Weltwirtschaftskrise: Die Party ist vorbei
Wer auch immer geglaubt hatte, dass es irgendwelche Mittel gegen die Weltwirtschaftskrise geben könnte, die von Politik oder Wirtschaft eingesetzt werden könnten, der muss nach dem gestrigen Börsentag von diesem Irrglauben kuriert sein. Der Dow ging mit einem Minus von 7,33 Prozent auf dem Stand von 8.579,19 Punkten aus dem Handel. Damit verlor er im letzten Jahr knapp 40 Prozent seines Wertes. Der Nikkei liegt aktuell (4:53)l um 10,56 Prozent tiefer als gestern.
Das ist alles nicht wirklich dramatisch, weil die Börsenkurse ja mittlerweile kaum noch etwas über den Wert eines Unternehmens aussagen, wie auch die Währungskurse nichts mehr mit dem Wert einer Währung zu tun hat. Gerade gingen der US-Schuldenuhr die Stellen aus um die Schulden überhaupt noch darstellen zu können.
Um wenigstens kurzfristig korrekt zu sein, wurde auf das führende Dollarzeichen verzichtet. Wenn Präsident Bush jetzt allerdings mit der Verstaatlichung der Banken ernst macht, dürfte das wohl nicht lange so bleiben. Eigentlich würde schon ein wenig ehrlichere Bilanzierung der bereits geretteten Fannie Mae, Freddie Mac und der AIG ausreichen um aus der führenden eins eine zwei zu machen. Aber dem Dollar schadet das kaum.
Bei den Aktienkursen ist das etwas anders. Aktien dienen als Sicherheiten für Kredite. Ein 40-prozentiger Einbruch bei den Aktien innerhalb eines Jahres bedeutet, das sehr viele Aktiendepots neu bewertet werden müssen. In der Folge wird sich herausstellen, das die in den Depot befindlichen Wertpapiere nicht mehr viel wert sind und keinesfalls als Sicherheit für die gewährten Kredite und Hypotheken ausreichen.
Dann werden die Aktienbesitzer höflich aufgefordert weitere Sicherheiten nachzuliefern, was diese nicht können und weitere Hypotheken und Kredite gehen hoch. Die Häuser und Aktien müssen verkauft werden, was wiederum die Preise für Häuser und Aktien sinken lässt. Das löst neue Berechnungen aus, die wieder viele Kredite platzen lassen und weitere Häuser und Aktien auf den Markt spülen, der schon lange nicht mehr existiert.
Natürlich kommt das ganze auch in der Realwirtschaft an. Der Wohnwagenbauer Knaus Tabbert ist pleite. Natürlich faselt der Insolvenverwalter von Rettung und den 1.500 Beschäftigten wäre sie wirklich zu gönnen. Ausgelöst wurde die Pleite dadurch, dass die Marktlage mehr als schwierig ist und ein Erhöhung der Kreditlinie von 60 auf 72 Millionen Euro nicht gelang.
BayernLB, UniCredit, Commerzbank und die Dresdner Bank waren die Geldgeber. Aber die haben jetzt eigene Sorgen und auch wenn die Reaktion bei Knaus Tabbert vielleicht noch zu verstehen ist, weil die ja auch schon im letzten Jahr Verlust bauten, so ist sie bei der relativ „geringen“ Summe und der Bedeutung der Arbeitsplätze für den bayrischen Wald, doch ein Symptom.
Es ist jeden Tag damit zu rechnen, das ganz normale Kredite nicht nur nicht mehr verlängert, sondern einfach weggekündigt werden. Da rollt eine Welle von Arbeitslosigkeit auf alle Länder dieser Erde zu, die in der Geschichte der Menschheit wohl ohne Beispiel sein dürfte. Die Banken saugen jeden Cent Geld an sich und geben es nicht weiter, weil sie ihre eigenen Verpflichtungen nicht decken können.
Ein Großteil der Bankenwelt ist pleite. Wo nichts mehr ist, kann auch nichts gerettet werden. Nur Nullen wie Bush wollen Schulden verstaatlichen. Aber es wird ihm nichts nützen. Die Banken werden sich wie in England sogar wehren. Denn die Bankvorstände und Aufsichtsräte wissen, was dann offenbar werden würde.
Ob es die AIG Manager sind, die nach der Verstaatlichung mal eben eine Sause in einem Luxushotel für 400.000 Dollar machen oder die Ackermänner in Deutschland. Sie alle haben panische Angst vor dem Moment, in dem die Wahrheit herauskommt. Deshalb lässt sich diese Krise ja auch nicht heilen. Die Verantwortungsscheuen fliehen weiter vor der Verantwortung. Was sie der Realwirtschaft damit antun ist noch gar nicht zu beschreiben, weil es kein Beispiel gibt.
Die große Depression war ein Kinderspiel gegen das, was jetzt kommt. Die einzige Rettung für die Realwirtschaft bestünde darin, den Banken die Kündigung von Krediten und Hypotheken zu verbieten, solange sich ein Unternehmen nicht in der Insolvenz befindet. Auslaufende Kredite sollten von neu zu gründenden staatlichen Banken zu den alten Bedingungen verlängert und dann nach üblichen Bankregeln kontrolliert werden.
Damit würden die Banken in Ruhe sterben können, aus den Unterlagen dieser Banken könnten die Staatsanwälte ihre Klagen vorbereiten und dann Anklage erheben. Dies ist das billigste Verfahren das sicher aus der Krise führt. Aber es ist auch das Verfahren, das sicher zu Anklagen führt und die ganze neoliberale Verbrecherwelt auch für den letzten Bürger überdeutlich macht.
Damit wäre der Neoliberalismus auf immer tot. Natürlich würden die angeklagten Manager reden. Sie würden reden wie die Niagara-Fälle und sie würden mit allen zehn Fingern und den Zehen auf die Politiker zeigen, die gekauft wurden. Das gesamte Lobby- und Bestechungsnetzwerk würde hochgehen.
Deshalb wird die Politik bis zum absoluten Untergang versuchen die Verbrecher zu schützen. Man hat sich zu tief eingelassen. Wer übrigens hofft, dass der Einsatz der Bundeswehr im Inneren an der FDP in Bayern scheitern könnte, liegt falsch. Die FDP war schon bei der ersten großen Bestechungsaffäre dabei. Die wird auch bei der letzten dabei gewesen sein. Sie hat genau wie all die anderen, einen guten Grund, sich mit der Bunderwehr gegen die Bürger zu schützen.
Zum Lachen wäre allerdings wenn ein junger und ehrlicher Offizier und seine Truppen die Waffen umdrehen und die Herrschaften festnehmen. Es gibt ihn nämlich den Bürger in Uniform. Es gibt sogar viele. Schäuble, Merkel, Steinmeier und Steinbrück könnten sich verrechnet haben. Gerade Afghanistan und die Versorgungsmängel dort haben der Bundeswehr gezeigt, was sie den Politikern wert ist und viele ahnen schon jetzt, was passieren wird wenn Bertelsmann die Versorgung übernimmt.
Im Endeffekt läuft alles auf die Frage hinaus, wer schneller ist. Die Bürger oder der Staat. Heute ist übrigens ein guter Tag einen anständigen Schlag Bargeld nach Hause zu holen. Ein Wochenende steht bevor. Die G7 Finanzminister sind in den USA. Es wäre nicht verwunderlich wenn am Montag nur noch begrenzt Bargeld abgeholt werden könnte.
Deshalb wäre es schön ein stattliches Sümmchen des eigenen Geldes zu Hause zu haben um es dort allabendlich zu zählen und zu behüten. Denn die Auszahlung von Geld zu verhindern ist ja auch irgendwie eine Form der Einlagensicherung. Das Wochenende wird sicher spannend. Die letzten waren es ja auch. Noch ist es euer Geld.
Nein es macht keinen Sinn Aktien zu kaufen. Wirklich nicht. Da kommen noch bessere Tage als morgen. Wer verkaufen muss hätte das besser gestern als am Montag gemacht. Wer in soliden Werten, also nicht in Banken und Luxus sitzt, der sollte die Augen zu machen. Einfach mal fünf Jahre nicht hinsehen, oder den Verlust mitnehmen und jetzt bluten, aber den Rest retten. Es gibt da kein Patentrezept.
Aber jeder der einen Manager oder Politiker findet, muss ihn behalten. Die werden nicht mehr zurückgenommen.
