Clinton verkündet Samstag Unterstützung von Obama

Das Rennen um die US-Präsidentschaft ist entschieden, wenn der Posten des Vize-Präsidenten vergeben ist.

Washington: Die offizielle Darstellung der Gründe, weshalb nun Hillary Clinton ihren Konkurrenten Barack Obama um die US-Präsidentschaft ab Samstag unterstützen wird, liesst sich wie eine Schablone. Man habe sich am Mittwoch Abend mit vielen guten Freunden getroffen, blabla.

BUCKELN VOR DER AIPAC

Nun - inmitten des üblichen Washingtoner Geheuchels buckelte man erstmal zusammen ausführlich vor der berüchtigten Israellobby AIPAC, die mit derselben bräsigen Überheblichkeit wie immer durch ihre Höflinge jede Bemerkung mitschreiben und die Welt hinausposaunen liess.

Während Obama sich mühte zu versichern, er werde alles, alles tun um den Iran an einer Atombombe zu hindern, erklärte Clinton unmittelbar nach seiner Rede was für ein toller Freund Israels doch Obama ist.
Obama versuchte im gleichen unterwürfigen Tonfall auch seine Position gegen den Irakkrieg zu erläutern: der Krieg im Irak lenke von Iran ab und mache so Israel weniger sicher.

Wer dieses Gequatsche als Ritual kennt, der weiss was es bedeutet: nichts.

Die eitle und machtversessene AIPAC verlangt diesen Kniefall von jedem US-Politiker, und zwar mit dem Mittel der immer noch über das Gewohnheitsrecht funktionierenden jüdisch-israelischen-machtpolitischen Verwechslung.

DRAMA, PAUSE, VERSÖHNUNG, GROSSE SHOW, NÄCHSTE RUNDE

Nun, als dieser Pflichttermin in Washington nun überstanden war, trafen sich Obama und Clinton am Mittwoch noch bei einem Sponsorentreffen des "Democratic National Committee" in New York.
Dort dürften die letzten Bedingungen für eine gemeinsame Zusammenarbeit geklärt worden sein.

Nun wird erst einmal in Ruhe abgewartet, die erbitterten Clinton-Anhänger sollen sich zerlaufen, Obama als Herr der Lage präsentiert werden und dann irgendwann rückt man raus mit der sensationellen Neuigkeit dass Obama ohne Clinton keine Chance gegen den Kandidaten der Republikaner John McCain hat.

Das wird man natürlich nie so sagen, da es ja nicht um schwarz, oooooooooh Verzeihung, afro-amerikanisch und weiss geht, sondern man wird sagen blabla.

Alles normal. Alles Politik. Die Inhalte spielen hier keine Rolle. Es geht darum zu gewinnen, alles andere ist völlig egal.

Und selbst das ist schon ein Fortschritt. Seit der Ermordung John F.Kennedys ging es bis heute für die US-Demokraten immer nur darum zu verlieren oder einen Kandidaten ins Weisse Haus zu schicken der einen besseren Republikaner abgab und quasi schon mal den Boden bereitete für die nächsten 8 Jahre der Scheinkonkurrenz. Manche sagen sogar seit diesem Zeitpunkt hätten sich sämtliche Ableger und pseudolinksdemokratischen Kleindarsteller im Westen diese Methode abgeguckt. Und wer es nicht tat, der musste eben gehen, so oder so.

IN TO WIN OR NOT TO BE

Die neueste Umfrage sieht einen Vorsprung von Obama vor McCain. Trotzdem, und da möge man die Analysten, Meinungsmacher und Strategen der eigenen Wahl fragen, sagen Beobachter in Washington alle ein und dasselbe: Obama wird ohne die Unterstützung Clintons gegen McCain verlieren.
Wer etwas anderes behauptet lügt bewusst und heimtückisch, und zwar nur aus dem einen Grund: er will die US-Demokraten sehen wie sie ihren Job machen: eben verlieren.

Das Obama, der mit Clinton als Vize gegen den in konservativen Kreisen und beim Militär äusserst unbeliebten McCain praktisch schon gewonnen hat, in irgendeiner Weise ein besserer Präsident wäre, darum geht es gar nicht.
Es geht einfach nur darum dass jetzt zum ersten Mal seit sehr, sehr langer etwas passiert im Weissen Haus was blasierte, arrogante, absolut skrupellose Möchtegern-Schlaumeier sich nicht schon Jahre vorher ausgedacht haben.

(...)

07.05.08
Das Obama-Clinton-Arrangement