Pressemitteilung: Partei SAG bezieht Stellung zum Finanzskandal
Autor:Â Citizenking
Berlin, 14.10.2008
Die Partei Soziale Alternative fĂŒr Gerechtigkeit âSAG- bezeichnet die Sozialisierung der Verluste der Banken als einen ungeheuerlichen Skandal und lehnt einen Staatskapitalismus entschieden ab !
33 Jahre nach Willy Brandt findet statt einer Demokratisierung der Wirtschaft eine âFinanzierungâ der Wirtschaft statt und das mit Hilfe eines SPD-Finanzministers. Das Parlament darf weder der Finanzierung der Hypo-Real-Estate – Bank zustimmen, noch einem Rettungsfond fĂŒr Banken, da dieser einen individuellen âFreibriefâ zu weiterem rĂŒcksichtslosen Profitstreben der Banken bedeuten wĂŒrde. Steuergelder sind fĂŒr Steuerzahler gedacht, nicht fĂŒr VersĂ€umnisse und Schulden von Firmen und deren Manager. Ein Untersuchungsausschuss muss klĂ€ren, wie plötzlich ohne Parlamentsbeschluss Merkel und SteinbrĂŒck 30 Milliarden aus einem unbekannten BĂŒrgschaftstopfâ entnehmen können. Dieser Wahnsinn muss aufhören.
Die VorgĂ€nge bei der KFW sind bezeichnend fĂŒr die Verkommenheit des Finanzsystems. Soziale Marktwirtschaft ist nicht wieder zu erkennen. Wenn Banken ĂŒber Jahre auf Kosten der BĂŒrger und des Mittelstandes ungeheuerliche Gewinne erwirtschaften, dann haben sie auch fĂŒr die Verluste geradezustehen. Das ist Marktwirtschaft: Gesunden durch Schrumpfen! Sozial ist, wenn die Steuerzahler nicht fĂŒr die SchlafmĂŒtzigkeit und Inkompetenz der Manager und deren politische Kontrolleure aufzukommen haben, sondern die Verantwortlichen fĂŒr das Desaster. Die Ăberweisung der KFW an die Pleitebank Lehmann in Höhe von 300 Mill. Euro ist ein typisches Beispiel, wie in unserer Bananenrepublik der kleine Mann fĂŒr die Fehler seiner Politiker bĂŒĂen muss. 37 AufsichtsrĂ€te sollen die KFW-Manager kontrollieren.
FederfĂŒhrend ist dabei der MĂŒllermeister und jetzige CSU-Wirtschaftsminister Glos. Sein Stellvertreter ist das SPD-Mitglied SteinbrĂŒck, Finanzminister und Diplom-Volkswirt. Sein SPD-Kollege Tiefensee ist Elektroniker. Und z. Zt. Verkehrsminister, ebenfalls von der SPD sind der Umweltminister Gabriel und die Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul, beide Lehrer von Beruf, SPD-MinisterprĂ€sident Platzeck ist Dipl. Ing fĂŒr Kybernetik und Roland Koch von der CDU, MinisterprĂ€sident auf Abruf in Hessen, Rechtsanwalt. Herr Lafontaine, dieser bekannteste Kritiker des Kapitalismus, Vorsitzender der âLinksparteiâ und Diplomphysiker glĂ€nzte durch Abwesenheit bei der Krisen-Aufsichtsratssitzung und machte Wahlkampf in Bayern. Diesen inkompetenten Politikern im Aufsichtsrat stehen die Gewerkschafter Frank Bsirske (ver.di), gelernter Politikwissenschaftler und Mitglied der âGrĂŒnenâ sowie das SPD-Mitglied Michael Sommer, ebenfalls gelernter Politikwissenschaftler und DGB-Vorsitzender. Soweit prominente Kontrolleure der KFW, die jĂ€mmerlich versagt haben und fĂŒr die Verluste in ca. 6 Milliarden Euro der KFW bzw. der Steuerzahler mitverantwortlich zeichnen. Dass nun auch noch die Steuerzahler fĂŒr die Hypo Real Estate- Bank mit 30 Millionen Euro zu bĂŒrgen haben ist schon eine UnverschĂ€mtheit, die BĂŒrgschaft ĂŒber die Summe eines Betrages der einen ganzen Bundeshaushalt ausmacht, setzt der Bananenrepublik die Krone auf. FDP-Chef Westerwelle und der âGrĂŒneâ Kuhn haben nicht einmal gewusst, dass Merkel und SteinbrĂŒck unbemerkt von den Abgeordneten einen so genannten âBĂŒrgschaftstopfâ haben beschlieĂen lassen. Und das ohne das Parlament hierzu zu fragen. Damit steht fĂŒr uns, die Partei SAG fest, dass die Damen und Herren des Haushaltsausschusses ihr Geld nicht wert sind. Dabei bekommen die bisherigen Finanzmanager der Hypo-Real-Estate trotz ihres schĂ€digenden Verhaltens natĂŒrlich eine fette Pension â als Belohnung.
Das eigentliche GrundĂŒbel dieses globalen Finanzsystems sind die Zinsen. Wie schmerzfrei muss man/frau eigentlich sein davon auszugehen, dass Geld einfach dadurch mehr wird, wenn es irgendwo liegt? Wissen die Menschen ĂŒberhaupt wie unser Geldsystem funktioniert? Sehr aufschlussreich ist hier der Film
âFabian â oder gibâ mir die Welt + 5 %â, den sich jede BĂŒrgerIn mal ansehen sollte. Kinderleicht wird erklĂ€rt, wie unser Geldsystem funktioniert und welche Vorstellungen unsere Finanz-Mogule in der Zukunft umzusetzen gedenken. Nun, wem verdanken wir diese Finanzkrise? Zuallererst den Kapitalisten und den Pensionsfonds in Amerika. Und wer glaubt, dass sich die Ereignisse in Amerika nicht auch auf uns EuropĂ€er auswirken, der ist entgegen allen LĂŒgen des Herrn SteinbrĂŒck (âWir werden den Steuerzahler nicht fĂŒr die Verluste der Banken haftbar machenâŠâ) nun eines Besseren belehrt worden. Die Aussagen von SteinbrĂŒck, âIhre Spareinlagen sind sicherâ erinnern fatal an die SprĂŒche des CDU-Ministers BlĂŒm: âIhre Renten sind sicherâŠâ
âSicherâ sind in diesem System nur zwei Dinge: Der sichere Tod jedes einzelnen Individuums und der genauso sichere Tod unseres Finanz- und Wirtschaftssystems. Jeder BĂŒrgerIn mĂŒsste nach den emsigen RettungsbemĂŒhungen der Politik nun endgĂŒltig klar geworden sein, dass wir alle an einem âseidenen Fadenâ hĂ€ngen. Aufgrund der weitreichenden Verfilzung mit der Wirtschaft werden unsere PolitikerInnen auch zukĂŒnftig mit den Steuergeldern der BĂŒrgerInnen derartige âLöcherâ stopfen, denn es geht in erster Linie um den Erhalt ihrer eigenen PfrĂŒnde und Privilegien.
Es ist auch bezeichnend fĂŒr die staatliche Verpflichtungsauffassung, wenn die Ausgaben im sozialen Bereich an einen Apparat von Gegenleistungen und Drangsalierung geknĂŒpft werden, wĂ€hrend die Auflagen fĂŒr eine staatliche ĂberbrĂŒckungsfinanzierung um die selbstverschuldete Finanzwirtschaftskrise aufzufangen, wie im SteinbrĂŒckâschen 10 Punkte Papier vorgeschlagen, eher lĂ€cherlich sind. Bezeichnend ist fĂŒr die sozialstaatliche Wahrnehmung auch, wenn die Anpassung der Hartz IV RegelsĂ€tze eine monatelange Diskussion nach sich zieht und eine Anti-Medienkampagne bedeutet, wĂ€hrend das staatliche Zuschuss- oder StĂŒtzungsgeschĂ€ft fast im automatischen Gehorsam der Wirtschaft folgt. Entweder werden die staatlichen Kontroll- und PrĂŒfinstanzen fĂŒr die Finanzwirtschaft in die Lage versetzt, dass sie personell wie auch durch ihre gesetzliche Grundlage tatsĂ€chlich diese Aufgaben erfĂŒllen können oder der Staat insbesondere der Steuerzahler wird auch kĂŒnftig fĂŒr die Folgen „dubioser“ FinanzgeschĂ€fte oder Finanzspekulationen egal ob in Deutschland oder dem Ausland haften mĂŒssen. Die SAG lehnt eine Staatshaftung unter diesen Voraussetzungen ab und erkennt in den Handlungen der Bundesregierung zur Wirtschafts- und Finanzpolitik, dass deutliche Ungleichgewicht mit Benachteiligungen in der Sozial- u. Arbeitsmarktpolitik, sowie ein deutliches Signal gegen den Erhalt der sozialen Marktwirtschaft „in seinem bisherigen Bestand“. Insgesamt entsprechen die Ăberlegungen der Regierung erneut einer „gegen das Volk“ gerichteten Politik. Die BĂŒrger erheben ĂŒberwiegend den Willen fĂŒr einen gesetzlichen Mindestlohn, fordern mehr Bildung und einheitliche Grundlagen, staatliche Hilfe soll an keinen Drangsalierungs- und Ăberwachungsapparat angeschlossen sein oder davon abhĂ€ngig. Die Gesundheits- und Krankenversorgung wird von der Mehrheit im Volke als Staatsobliegenheit betrachtet, die keinen Privatinteressen untergeordnet werden soll, aber auch hier bildet die Regierung eine eigene Position ab, indem sie mit der Gesundheitsreform staatliche Leistungen privatisiert. Wem nach den Ereignissen der letzten Wochen noch immer nicht klar geworden ist, dass das kapitalistische System in seiner derzeitigen Form zum Scheitern verurteilt ist, der/die soll ruhig weiter CDU, SPD, GrĂŒne, FDP oder âDie Linkeâ wĂ€hlen â Ă€ndern wird er/sie damit lediglich das Etikett einer unversiegbar scheinenden MogelpackungâŠ
Kann mal jemand erklĂ€ren, wo die 500 Milliarden zur StĂŒtzung der Finanzwelt herkommen? Leiht sich der Staat das Geld bei den Banken, die er damit wieder unterstĂŒtzt?…
Udo König -Bundespressesprecher der Partei SAG-
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