Russisches U-Boot in Ostsee war schwedisches ziviles Boot „Time Bandit“

Militär, Krieg

u-bootEinstürzende Lügengebäude: Finte aus Stockholm, um das Militärbudget vor allem für die Marine in den kommenden Jahren kräftig aufzustocken. (Foto: Screenshot)

Sicher haben nicht wenige Personen von der wochenlangen, mehrere Millionen schweren kostenintensiven Jagd auf russische U-Boote in der Ostsee im vergangenen Herbst gehört, die angeblich mehrfach vor der schwedischen Küste gesichtet wurden. Diese Ente wurde von Radio Utopie als kriegsverschärfende Propaganda ignoriert.

In den renommierten Medien wurde immer wieder über "russische" U-Boote berichtet - vermutlich dazu angestachelt von einigen Personen der schwedischen Regierung und dem Rüstungskomplex.

Konteradmiral Anders Grenstad teilte nun am Samstag auf einer Pressekonferenz mit, dass die Marine die schwedische Regierung am vergangenen Mittwoch darüber informiert hat, dass es sich bei dem vor Stockholm am 31.Oktober 2014 gesichteten und fotografierten U-Boot um das schwedische Arbeitsschiff "Time Bandit" handelte. Es ist weiss, aus Plastik und zehn Meter lang und kein zwanzig bis dreissig Meter langes schwarzes U-Boot, dem von den Medien unterstellt wurde, "mutmaßlich" russischer Herkunft zu sein. Das Foto, das Sven Olof Kviman, ein pensionierter Marineoffizier, aufgenommen hatte, ging als Beweismittel um die ganze Welt. Vielleicht liess sich das Lügengebäude nicht länger aufrechterhalten. Kviman war in den 80er und 90er Jahren an der Jagd nach U-Booten beteiligt - was für ein ausgesucht glaubwürdiger Experte!

Ein halbes Jahr hat es gedauert, um diese Aussage der Armee nun öffentlich zu machen. Der schwedischen Armee ist der Vorwurf zu machen, dass sie mit ihrer ellenlangen Suche die Spannungen zwischen den N.A.T.O.-Ländern und Russland geschürt hat.

Dieses Dementi hätte sofort, einen Tag später, erfolgen müssen. Der Skipper des Bootes, dessen Boot auf dem Bild zu sehen war, sagte gestern in Dagens Nyheter, dass die Marine bis jetzt nicht mit ihm gesprochen hat. Das Foto scheint auch noch manipuliert worden zu sein, denn das Schiff ist nicht an dem Ort abgebildet, wo es sich an dem Tag zu dieser Zeit nach Aussage des Schiffsführers befand.

Erst Ende diesen Monats wird die Marine einen endgültigen Bericht abliefern, teilte Konteradmiral Anders Grenstad mit. Die Marine vertritt weiter die Ansicht, dass sich vier U-Boote in schwedischen Gewässern aufgrund der verschiedenen Sichtungen auch an anderen Orten aufhielten.

Schwedens Verteidigungsminister Peter Hultqvist forderte vor einem Monat eine zusätzliche Budgeterhöhung von siebenhundert Millionen U.S.-Dollar für den Zeitraum von 2016 bis 2020. Damit sollen die Kriegsschiffe "Gavle" und "Sundsvall" modernisiert sowie hundertundfünfzig Soldaten ständig auf Gotland stationiert werden. Weiter sind damit Investitionen in Unterwasser-Sensoren, U-Boot-Technik und NH90 Helikopter geplant. Premierminister Stefan Lofven sagte, dass es schlüssige Beweise für die Anwesenheit eines ausländisches U-Boots vor der Küste Stockholms gibt. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Parlaments erklärte, dass "die U-Boot-Jagd Priorität hat. Wir hatten Vorfälle, die zeigen, dass es sehr wichtig ist, eine erhöhte Kapazität für die U-Boot-Kriegsführung zu haben".

Damit dürften die Motive der Sichtungen, deren einer der Augenzeugen ein pensionierter Offizier war, geklärt und die Zuteilung des erhöhten Finanzbedarfs vor dem "Abschlussbericht" gerettet sein.

Quellen:
http://www.thelocal.se/20150413/suspected-sub-in-swedish-waters-was-working-boat
http://rt.com/news/240237-swedish-military-funding-increase/