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    Für die SPD bricht eine Forsa-Welt zusammen

    Von Daniel Neun | 18.März 2008

    Manfred GüllnerMan muss sich einfach mal dieses Bild vom Chef des “Meinungsforschungsinstitutes” namens “Forsa” ansehen.
    Manfred Güllner.
    Es ist dieses “ja, Mutti” im Blick. Es ist dieses sich bemühen um einen guten Eindruck weil man was werden will und es ist genau die Generation, die immer hübsch im 16 Jahre andauernden Schatten des Helmut Kohl in der Medienwelt nach oben fiel.
    Wenn jetzt, strikt nach dem Belohnung-Strafe-Prinzip (der einzigen Welt die Manfred Güllner je vor seinem geistigen Auge sah) die SPD bei “Forsa” nun auf 22% in einer Umfrage kommt, dann ist das völlig logisch.

    Wenn man weiss, wie Manfred Güllner denkt.

    GÜLLNER: GEWINNEN HEISST VERLIEREN

    Auszüge aus einem mittlerweile unauffällig entsorgten Interview des “Meinungsforschers” vom 02.Oktober in der “Pforzheimer Zeitung”:

    PZ: Angenommen Gerhard Schröder hätte die Agenda-Politik nicht auf den Weg gebracht. Würde die SPD dann heute besser dastehen?
    Güllner: Nein. Der Niedergang der SPD begann schon vor 1998.

    Jetzt wissen wir: man muss erst darniedergehen, um dann ins Kanzleramt zu kommen und fortan 10 Jahre an der Regierung zu sein.
    Er sagt jetzt nicht, die SPD habe fortan miese Politik gemacht, nein, nein. Aber seit sie an der Regierung ist, mit 7 Jahren Kanzlerschaft, geht sie den Bach runter.
    Eine These, über die man diskutieren könnte. Wenn Herr Güllner bloss die inhaltliche Politik meinte.
    Insofern kann man bei Manfred Güllner einfach einen geschickten Kunsttritt anwenden. Einmal an die Spitze gekickt, schon fällt das Ding wieder auf die Füsse.
    Der Niedergang des Bürgertums und der bürgerlich-rechten Mehrheit begann schon vor 1998. Danach brach diese parlamentarische Mehrheit zusammen, auf Nimmerwiedersehen.

    PZ: Die Sozialdemokraten werfen ihnen vor, die SPD würde bei Umfragen des Forsa-Instituts zu schlecht wegkommen, sogar von Manipulation ist die Rede. Wie gehen Sie mit dem Vorwurf um?
    Güllner: Das regt mich gar nicht mehr auf. Die SPD konnte mit Menschen, die versucht haben, die Realität nachzuzeichnen noch nie etwas anfangen.

    Der letzte Satz stimmt sogar. Aber was hat das mit ihm zu tun?
    Hier übrigens der Cache von dem Interview. Just in case.

    MANFRED GÜLLNER: ALLE IRREN AUSSER ICH

    Das “Forsa”-Institut war am 16.Oktober das einzige Institut, was eine Mehrheit der Deutschen gegen die Lokführer der GDL und ihrer Forderung nach fairer Bezahlung und einem eigenständigen Tarifvertrag meinungsforschend prognostizierte:

    55% der Deutschen hätten kein Verständnis mehr für weitere Streiks der GDL, so Güllners “Forsa”.

    Dabei erklärten zwei Tage später in einer Erhebung von Infratest dimap für das ARD-Morgenmagazin rund 64 Prozent der Befragten, sie hätten sehr wohl Verständnis für die Arbeitsniederlegungen.
    Kein Verständnis äußerten nur 30 Prozent der 1000 befragten Bundesbürger.
    Die Zustimmung für die GDL war damals nach den Streiks sogar gewachsen. Anfang Oktober hatten nur 57 Prozent mit den Lokführern sympathisiert, 40 Prozent damals noch mit dem Management der Deutschen Bahn.

    MANFRED GÜLLNER: VERLIEREN HEISST GEWINNEN

    Manfred Güllner, nach der Wahl in Hamburg am 24.Februar, in der Ole von Beust und die CDU in absoluten Zahlen schlappe 17% an Wählern verloren und die Linksmonarchisten mit 6.4 % in die Bürgerschaft einzogen:
    “Auf der Linken bröckelt es”.
    Und das war nur die Überschrift. Dankbar hatte der “Stern” von Bertelsmann dem Spatzenkanonierkollegen von “Forsa” eine ganze Seite als Gastbeitrag zur Verfügung gestellt.

    “Während die CDU in allen bisherigen acht Landtagswahlen seit 2005 weniger Stimmen erhielt als bei der Bundestagswahl konnte sie in Hamburg einen Zugewinn von fast 59.000 Stimmen verbuchen.”

    Das heisst: nur verloren, aber immer noch besser als bei der Bundestagswahl. Wir sind beeeindruckt. Und weiter.

    Stabiles bürgerliches Wählerlager
    Trotz des erneuten Scheiterns der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde zeigt sich in Hamburg eine bemerkenswerte Stabilität des bürgerlichen Wählerlagers (CDU plus FDP) während des letzten Jahrzehnts. So erhielten CDU und FDP zusammen bei der Bundestagswahl 1998 354.000, bei der Bundestagswahl 2005 357.000 und am 24. Februar 2008 368.000 Stimmen. Das entspricht einem Anteil von 29 Prozent (1998 und 2005) bzw. 30 Prozent (2008) aller Wahlberechtigten.

    Aha.
    Hamburg, 24.02.08, Ergebnis:
    Bürgerliches Lager (CDU, FDP): 48.4 (%) (-2.6%)
    SPD, GAL, und “Linke”: 50.1% (+7.3%)

    Den Zusammenbruch der Schill-Partei, immerhin Koalitionspartnervon Beust, liess Güllner hier irgendwie ganz aus.

    FAZIT

    Aus welcher Tasche da Herr Güllner immer seine Analysen zieht, bleibt sein Geheimnis. Und das ist auch gut so.

    DAS PROBLEM DER SPD

    ist nicht “Forsa”.
    Das Problem sind

    - diejenigen, die erst miese, gescheiterte Finanzkrisen durch Superheuschrecken produzierende Politik der “ruhigen Hand” machen (also gar keine, “macht mal”)

    - dann die SPD ruinieren und die besten Leute zusammen mit dem Wähler vergraulen

    - dann über vorgezogene Neuwahlen dazu beitragen dass die Apparatpartei PDS die Dreistigkeit besitzt sich die “Linke” zu nennen und die WASG zu kapern

    - die Funktionäre, die nur Mist gebaut und dummgeschwätzt haben, die nie Recht behalten haben, MIT NICHTS, und jetzt auch noch angeschleimt kommen und das als Erfolg zu verkaufen

    Kurz gesagt: das Problem der SPD ist, dass es Leute in ihr gibt die eine SPD an der Regierung um jeden Preis verhindern wollen, weil sie selber in der SPD und an der Regierung waren.
    Oder es immer noch sind.

    Ein SPD-Kanzler – und wir reden jetzt nicht über einen Schröder, wir reden über einen SPD-Kanzler – wäre in der Lage den Finanzkartellen, den Energiemonopolisten, dem militärisch-industriellen Komplex und der transatlantischen Kriegslobby wieder das Grundgesetz überzuzwingen.
    Und wem das zu eng wäre, der müsste raus, und zwar schnell.

    Ein Plätzchen im Flieger wäre sicher auch für Manfred Güllner noch frei.

    (…)

    PS: Da fällt mir ein weiteres Problem der SPD ein. Ein sehr ernstes.

    Warum ist diese Partei eigentlich zu doof eine einzige Internetzeitung zu betreiben die sie verteidigt?

    Eine.

    Wohlgemerkt, eine, die sie SELBST FINANZIERT UND DEREN BETREIBER SIE NICHT ZUERST VERSUCHT MIT MIESER, VERRÄTERISCHER, HEUCHLERISCHER POLITIK DIE GURGEL ZUZUDRÜCKEN UM DANN HEULEND RUMZUSTEHN UND ZU JAMMERN DASS EINEN JA NIEMAND VERSTEHT, BUHUHUU, ABER MAN WOLLE GEFÄLLIGST GEWÄHLT WERDEN, WEIL MAN SO EIN ELENDER VERSAGER UND FEIGLING GEWESEN IST UND ALLES VERSAUT HAT WAS MILLIONEN MENSCHEN EINEM IN DIE HÄNDE GELEGT HABEN??!

    VERTEIDIGT EUCH DEMNÄCHST GEFÄLLIGST SELBER, IHR HOSENSCHEISSER!!

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    Topics: Aktuell, Politik | Kommentare deaktiviert

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