Die Michelle Obama Situation

Offenbar besitzen die US-Republikaner um John McCain ein Video mit brisanten Äusserungen der Frau des demokratischen Präsidentschaftskandidaten

Washington: Die grosse Unterstützung von Medien, Finanziers und dem Partei-Establishment der Demokraten für den designierten afro-amerikanischen Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, Barack Obama, könnte einen einfachen Grund haben. In US-Medien wird von einer brisanten Video-Aufzeichnung mit Äusserungen Michelle Obamas während eines Treffens der Kirche des Predigers Jeremiah Wright im Juni 2004 berichtet. Dieses Video soll sich im Besitz des Wahlkampfteams der US-Republikaner von John McCain befinden und bei Veröffentlichung dieser „bombshell“ angeblich die Chancen des Kandidaten Obama praktisch eliminieren.

Am 2.Mai hatte Larry Johnson, ehemaliger Angehöriger von paramilitärischen Einheiten der CIA und Chef der Beraterfirma BERG Associates, auf der Webseite „No Quarter“ von 5 verschiedenen Quellen berichtet welche ihm gegenüber behaupteten das Video gesehen zu haben. Johnson gab an, dass sich sowohl Michelle Obama als auch der ebenfalls anwesende schwarze Rassist und Gründer der „Nation of Islam“, Louis Farrakhan, abfällig über Weisse („whitey“) geäussert haben sollen.
Wie „911video.de“ berichte, gab es auch Andeutungen im „Wall Street Journal“ und vom „liberalen“ Strategen Bob Beckel im US-Fernsehen.

Die bekannte US-Internetzeitung Hot Air – die sich vorgenommen hat die Massenmedien aus den Massen herauszuoperieren – sah in der Aktion allerdings eher einen Versuch Hillary Clintons ihren Kandidaten in letzter Sekunde zu beschädigen.

Über das Video wurde in der Tat schon vor der letzten demokratischen Vorwahl, am 1.Juni, auf „Fox News“ berichtet. Allerdings ging man auch hier eher von einer Schmierenkampagne gegen die Demokraten insgesamt aus.

Auch mag die gestern Nacht erfolgte Erklärung Clintons ab Samstag Barack Obama zu unterstützen und selbst aus dem Rennen auszusteigen keine zufällige Geste sein.

Wenn das Video tatsächlich existiert – und der erst letzten Sonntag erfolgte Austritt Barack Obamas aus der Kirche Jeremiah Wrights sowie das Temperament Michelle Obamas legen das für Beobachter durchaus nahe – dann wäre es für die neokonservativen Strategen um John McCain das ideale Mittel um während des bereits laufenden Wahlkampfs in letzter Sekunde die Niederlage des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Obama zu erreichen.

Dieser Trumpf im Ärmel wäre auch ein plausibler Grund für den penetranten Versuch die Kandidatur Hillary Clintons mit allen Mitteln so schnell wie möglich zu beeenden. Auch die grosse Unterstützung aus Medien, Establishment und Prominenz für den jungen afro-amerikanischen Kandidaten stünde dann in einem anderen Licht.
Der effektive Weg ein langfristiges Trauma der Liberalen in den USA hervorzurufen wäre zuerst Hoffnung zu schüren und dann zu vernichten.

Die alte Aufgabe der US-Demokraten wäre wieder einmal erfüllt: verlieren, aber mit Schmach und Schmackes. Aus welchem Deppenreservoir des Westens kennt man das nicht?

Warum das Tape nicht wie angekündigt gestern am Tag nach den letzten Vorwahlen der US-Demokraten veröffentlicht wurde, bleibt ominös. „No Quarter“ legte heute noch einmal nach. Johnson versicherte nicht selbst im Besitz des Tapes zu sein und verwies auf die 20-jährige Mitgliedschaft der Obamas in der Kirche Whrights.

Die Aufzeichnungen von dessen Reden, die massenweise auf youtube gestellt worden sind, belasten bereits jetzt den Wahlkampf von Obama.
Im noch kommenden Präsidentschaftswahlkampf, gegen den der Vorwahlkampf eine Gartenparty war, wird diese Belastung gegen eine extrem religiöse Rechte sicher nicht einfacher werden.

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