Hessen: Massenfestnahmen in Frankfurt nach Demonstration
Frankfurt: Nach einer Demonstration von Studenten gegen allgemeine StudiengebĂŒhren sind 150 Menschen durch die Polizei festgenommen worden. BegrĂŒndung: „Verdacht auf Landfriedensbruch“ (1). Studenten hatten laut Polizeibericht die vorgeschriebene Demoroute verlassen und waren in die Innenstadt gelaufen.
Die Studenten wurden in der KaiserstraĂe zwischen WeserstraĂe und Gallusanlage festgenommen. „Kaputte Wahlplakate und umgestĂŒrzte MĂŒlltonnen“ vermeldete die Polizei aber „von der Mainzer LandstraĂe und dem Bereich des angrenzenden Westendes. In der Niedenau brannte eine MĂŒlltonne“, so der entsetzliche Bericht (2). Wo da jetzt der Grund sein soll fĂŒr 150-fache Freiheitsberaubung durch den Staat, weiss der Koch.
Auch woher „Associated Press“ (ap) folgende Neuigkeit auf dem Pressepportal zu vermelden hat :
„Laut Polizei wurden Beamte angegriffen, Wahlplakate zerstört und eine MĂŒlltonne in Brand gesetzt.“
Also erstens ist bei der Polizei nachzulesen, dass die Massenfestnahmen nicht dort stattfanden, wo tatsĂ€chlich eine MĂŒlltonne umgeworfen oder ein Raub der Flammen geworden war, und zweitens schreibt die Polizei selbst nichts von Angriffen auf Beamte. WĂ€re bei der geringen Anzahl von insgesamt 450 Personen auf 2 Kundgebungen auch schwer vorstellbar. Feststeht: die Polizei löste eine genehmigte Demonstration von Studenten gewaltsam auf und tĂ€tigte eine Massenfestnahme.
Die Demo war organisiert worden durch das AktionsbĂŒndnis gegen StudiengebĂŒhren (ABS), dem BĂŒndnis fĂŒr Politik- und Meinungsfreiheit (BPM), dem Freien Zusammenschluss von StudentInnenschaften (fzs), dem AStA der UniversitĂ€t Frankfurt und dem AStA der Fachhochschule Frankfurt.
In einer ErklÀrung forderten sie:
„1. Ein gebĂŒhrenfreies Studium und somit die sofortige Abschaffung von StudiengebĂŒhren und Studienkonten.
2. Eine bedarfsgerechte und von den Eltern unabhĂ€ngige Finanzierung fĂŒr Studium und Schulbesuch.
3. Die sofortige EinfĂŒhrung der Verfassten Studierendenschaft sowie deren rechtliche Verankerung in allen Hochschulgesetzen des Bundesgebiets.
4. Das Recht auf ihre freie MeinungsĂ€uĂerung ohne Angst vor Zensur und Kriminalisierung fĂŒr Studierenden- und SchĂŒlerInnen-Vertretungen.
5. Demokratische Bildungseinrichtungen!“
Hier das schmissige Mobilisierungsvideo. Und bitte das nÀchste Mal vorher Bescheid sagen.
Quellen:
(1)
http://newsticker.welt.de/index.php?channel=new&module=dpa&id=16748308
(2)
http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/4970/1124866/polizeipraesidium_frankfurt_am_main
(3)
http://www.pr-inside.com/de/frankfurter-polizei-loest-kundgebungen-gegen-r406386.htm
