Kommentar: Bush, Abbas und Friedensvertrag bis Ende 2008

Soeben erreicht uns ein offener Kommentar des Journalisten Andreas Friedrich zu der aktuellen Situation in Israel und PalÀstina.

Bush und Abbas wollen Friedensvertrag bis Ende 2008

Offener Kommentar
Von
Andreas Friedrich, 11.Januar 2008

Glaubt US- PrĂ€sident Bush eigentlich, was er teilweise gegenĂŒber den PalĂ€stinensern von sich gegeben hat?
Hat George W. Bush die letzten sieben Jahre und seine bereits getroffenen Entscheidungen vielleicht sogar vergessen?

Die USA (Bush himself) haben Israel bereits vor etwas lĂ€ngerer Zeit per Brief bilateral zugesichert, die 14 israelischen „EinwĂ€nde“ gegen die Road- Map zu berĂŒcksichtigen.
Die Regierung in Tel Aviv spricht sich in diesen EinwĂ€nden u.a. gegen den geforderten Siedlungsstopp und gegen die Überwachung der vorgesehenen Maßnahmen durch das sog. Nahost- Quartett aus.

Und am vergangenen Mittwoch hatte der israelische Premier Ehud Olmert darauf verwiesen, dass sich die Road- Map nicht auf Ost-Jerusalem und die großen Siedlungen erstrecke.
Dazu sei angemerkt: Die Road- Map fordert den Stopp des Siedlungsbaus in den Westbank und die RĂ€umung der illegalen jĂŒdischen Siedlungen und Siedlungsblöcke auf palĂ€stinensischem Gebiet.

Doch die großen illegalen Siedlungsblöcke wie Ma‘ ale Adumin und Ariel sowie das palĂ€stinensische Ost- Jerusalem liegen in den Westbank, aber was soll es!

Israel betrachtet Jerusalem (einschließlich Ost-Jerusalem), also auch die arabischen Teile im Osten Jerusalems, die wĂ€hrend des Krieges 1967 besetzt wurden, als seine Hauptstadt.

Die PalĂ€stinenser dagegen sehen Ost-Jerusalem als Hauptstadt ihres kĂŒnftigen Staates.

Leider habe ich bislang nirgendwo gelesen, dass Bush seine Aussagen bezĂŒglich der israelischen EinwĂ€nde gegen die Road- Map zurĂŒckgenommen hat, mit anderen Worten: Israels EinwĂ€nde bleiben aktuell.
Wozu dann noch auf die Road- Map hinweisen?

Und durch den Bau der Trennmauer z.g.T. auf palĂ€stinensischem Gebiet kann Israels Regierung eine Grenze vorwegnehmen, das unter Einbezug der illegalen jĂŒdischen Siedlungsblöcke und der Tatsache, dass durch den Bau der Trennmauer Landraub begangen und ein großer Teil der palĂ€stinensischen Bevölkerung von ihrem Land vertrieben wurde.

Kommt das Thema Gaza hinzu.
US- PrĂ€sident Bush hat in PalĂ€stina kein Wort ĂŒber die Krise im Gaza verloren, keine einzige Silbe darĂŒber, dass die dortige Bevölkerung unter einer medizinischen Katastrophe leidet.

Viele der kranken, z.T. schwerkranken Menschen in dem schmalen KĂŒstenstreifen sind bereits wegen der Schließung der Grenzen und des Boykotts gegen den Gaza gestorben, andere können nicht zu einer dringend benötigten medizinischen Behandlung nach Israel und/oder Ägypten ausreisen, die Grenzen werden und bleiben geschlossen.

Sie – die Grenzen – werden schlicht und ergreifend vom Ausland kontrolliert.
Zwar hat Israels Regierung heute wieder die Treibstofflieferung in den Gaza zugesagt, aber an der katastrophalen medizinischen Lage wird auch das kaum etwas Àndern.

HĂ€tte Bush tatsĂ€chlich ernsthaft fĂŒr einen gerechten Frieden im Nahen Osten geworben, er hĂ€tte das Thema Gaza ansprechen mĂŒssen, aber PrĂ€sident Bush tat es nicht.
Wohlwissend, das es einen Frieden nur unter Einbezug des Themas Gazastreifen geben kann.

Was Hamas angeht:
Bush hatte u.a. erklÀrt, dass alleine die Hamas die Lage der PalÀstinenser im Gaza zu verantworten hat.
Kurios ist in diesem Zusammenhang, das weder die EU noch die USA sich vor den letzten Wahlen in PalĂ€stina gegen eine Teilnahme der Hamas ausgesprochen haben, im Gegenteil, es hieß, es sei „löblich, das Hamas sich dem demokratischen Prozess in PalĂ€stina stellt“.

Doch statt Hamas in den politischen Prozess einzubeziehen, wurde unmittelbar nach den Wahlen die Hamas sowie die Bevölkerung im Gaza isoliert und boykottiert.

Bush kommt nicht nur sieben Jahre zu spÀt, er scheint auch seine eigenen Entscheidungen vergessen zu haben.

mit freundlicher Genehmigung von

Profi-Reporte.de