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Höhenrausch der Bundeswehr im Zeitalter multinationaler Einsätze: erster eigener Kommunikationssatellit im Weltall

Von petrapez | 4.Oktober 2009

Globalisierung der Bundeswehr – Verteidigungsauftrag Deutschlands gehört Vergangenheit an

Wozu braucht die Bundeswehr einen eigenen Satelliten? Nur dann, wenn sie ab jetzt ständig im Ausland herumballern will. Anders kann man sich die horrenden Ausgaben für ihr neuestes Luxusspielzeug nicht mehr erklären. Deutschlands Bürger, die diese Summen finanzieren müssen, wurden hierzu nicht um ihre Meinung gefragt, und schon gar nicht im Vorfeld informiert.

Da nutzt es auch nichts, von einem Meisterwerk zu sprechen, was soll dieser irreführende Ausdruck? So weit sind wir also schon in dem Sprachgebrauch gekommen, diesen – einem militärischen Zweck dienenden Satelliten – so zu bezeichnen? Militär = Tod und Frieden = Leben, das wird wohl niemand bestreiten können.

Wie nun bekannt gegeben wurde, schoss man am 2. Oktober das Glanzstück im Rahmen des Projektes SATCOMBw 2 vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana mittels einer Ariane 5-Rakete in das Weltall.

Orginal-Ton:

Die auf zivile und militärische Raumfahrtsysteme spezialisierte Astrium Services ist eine Tochtergesellschaft der EADS und sowohl für das gesamte Raumsegment als auch dessen Bereitstellung im Weltraum verantwortlich. Mit dem eigentlichen Betrieb und der Positionierung beider Satelliten haben Astrium und MilSat Services das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beauftragt. Mit SATCOMBw macht die Bundeswehr einen entscheidenden Schritt in Richtung unabhängiger Kommunikationstechnik. Die Bundeswehr trage damit dem Umstand Rechnung, dass sich die Umwelt für die Streitkräfte grundlegend verändert habe und die Soldatinnen und Soldaten im Einsatz außerhalb Deutschlands auf sichere Kommunikationssysteme angewiesen seien, so Hans-Ulrich Schade, Erster Direktor des IT-AmtBw. In Zukunft sollen mit Hilfe des Kommunikationssystems unter anderem Computernetzwerke in Deutschland mit denen im Einsatzgebiet außerhalb Deutschlands gekoppelt, Logistikdaten für die Truppenversorgung übertragen, der Zugang zu Inter- und Intranet jederzeit gewährleistet, Gespräche von deutschen Telefonanlagen in das jeweilige Einsatzgebiet übermittelt und Videokonferenzen zwischen den Einsatzkräften ermöglicht werden.

Auftraggeber des Projektes SATCOMBw 2 ist das IT-AmtBw (Bundesamt für Informationsmanagement und Informationstechnik der Bundeswehr), das den Auftrag an die Projektgesellschaft MilSat Services GmbH, den Friedrichshafener Satellitennetz-Spezialisten ND SatCom (NDD) sowie an Astrium Services übergeben hat. Bis zum 1. Januar 2012 soll das Gesamtsystem, bestehend aus 500 Bodenstationen sowie einem weiteren baugleichen Kommunikationssatelliten, betriebsbereit sein. Letzterer soll die Bundeswehr ab dem ersten Quartal 2010 bei der Koordinierung ihrer Einsätze außerhalb Deutschlands unterstützen. Die Bundeswehr sichert dadurch auch im Zeitalter multinationaler Einsätze ihre nationale Unabhängigkeit.

Liest man den letzten Satz der Erklärung durch, ist man vor Entsetzen wie gelähmt:

“…im Zeitalter multinationaler Einsätze ihre nationale Unabhängigkeit.”

Spätestens jetzt muss das deutsche Volk einen Schlussstrich unter diese ständigen Aufrüstungen ziehen. Hier geht ganz klar hervor, wohin die weitere Reise Deutschlands geht. Das Heer ist eindeutig grössenwahnsinnig geworden. Die Bundeswehr zieht sich nicht mehr zurück, sie bleibt “draussen”, immer weiter und weiter, ein neues Zeitalter ist also für sie angebrochen.

Brigadegeneral Thomas Franz, Abteilungsleiter Führungsunterstützung und G 6 im Streitkräfteunterstützungskommando (Mi) ist so selig vor Vorfreude über diesen wahnsinnigen Fortschritt in der zukünftigen noch schnelleren, zielgenaueren Kriegsführung, dass er vor lauter Euphorie sogar das Wort “Quantensprung” verwendet

“Dies bedeutet für die Streitkräfte der Bundeswehr einen qualitativen Quantensprung. Auf diese Weise wird ein ganz sicherer Zugang zu diesen Kapazitäten gewährleistet.”

Wo bisher Datenkanäle, etwa beim US-Satellitenbetreiber Intelsat teuer angemietet wurden, steht der Bundeswehr mit COMSATBw-1 ein hochmoderner Fernmeldesatellit zur Verfügung, der eine flexible und von der Infrastruktur im Einsatzgebiet unabhängige Informationsübertragung gewährleistet.

Das ist dem deutschen Militärs aber immer noch nicht optimal genug, dass nie in punkto Technik den Rachen vollgestopft kriegt. Der Gesamtbedarf an Kommunikationsmöglichkeiten via Satellit sei durch die im Rahmen des SATCOMBw 2 eingerichteten Satelliten sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht nicht vollständig gedeckt, hiess es.

“Der Deutsche Bundestag schickt uns als Streitkräfte in Einsatzgebiete ausserhalb Deutschlands und verlangt von uns zu Recht, dass in diesen Einsätzen die nationale Führungsqualität sichergestellt ist.”

sagte Herr Franz.

Und das ist Deutschlands grösster Fehler. Die Geschichte wiederholt sich, wir sind schon mittendrin.

Und es scheint sich niemand darüber aufzuregen, eine gespenstische Stille breitet sich um das Thema Militarisierung aus. Später sagt man wieder, das man von nichts eine Ahnung hatte.

Artikel zum Thema

06.04.2009 Nordkorea und der Weltraumschrott: Wie USA und EU versuchen, das Weltrecht auf Raumfahrt zu zerstören

Quelle: http://www.streitkraeftebasis.de/portal/a/streitkraeftebasis/kcxml/04_Sj9SPykssy0xPLMnMz0vM0Y_QjzKLNwyON3Y09AJJwjgG-pEI8aCUVH1vfV-P_NxU_QD9gtyIckdHRUUAm3Ppbg!!/delta/base64xml/L2dJQSEvUUt3QS80SVVFLzZfMVNfM0FGRg!!?yw_contentURL=%2F01DB040000000001%2FW27WFCHJ831INFODE%2Fcontent.jsp

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Topics: Politik | 6 Kommentare »

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6 Kommentare to “Höhenrausch der Bundeswehr im Zeitalter multinationaler Einsätze: erster eigener Kommunikationssatellit im Weltall”

  1. visu meint:
    4.Oktober 2009 at 11:24

    hallo petrapez
    diese ausgaben sind doch nur möglich, wenn sie jemand auch umsetzt!nur mut! boykotieren,zu gemeinschaften zusammenschliessen,kündigen(sowiso in kritischen betrieben), auflösen(bankkonten,sind das unsicherste im moment!), ausschalten, ausbezahlen lassen, stehen lassen,zuhause lassen(kinder),am wochenmarkt einkaufen,INFORMIEREN, versuchen nicht militant zu werden und jedwelches werkzeug wir denen geben, entziehen. ohne volk kein staat!ich versuche es gerade umzusetzen.
    ich grüsse euch

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  2. zdago meint:
    4.Oktober 2009 at 15:57

    @Verteidigungsauftrag Deutschlands gehört Vergangenheit an
    Das ist doch nichts neues – das hat schon Struck verkündet, daß die Bundeswehr nicht mehr die BRD verteidigen soll – shcließlich sind wir von “Freunden” umzingelt – wie er so schön sagte – sondern als Interventationsarmee die Gewinnspanne der Banken sichern in Einsätzen, die nicht in deutschem Interesse sind.
    Allerdings wird diese landesverräterische und verbrechichepolitik immer noch nicht wahrgenommen oder gar offiziell von der Justiz verfolgt.
    mfg zdago

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  3. ghandi meint:
    4.Oktober 2009 at 17:19

    Vollkommen richtig, visu! In meinem Betrieb ruft immer mal wieder die Bundeswehrmacht an, um technische Unterstützung von Spezialisten anzufordern. Und jedesmal blitzen sie ab. Wir arbeiten nicht mit den Kriegstreibern zusammen. Und nicht erst, seit die BW sich wieder an Angriffskriegen beteiligt, sondern von Anfang an.

    Nein, petrapez, es ist nicht so, dass sich niemand aufregt. Nur gehen die vielen kritischen Stimmen in der Masse der “Hurra! Wir sind wieder wer!”-Brüller unter. Was nichts daran ändert, dass es eine Menge Leute gibt, die den Bellezisten die aktive Unterstützung versagt. Sollen sie doch sehen, wo sie ihre Supporter herbekommen! Aufträge um jeden Preis sind nicht alles. Lieber kehre ich Straßen als auch nur einen Jota Wissen und Können diesem korrupten Verein anzudienen. Das selbe gilt für die Bankster und auch Staatsbetriebe.

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  4. petrapez meint:
    4.Oktober 2009 at 19:09

    @ ghandi

    das ist wirklich inzwischen schon aussergewöhnlich.
    Grosses Kompliment an die Betriebsleitung, das sie noch in der Wirtschaft ethisch denkt trotz der Konkurrenz auf dem Markt!

  5. ghandi meint:
    4.Oktober 2009 at 23:57

    Danke, gebe es weiter. Denke aber, dass es normal sein sollte, wenn der Chef ein KDVler ist. :-)

    Dir und dem Rest der Crew vielen Dank für eure sehr informativen Beiträge hier bei Radio Utopie.

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  6. Deutscher Michel meint:
    5.Oktober 2009 at 23:09

    Um nochmal auf die Wortwahl der “Kriegstreiber” hinzuweisen, sehr “intelligent” gewählt

    Quantensprung aus der Physik heißt:

    “Einfach gesagt ist ein Quantensprung also die kleinstmögliche Zustandsänderung in einem physikalischen System.”

    Quantensprung ist nichts besonderes, sondern nur die einzig mögliche Zustandsänderung in kleinsten physikalischen (atomaren und subatomaren) Systemen.
    Diese Veränderungen sind winzig in kurzer Zeit und meist nicht an qualitative Veränderungen des Systems gebunden.Dabei entstehen auch noch als negativer Effekt Energieverluste.

    Hier hat die Irreführung des “Neudeutsch” sich selber auf die Schippe genommen. Sie wollen ganz groß wirken und sagen genau das Gegenteil.

    So blöd sind die Menschenverachter nun mal. Sich als Machtprotz darstellen und Dummes ausposaunen.

    Aber die Irreführung ist ja der Sinn des Neudeutsch.

    Auch die Vergewaltigung des Volkes, mit dem erarbeiteten Geld des Volkes, menschenvernichtende Technik herzustellen ohne es zu informieren und dessen Einverständnis zu bekommen ist auch kein Quantensprung, es ist ein Verbrechen.

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