G7: „Ich würde denen am liebsten in die Schnauze hauen“

Das Zitat der Überschrift stammt nicht von den durch deutsche Strafverfolgungsbehörden kriminalisierten Demonstranten, die gegen das Gipfeltreffen in Schloss Elmau protestieren. Es stammt von Alma Hofer, Bäuerin aus Garmisch.

Zahlreiche Interviews wurden mit den Anwohnern in den letzten Wochen geführt. Die Bundesregierung stellt die Zusammenkunft als Segen für die Region dar mit Investitionen in die Region. Das sehen die meisten Einheimischen ganz anders. Viele solidarisieren sich mit den angereisten G7-Gegnern.

In das Protestcamp des Aktionsbündnisses Stop-G7-Elmau, das bis zur letzten Minute verhindert werden sollte, bringen die Ortsansässigen Lebensmittel und drücken ihre Unterstützung aus.

Küche im G7-Protestcamp

Küche im G7-Protestcamp

Die Selbstversorgung mit Essen und Getränken der Camper wurde von dem Bündnis vorbildlich und professionell organisisiert. Aus allen Teilen der Bundesrepublik reisten die Helfer an. Die Feldküchen erhielten bei der Inspektion der Hygienebehörden die Genehmigung zum Betrieb. Sieht so ein "Schwarzer Block" aus - ein Terminus, der für die militärische Aufrüstung herhalten muss?

Auf Vice.com kommen einige Anwohner von Garmisch-Partenkirchen zu Wort.

"Schleicht´s eich, ihr greisligen Grattler!" empört sich Alma über die Beamten, die sich genauso durch die Absperrungen und Barrikaden rund um das Tal von Schloss Elmau behandelt fühlt wie die Staatsbehörden die Protestierenden als gefährliche Subjekte betrachten.

Vice.com zitiert Almo Hofer wie folgt:

"Wenn ich mich als Politiker hinter 20.000 Polizisten verstecken muss, dann ist da doch was faul. Wir werden hier unterdrückt, unsere Heimat wird verschachtelt. Und wenn ich die Deppen hier sehe (sie deutet mit ausgestrecktem Finger auf zwei Polizisten die gerade unseren Weg kreuzen), dann werd ich gleich sauer. Ich würde denen am liebsten eins in die Schnauze hauen."

Letztendlich konnte sich das Protestcamp der Initiative gegen alle Schikanen durchsetzen und wurde in letzter Minute ohne Auflagen genehmigt.

Und das ist eines der wichtigsten Erfolge der Veranstaltung in Bayern überhaupt:

Das Durchsetzen des Versammlungsrechts in einem demokratischen Staat!