WAR IS BREWING…

Das Kapital verlangt von der US-Regierung irgendeinen Angriff zur Stabilisierung des Kapitalismus.

„Wenn Sie den Dow Jones nach oben gehen sehen wollen, lassen Sie uns die Bomber starten und die iranische Bedrohung beseitigen…eine friedliche Lösung hilft weder uns noch der Börse.“
Von wem stammen diese unmiĂźverständlichen Worte? Von Jonathan Hoenig, dem FĂĽhrungsmitglied bei der Capitalistpig Asset Management LLC (kein Schreibfehler), in der Sendung „Your World“ auf FOX News am 5.Juni dieses Jahres.

Doch mittlerweile hat Hoenig nachgelegt. Da der auch von der israelischen Regierung ultimativ geforderte Angriff auf den Iran vor der mittlerweile mistrauisch gewordenen Weltöffentlichkeit nicht mehr durchsetzbar war, suchte der Buchautor von „Greed is Good“ und langjährige Verfechter einer gnadenlosen New Economy sich jetzt ein neues Ziel aus, welches er von der durch den Goldman § Sachs-Chef neu ergänzten US-Regierung bombadiert haben wolle – Nordkorea.
„Wir sollten da präventiv vorgehen…sonst wäre das ein Grund fĂĽr einen massiven Ausverkauf an der Wall Street“, so Hoenig wieder in „Your World“, diesmal am 19.Juni und natĂĽrlich wieder bei FOX.

Der Hintergrund der immer nervöser werdenden Lobbyisten und Einpeitscher eines gnadenlosen Kapitalismus ist der ungebremste wirtschaftliche Aufstieg Chinas sowie des pazifischen Raumes.
Im Jahre 2005 ĂĽberholte allein der 1.4 Milliarden Staat China England und Frankreich mit dem Bruttosozialeinkommen, 2007 wird es Deutschland ĂĽberholen und 2015 aller Voraussicht nach die USA.
Die einzige Möglichkeit das zu stoppen, wäre ein Abschneiden der dort immens wichtigen Rohstoffzufuhren.

Viel gefährlicher für die kapitalistische Weltwirtschaftsordnung insgesamt sind aber das Verschwinden regulärer Arbeitsplätze durch technologischen Fortschritt mit einem unvermeidlichen Anstieg der Produktivitätsraten. Der dadurch eintretende Effekt (von Marx vor über 150 Jahren vorhergesagt und ´relative Verelendung´genannt) ist das stetige Überflüssigwerden eines immer größer werdenden Teils der Bevölkerung ein immer größeres Wohlstandsgefälle zwischen Proletariat und Besitzenden.
Die einzige Möglichkeit um diesen Automatismus zu umgehen, ist Krieg zu führen.
Im Krieg werden Produkte und Infrastruktur vernichtet die wieder aufgebaut werden mĂĽssen, es gibt wieder Nachfrage, die Wirtschaft erlebt einen Boom.
Aufmüpfige gesellschaftliche Tendenzen können unterdrückt, Gegner beseitigt und angestauter Unmut in ein Ventil gelenkt werden. Menschenrechte, weltweite Regeln oder zivilisatorische Errungenschaften stören da nur.

Es gibt mehrere Ereignisse der letzten Zeit, die auf eine Ausweitung des derzeitigen „heimlichen Weltkrieges“ hindeuten:
– das See-, Land-, Luft-, Weltraum und Cyberspace-Manöver „Valiant Shield“ des US-Militärs, welches gerade in Guam stattfindet.
– die Aktivierung der US-Raketenabwehr durch das Pentagon wegen eines drohenden Interkontinentalraketen-Testes durch Nordkorea.
– das nun plötzlich erklärte Finden von Massenvernichtungswaffen in Form von Chemiewaffen im Irak durch das Pentagon, was eine enorme innenpolitische Entlastung fĂĽr die von der kriegsmĂĽden Bevölkerung unter Druck geratene Bush-Adminitration bedeutet.
– der merkwĂĽrdige Tod des Phantoms „Sarkawi“.
– die aktuelle Drohung von „Sawahiri“ in Afghanistan.
– die dortige Einsatzerweiterung, -verlängerung sowie das Aufstocken der deutschen Truppen.
– die GerĂĽchte im Bundestag ĂĽber einen geheimen Treff zwischen Vertretern des deutschen Verteidigungsministeriums und dem Pentagon auf der letzten Nato-Konferenz in BrĂĽssel.

All diese Ereignisse fanden statt, nachdem die deutsche Kanzlerin der US-Regierung einen in den USA hochgelobten Besuch abstattete.
Hatte sich die Bush-Adminstration bei ihrer letzten einfluĂźreichen VerbĂĽndeten ein ‚Okay‘ fĂĽr die kommenden Entwicklungen abgeholt? Denn ohne die logistische, strukturelle, militärische, finanzielle und politische UnterstĂĽtzung Deutschlands wäre eine weltweite KriegfĂĽhrung der USA nicht mehr machbar.
Es bleibt fĂĽr die Ă–ffentlichkeit nicht abzuwarten, wie die Dinge sich entwickeln. Denn das DĂĽmmste wäre in der Tat wieder einmal nichts zu tun…

Quellen:
http://mediamatters.org/items/200606060009?src=clip200606060009
http://mediamatters.org/items/200606200006
http://www.boston.com/news/nation/articles/2006/06/21/chinese_invitation_a_first_as_us_holds_war_games_off_guam/
http://www.linkezeitung.de/cms/content/view/681/32/
http://www.gmx.net/de/themen/nachrichten/ausland/irak/2485656,cc=000000160300024856561NXePN.html