Gegen Krieg zu sein ist pro-amerikanisch

Thomas Jefferson erklĂ€rte, der amerikanische Weg der Beziehungen mit der Welt solle bestehen aus „Frieden, Handel und ehrlicher Freundschaft mit allen LĂ€ndern – umschlingenden Allianzen mit keinen.“ Wie auch immer, im Lauf der mindestens sieben vergangenen Jahrzehnte hat die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika diese Mahnung auf den Kopf gestellt.

Frieden? Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika hat nahezu stĂ€ndig seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vorsĂ€tzliche Kriege gefĂŒhrt. Sie hat fast 70 Jahre lang rund um die Welt mit offenen Kriegen, verdeckten Kriegen, Staatsstreichen, Ermordungen, Kalten Kriegen, Drohnenkriegen etc. Tod und Zerstörung gebracht.

Handel? Durch Sanktionen und Embargos hat die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika gegen ganze LĂ€nder aufgrund von politischen AnimositĂ€ten gegen deren AnfĂŒhrer wirtschaftlichen Krieg gefĂŒhrt. Das hat zum Tod von Hunderttausenden von Unschuldigen gefĂŒhrt, denen die Möglichkeit verwehrt wurde, GĂŒter und Dienstleistungen von den Vereinigten Staaten von Amerika und vom Rest der Welt zu kaufen. Es hat auch die Möglichkeit von Amerikanern beschnitten, frei zu reisen und Handel zu treiben.

Ehrliche Freundschaft? Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika hat in zynischer Manier LĂ€nder dazu manipuliert, viele Jahrzehnte lang ihren Zwecken zu dienen. Sie hat demokratisch gewĂ€hlte AnfĂŒhrer gestĂŒrzt und Marionetten eingesetzt, die ihren Absichten nĂŒtzen. Sie hat so viele umschlingende Allianzen geschaffen, dass die ganze Welt voller StolperdrĂ€hte ist, die jeden Augenblick die Vereinigten Staaten von Amerika in Konflikte hineinziehen könnten.

Die totale Absage an Jeffersons Vorgaben fĂŒr die Außenpolitik hat sich verheerend ausgewirkt auf Amerikaner, die Leben, Freiheit und das Streben nach GlĂŒck hochhalten. In der Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg kamen ĂŒber 100.000 amerikanische Soldaten in Kriegen im Ausland ums Leben und Hunderttausende mehr wurden verwundet. 22 Veteranen bringen sich jeden Tag um, was die doppelte Suizidrate der Normalbevölkerung darstellt. (Diese Zahl enthĂ€lt die Selbsttötung von nahezu einem aktiven Soldaten tĂ€glich). Fast 3.000 unschuldige Amerikaner wurden am 11.9.2001 ermordet, gefangen in einem RĂŒckschlag gegen die Außenpolitik ihrer Regierung und dem Hass, den diese erzeugt.

Krieg hat stetig die amerikanische Freiheit zerfressen und hat die BĂŒrgerrechte nahezu eliminiert. Das betrĂŒgerisch als Patriot-Act bezeichnete Gesetz hatte den ausgedehntesten Überwachungsapparat der Weltgeschichte zur Folge. Die NSA sammelt Monat fĂŒr Monat Milliarden von TelefongesprĂ€chen, e-mails und Handy-Ortungsdaten ohne gerichtliche Genehmigung und ohne begrĂŒndeten Verdacht. Die Meinung, in seiner PrivatsphĂ€re und auf eigenem Grund vor Übergriffen der Regierung sicher zu sein, ist praktisch verschwunden.

Die massiven Kosten des Krieges erfordern, dass die Amerikaner eine stĂ€ndig steigende Rechnung bezahlen. Die Federal Reserve verursacht eine Inflation, um Kriege zu finanzieren, die wir uns nicht leisten können, welche insgeheim in die Taschen jedes Amerikaners greift. Jeder Mensch in den Vereinigten Staaten von Amerika ist an eine stĂ€ndig wachsende Schuld von $19,3 Billionen gekettet (ein großer Teil davon in Verbindung mit Krieg) und muss fĂŒr die Hunderten Milliarden Dollars bezahlen, die an jĂ€hrlichen Zinsenzahlungen fĂŒr Kriegsschulden anfallen. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben noch immer nicht ihre Schulden aus dem Ersten Weltkrieg abgezahlt.

James Madison erkannte die dĂŒstere Bedrohung, die Krieg fĂŒr eine freie Gesellschaft darstellt:

Von all den Feinden der allgemeinen Freiheit ist der Krieg vielleicht derjenige, der am meisten gefĂŒrchtet werden muss, weil dieser den Keim aller anderen umfasst und entwickelt. Krieg ist der Erzeuger von Armeen, aus diesen kommen Schulden und Steuern; und Armeen und Schulden und Steuern sind bekanntlich die Instrumente, um die Vielen unter die Herrschaft der Wenigen zu bringen.

Er endete, indem er sagte: „Kein Land konnte seine Freiheit inmitten stĂ€ndiger KriegsfĂŒhrung bewahren.“

Es liegt im Interesse jedes Amerikaners zu verstehen, warum Krieg eine so große Gefahr bildet fĂŒr Leben, Freiheit und das Streben nach GlĂŒck. Sich gegen den Krieg zu stellen, besonders gegen verfassungswidrige, unnötige, ungerechte Kriege (also die einzige Art, die wir seit sieben Jahrzehnten oder mehr gesehen haben), hat sehr viel mit dem zu tun, was es bedeutet, ein Amerikaner zu sein.

Orginalartikel „Anti-war Is Pro-American“ vom 17. Mai 2016

Quelle: http://antikrieg.com/aktuell/2016_06_13_gegen.htm