Einsatz in Deutschland: mit geladenen Maschinengewehren schiesst man und bestaunt sie nicht wie Christbaumschmuck!
Seid ihr alle blind? Schmeckt euch echt der Cafe To Go im Schatten einer blinkenden vollautomatischen Waffe und im Anblick des TrÀgers in seiner Uniform an Orten, an denen ihr eigentlich Entspannung sucht?
Mit der erneuten AufrĂŒstung der Polizei und dem Einsatz von Maschinenpistolen oder -gewehren im zivilen Alltag ist es nur eine Frage der Zeit, wann mit diesen Waffen BĂŒrger und Besucher unseres Landes getötet werden.
Sind die Beamten mit Schlagstöcken, Pfefferspray, Tasern, Pistolen und Kampfhunden ausgerĂŒstet, werden diese benutzt. Werden bei EinsĂ€tzen Wasserwerfer und Planierraupen Ă€hnelnde Fahrzeuge zum RĂ€umen von Personen eingesetzt, werden diese eingesetzt.
Die Entscheidungen treffen die Einsatzleitungen vor Ort oder je nach Situation die Polizisten in eigenem Ermessen.
Mit den mitgefĂŒhrten schussbereit geladenen Maschinengewehren oder -pistolen verhĂ€lt es sich nicht anders, es gibt keine Hemmschwelle. Wie auch, wird doch tagtĂ€glich damit geworben, dass die offene, zur Schau getragene PrĂ€senz nun zum Alltag gehören wird. In den Medien werden VerstĂ€ndnis und Einsicht verbreitet, keinerlei Kritik wird offenbar oder Widerspruch wird verhöhnt.
Fast sieht es so aus, als wĂ€re ein am 22. Dezember 2016 im „Kölner Stadtanzeiger“ veröffentlichtes Foto von zwei jungen Polizistinnen auf dem Weihnachtsmarkt am Rudolfplatz in Köln (Nordrhein-Westfalen) mit ungeladenen Maschinengewehren, deren Magazine in den Westentaschen steckten, ein Sondierungsversuch, die Reaktionen der Bevölkerung auszuloten, denn laut Polizei hĂ€tten sich die Beamtinnen nicht an die Instruktionen gehalten und es wĂŒrde eine nochmalige Belehrung dazu fĂŒr jeden Polizisten geben.
An dieser Stelle sei eine allgemeine Betrachtung zum Waffeneinsatz durch staatliche Behörden erlaubt: es gibt genĂŒgend Beispiele, wo Angehörige bewaffneter Organe ganz bewusst Waffen ohne Munition mit sich fĂŒhrten um keine Menschen zu erschiessen, die dabei Kopf und Kragen riskierten und spĂ€ter rehabilitiert und geehrt wurden. Im oben genannten Fall zieht das Argument nicht, bei der Berufswahl hĂ€tten die jungen Frauen gewusst, worauf sie sich einlassen. Mit Maschinengewehren zu schiessen wie ein Bundeswehrsoldat oder ein Sondereinsatzkommando war sicher nicht Teil des Berufsbildes.
Am 30.12.2016 veröffentlichte die Gewerkschaft der Polizei in Nordrhein-Westfalen eine PresseerklĂ€rung, in der es heisst, dass mit dem Einsatz am heutigen Silvesterabend die Beamten mit ĂŒber vier Millionen geleisteten Ăberstunden in das neue Jahr gehen. Durch die weiter anhaltend „angespannte“ Sicherheitslage wĂ€re nicht abzusehen, wann diese in Freizeit abgegolten werden kann und nach drei Jahren ist der Anspruch verjĂ€hrt.
Wenn jede Grossveranstaltung – kultureller, sportlicher oder politischer Art – unnötigerweise mit dem Einsatz tausender Polizisten begleitet wird, die von Bundesland zu Bundesland als Amtshilfe mit teuren Reisekosten angefordert werden, kostet das mit diesem sinnlosen Vergeuden von finanziellen Mitteln Milliarden an Euros.
Hinzu kommen ausserdem uferlose EinsĂ€tze zum Absichern spontan angemeldeter Demonstrationen, Evakuierungen von GebĂ€uden, Bahnhöfen, StrassenzĂŒgen, PlĂ€tzen wegen abgestellten Taschen oder GrosseinsĂ€tze bei der kontrollierten Sprengung von BlindgĂ€ngern aus dem Weltkrieg wie jĂŒngst in der vergangenen Woche die Evakuierung von vierundfĂŒnfzigtausend Menschen in Augsburg.
Was das Erschiessen von Unschuldigen betrifft, so ist die Gefahr extrem hoch. Mutmasslicher TatverdĂ€chtiger gefasst, wieder freigelassen, so geht das tagein, tagaus – bis alle hier im Land völlig indoktriniert sind, die „BeschĂŒtzer und die BeschĂŒtzten“.
Nehmen wir einen Vorfall, der sich im FrĂŒhsommer in Hamm in Nordrhein-Westfalen ereignet hat. Ein Autofahrer hatte einen an einer Ampel herumtĂ€nzenden Mann mit vermutetem SprengstoffgĂŒrtel gesehn, der anschliessend in das geschlossene Jobcenter am Beltgens Garten lief und damit einen Grosseinsatz auslöste. Es war ein harmloser Jogger mit Weste, dessen BĂŒrorĂ€ume im Jobcenter liegen. Wer kann schon sagen, ob der Anrufer wirklich ein „besorgter BĂŒrger“ war?
In ihrer psychischen Verfassung und Belastbarkeit unterscheiden sich Menschen. Sie ist auch nicht gleichbleibend je nach dem persönlichen Umfeld oder ihr Stand im Team. Polizisten sind Menschen und haben wie jeder eine erlernte und erfahrene gesellschaftliche Weltanschauung. Wer will voraussagen, wie ein Polizist in einer Situation wie in der eben genannten handelt, von der er annimmt, dass keine Zeit zu verlieren ist um die Menschen im Jobcenter zu schĂŒtzen. Er wird schiessen, vor allem wenn der vermeintlichte „AttentĂ€ter“ nicht von einer Menschenmenge umringt ist – dafĂŒr wurde er in Programmen trainiert, die nicht denen der SondereinsatzkrĂ€fte im Niveau annĂ€hernd gleichkommen!
In MĂŒnster (Nordrhein-Westfalen) fand Ende Juni 2016 eine reale Anti-TerrorĂŒbung fĂŒr Polizisten auf dem alten PostgelĂ€nde am Hansaring statt.
„Sowohl die Polizeien Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen als auch die Polizei Mecklenburg-Vorpommern planen derzeit die Beschaffung der SFP9 TR. Die Variante SFP9 TR verfĂŒgt ĂŒber ein höheres Abzugsgewicht, einen lĂ€ngeren Abzugsweg und einen lĂ€ngeren Resetweg als die fĂŒr SpezialkrĂ€fte entwickelte Variante SFP9 SF. Dies ist nötig, um der Technischen Richtlinie Dienstpistolen der Polizei gerecht zu werden. Die ersten Auslieferungen, zuerst an die Polizei Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen erfolgen Ende 2016. Die SFP9 löst bei der Polizei Sachsen die HK P7 und P7M8 ab, die SIG Sauer P228 in Brandenburg, die Sig Sauer P225 (P6) in Mecklenburg-Vorpommern sowie die HK P2000 in Niedersachsen. In Sachsen ist die SFP9 bereits beschafft und wird zur Zeit ausgegeben.“
Laut „Hannoveranischer Allgemeine“ vom 23. Juni 2016 wurden die neuen StudienanfĂ€nger der Polizei in Niedersachsen mit dieser Waffe ausgestattet. Das sind Greenhorns, AnfĂ€nger und ihr fĂŒhlt euch sicher!
Artikel zum Thema
30.12.2016 Analyse: Geheimdienstlicher Komplex will das stadtweite âĂberwachungsâ-System in Berlin wieder aktivieren lassen
Was wĂŒrde passieren, wenn bekannt wĂŒrde, dass Berlin, die einflussreichste und mĂ€chtigste Stadt auf dem Kontinent Europa und die Hauptstadt der Berliner Republik, durch ein stadtweites Spionagesystem âĂŒberwachtâ wird, durch das jede Person beobachtet werden kann âvon dem Moment an dem sie die TĂŒrschwelle verlĂ€sst, bis zu dem Moment an dem sie zurĂŒckkehrtâ und dass Arbeit und soziales Verhaltensmuster der Stadtbewohner und -besucher âaufzeichnet, analysiert und archiviertâ? Und nicht nur Geheimdienste aus N.A.T.O.-Staaten darauf in Echtzeit zugreifen können?
26.11.2016 Polizisten werden militÀrisch geschult
Die âMilitarisierungâ der Polizei war das Thema des Hannoveraner Sozialwissenschaftlers Martin Kirsch. Nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo in Paris Anfang 2015 hĂ€tten Politiker die Forderung erhoben, fĂŒr âWaffengleichheitâ zwischen den SicherheitskrĂ€ften und den Terroristen zu sorgen. So wollten einige BundeslĂ€nder Radpanzer anschaffen, damit Polizisten auch durch einen Kugelhagel fahren könnten, um etwa Verletzte zu bergen. In Rheinland-Pfalz werde derzeit ein solcher Panzer erprobt.
Immer mehr Streifenwagen wĂŒrden zudem mit Material ausgerĂŒstet, ĂŒber das sonst nur Spezialeinheiten verfĂŒgten, darunter Maschinengewehre und militĂ€rische Schutzhelme. Baden-WĂŒrttemberg sei dabei ein Vorreiter. Die Beamten sollen AmoklĂ€ufer oder Terroristen stellen können, bevor das SEK eintrifft.
12.09.2009 Wann wird aus einem Warnschuss ein Kopfschuss?
Kein Schusswaffeneinsatz auf Demonstrationen!
Quellen:
http://www.gdp.de/gdp/gdpnrw.nsf/id/DE_Polizei-NRW-geht-mit-ueber-4-Millionen-Ueberstunden-in-das-Jahr-2017?open&ccm=000
http://www.ksta.de/koeln/diskussion-um-polizeifehler-koelner-beamtinnen-tragen-maschinenpistolen-ohne-munition-25363810
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/augsburg-nach-evakuierung-von-50-000-menschen-fliegerbombe-entschaerft-a-1127509.html
http://www.mopo.de/hamburg/polizei/grosseinsatz-in-hamm-warum-ein-jogger-terror-alarm-im-jobcenter-ausloeste-24151448
http://www.haz.de/Nachrichten/Der-Norden/Uebersicht/Niedersachsens-Polizei-ruestet-sich-fuer-Kampf-gegen-Terrorismus
https://de.wikipedia.org/wiki/HK_SFP9
