BP kündigt Tiefseebohrungen im Mittelmeer vor Libyens Küste an

BP kündigt Tiefseebohrungen im Mittelmeer vor Libyens Küste an
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Amerikanischer Professorenverband wirft BP vor, Wissenschaftler einzukaufen und Informationen zu unterdrücken.
(Karte: Libyen, Wikipedia)

Frontier, The BP magazine of technology and innovation berichtete vor drei Jahren in seiner Augustausgabe 2007 über die Rohölgewinnung im Mittelmeer. (1)

Libya Investment Corporation (LIC), der Partner von BP in Libyen, unterzeichnete mit BP einen Explorations- und Produktionsvertrag mit der Libya’s National Oil Company (NOC) mit einem Wert von mindestens 900 Millionen US-Dollar.

Dieser Vertrag bedeutet die Rückkehr von BP ins Energiegeschäft mit dem nordafrikanischen Land nach mehr dreissig Jahren, hiess es im Magazin. 54000 Quadratkilometer Fläche, mit Ghadames an Land und Gebieten im Sirt basins (Anm.d.R.: Golf von Syrte) im Meer werden zum Ziel der Ausbeutung der Rohstoffe, wobei allein schon die Fläche des Nordblockes in Ghadames an Land der Grösse Kuwaits entsprechen würde. Die für die Ölbohrungen freigegeben Flächen im Mittelmeer des Sirt basins sind so gross wie Belgien.

Der Vertrag wäre ein signifikanter Schritt für den NOC’s Exploration Master Plan für die Jahre 2005-2015, um 20 Milliarden Barrel Rohöl im Meer und an den Küstengebieten in Anwendung von “modern exploration technologies” – BP meint hierbei die hauseigene – zu erschliessen. Ziel ist es, 3.5 Millionen Barrels pro Tag bis 2020 zu fördern, so das BP-Magazin.

Die Ölfelder des Sirt basin befinden sich dreihundert Kilometer vor der Küste in 2 Kilometern Tiefe. Eine Karte der eingezeichneten Felder kann man in der pdf-Datei auf Seite 5 betrachten (BP Magazine: Issue 4 – 2007). Die Autorin beschmutzt die virtuellen Seiten dieser Plattform nicht mit dem Download eines derartigen Dokumentes, dass mit den Vorgängen der BP-Plattform im Golf von Mexiko nun eine furchtbare Tragweite für die mögliche Verseuchung des Mittelmeeres birgt und dass im Verhältnis zum Golf von Mexiko einer Wanne in einem abgeschlossenen Badezimmer gleicht.

Mehrere Medien in der ganzen Welt berichteten am 24.Juli über die Pläne von BP, dort Tiefseebohrungen auszuführen, obwohl dieser Konzern seit einem Vierteljahr den Golf von Mexiko mit dem Unfall auf seiner Ölplattform “Deepwater Horizon” zerstört hat, und dabei auch noch das hochgiftige Corexit einsetzte, um die Auswirkungen zu vertuschen.

Der Herald Sun in Australien zitierte den BP-Sprecher David Nicholas, der zu AFP gesagt hätte, dass man in den nächsten Wochen mit den ersten Bohrungen beginnen würde und wies auf den oben erwähnten Vertrag von 2007 mit Libyen hin, in dem der Konzern sich verpflichtet hatte, im Golf von Syrte fünf Bohrungen durchzuführen. Nicholas sagte, sein Unternehmen nehme die damit verbundenen Risiken “sehr ernst”. Diese Bohrungen liegen in einer noch grösseren Tiefe als das Bohrloch im Golf von Mexiko.

“Wenn es irgendwelche Lektionen zu lernen gibt, die offensichtlich aus der Untersuchung dessen, was auf der Deepwater Horizon passiert ist, zu ziehen sein werden, werden diese für diese und unsere Bohrungen auf der ganzen Welt gelten.”

Diese Dreistigkeit eines Makrokonzerns ist wohl kaum zu überbieten und die Weltöffentlichkeit sollte im Interesse des Überlebens auf diesem Planeten schleunigst reagieren – wurde doch gerade anschaulich demonstriert, wie hilflos in dieser Meerestiefe die Technologen bei dem Schliessen eines Bohrloches waren.

Inzwischen wurden auch Anschuldigungen aus dem US-amerikanischen Verband der Professoren in den USA laut, der aussagte, dass Wissenschaftler bestochen worden sein sollen, ihre Untersuchungsberichte zurückzuhalten:

Die Tagesschau berichtete gestern unter Berufung auf die BBC (2):

“Verbandschef Cary Nelson sagte der britischen BBC, hier versuche eine Firma im großen Stil, sich das Schweigen von Experten zu erkaufen.

Wie die BBC mit Beweisunterlagen dokumentiert, wurden Wissenschaftlern gut bezahlte Verträge angeboten, aber mit der Einschränkung, sie dürften über die gesammelten Informationen mindestens drei Jahre lang nicht sprechen – oder bis zu dem Zeitpunkt, an dem die US-Regierung die Schadenersatzzahlungen wegen der Ölpest abschließend festlege.”

Artikel zum Thema:

24.07.2010 Deepwater Horizon: Alarmanlage war vor Explosion absichtlich deaktiviert
21.07.2010 Minister Brüderle soll Tiefseebohrungen verbieten: Verbotsantrag bis 13. August möglich
09.07.2010 Hölle auf Erden – Flug über Golf von Mexiko
09.07.2010 Dr. Larry Lowry von der University Of Texas Health Science Center at Tyler über die Gifte der Ölpest und ihre Auswirkungen
08.07.2010 Antwort der EU-Energiekommission auf Ölpest im Golf von Mexiko
22.06.2010 Öl-Desaster nach Bohrinsel-Leck im Roten Meer

Quellen:
(1) http://www.heraldsun.com.au/news/breaking-news/bp-to-drill-for-oil-off-libya-in-weeks/story-e6frf7ko-1225896574353
(2) http://www.tagesschau.de/ausland/bpvorwuerfe100.html

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3 Kommentare

  1. Thomas
    Am 25. Juli 2010 um 10:49 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ist doch eine Sauerei. Oder vielleicht soll das wie im Golf von Mexiko von Seiten der Eliten auch in Europa passieren und dann kippt BP wie dort auch hier bei uns dieses Gift Correxit hinein. – Ist also die Frage, was können wir dagegen tun?

  2. Am 25. Juli 2010 um 16:07 Uhr veröffentlicht | Permalink

    BP Bohrinsel-Katastrophe

    Seit Wochen sprudelt das Öl!
    Bis zu 16 Millionen Litern pro Tag!

    Und nun geht die Show wo anders weiter als hätte man ichts dazugelernt!

    http://informationskrieg.over-blog.de/

  3. Franky
    Am 26. Juli 2010 um 21:45 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Kann man diese Brunnenvergifter nicht durch
    Boykott stoppen?

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