an ihre toten Mütter schmiegten.

Die israelische Armee habe trotz zweier Nachfragen bislang nicht auf die Vorwürfe reagiert.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zeigte sich schockiert, dass Mitarbeiter für so lange Zeit nicht in die militärische Sperrzone gelassen worden seien. Israel habe seine Verpflichtung unter internationalem Recht verletzt, für die Verletzten zu sorgen sorgen.
Die israelische Armee müsse von dem Vorfall gewusst haben, habe aber den Verwundeten nicht geholfen. Außerdem habe die Armee es weder Mitarbeitern des IKRK noch denen der palästinensische Schwesterorganisation möglich gemacht, den Menschen zu helfen.

Klaus Lederer, der Landesvorsitzende der in Berlin mitregierenden "Linken", wird am Sonntag, dem 11.Januar auf einer Demonstration unter dem Motto "Support Israel / Operation Cast Lead / Berlin 2009" eine Rede halten. "Die Linke" in Berlin zählt zu den Unterstützern des Krieges in Gaza.

Weitere Unterstützer sind Frank Henkel (Landesvorsitzender der CDU), Markus Löning (Landesvorsitzender der FDP), Franziska Eichstädt-Bohlig (Fraktionsvorsitzende der Grünen) und Walter Momper (SPD, Abgeordnetenhauspräsident) und eine Gliederung der Linkspartei-Jugend solid: der Bundesarbeitskreis (BAK) Shalom.