Mutter Russland

Gesellschaft, Verhältnisse Politik, Diplomatie

Eine trügerische Beute

Peter Iljitsch Tschaikowskys "Ouvertüre 1812" sollte eine ständige Erinnerung an das sein, was denen passiert, die Pläne gegen Mutter Russland schmieden. Nachdem er die Armeen des Zaren in Nahkämpfen geschlagen hatte, erreichte Napoleon Moskau. Anstatt sich zu ergeben, brannten die Russen es nieder! Napoleon errang keinen Sieg.

Dieser Vaterländische Krieg des Jahres 1812 begann am 24. Juni, als Napoleons Grande Armée den Fluss Memel überschritt. Der offizielle politische Vorwand für den Krieg war die Beseitigung der russischen Bedrohung Polens.

Napoleon nannte diese Kampagne sogar den Zweiten Polnischen Krieg, um sich bei den Polen anzubiedern und einen politischen Vorwand für seine Aktionen zu schaffen.

Sie sehen also, dass auch Napoleon eine falsche Flagge in seinem Tornister trug. Politiker allerorten haben keine Bedenken, ihre wahren Motive mit Lügen zu verdecken, sie sind alle aus demselben Stoff geschnitten.

Nun wollen Amerikaner und ihre westlichen Alliierten die Ukraine vor diesen selben Russen retten. Glauben Sie das nicht. Die Ukrainer haben seit dem 9. Jahrhundert mit und neben Russen gelebt. Sie haben nicht nur überlebt, sie haben ihre Identität sehr wohl bewahrt. Was der Westen wirklich will, ist etwas anderes, in der Tat etwas ganz anderes!

Im Mittelalter wurde die Kiewer Rus zum Zentrum der ostslawischen Kultur. Aus ihr entsprangen sowohl Russland als auch die Ukraine. Im 13. Jahrhundert wurde der geografische Teil Osteuropas, der Ukraine genannt wurde, von einer Reihe von westlichen Ländern aufgeteilt und beherrscht. Im 17. Jahrhundert entstand eine ukrainische Kosakenrepublik, aber sonst blieb die Ukraine aufgeteilt, bis die Sowjetunion sie im 20. Jahrhundert in einer Sowjetrepublik vereinigte. Erst 1991 wurde sie zu einem unabhängigen Land.

Um zu illustrieren, wie verwickelt die Dinge in Osteuropa waren: meine Großeltern wanderten getrennt im Jahrzehnt vor dem Großen Krieg von dort aus. Sie bezeichneten sich selbst als Ukrainer, sie sprachen ukrainisch, sie hielten sich an die ukrainischen Traditionen, sie besuchten regelmäßig eine orthodoxe Kirche. Zwei ukrainischere Menschen konnte man nicht finden. Aber! Keiner von ihnen lebte jemals in einem Land namens Ukraine. Tausende von Ukrainern waren wie sie. „Meine Ukraine“ war ein mythischer Ort.

Zbigniew Brzrzinskis gut bekannte polnische Familie stammte aus Brzeany in Galizien in der Region Tarnopol in Polen (jetzt Ukraine). Zbigniew wanderte zusammen mit seinen Eltern aus nach Kanada von Galizien, derselben Region, aus der meine Eltern auswanderten. Abgesehen vom Altersunterschied hätten sie und die Brzezinskis Nachbarn sein können. Polen und Ukrainer lebten Seite an Seite!

Wenn also Arseniy Jazenjuk sagt: „Das ist unser Land, unsere Väter und Großväter haben ihr Blut für diese Land vergossen, und wir werden keinen einzigen Centimeter vom ukrainischen Land zurückweichen,“ dann vernebelt er die Dinge. Viel von dem vergossenen Blut war russisch.

Die Ukrainer haben und hätten die Deutschen im Zweiten Weltkrieg nicht besiegen können. In Wirklichkeit kämpften viele auf der Seite Deutschlands. Sie sehen, die Situation in der Ukraine ist sehr kompliziert, und das macht auch die laufenden Ereignisse dort sehr kompliziert. Nur Narren und Politiker beschreiben sie in einfachen Begriffen.

In der Ukraine gibt es ungefähr soviel Einigkeit wie in der amerikanischen republikanischen Partei. Meinungsverschiedenheiten verlaufen ungezügelt. Zu behaupten, dass die Ukrainer dies oder jenes wollen, ist blanker Unsinn. Das Land ist Heimat von 44,6 Millionen Menschen, von denen 77% ethnische Ukrainer sind, 17% ethnische Russen, und 6% zu einer Reihe von anderen Nationalitäten gehören – Weißrussen, Tataren, Rumänen, Litauer, Polen und andere. Und die ukrainische Opposition, die Präsident Viktor Janukowitsch dazu brachte, dass er flüchtete, besteht aus verschiedenen Gruppen, die keineswegs einer Meinung sind.

Die prorussischen Ostukrainer können genauso leicht demonstrieren wie es die antirussischen Westukrainer taten. Es könnte leicht zu einem ägyptischen Szenario kommen. Eine Revolution auf der Straße, eine Wahl, eine unzufriedene Opposition, die verliert, weitere Demonstrationen und endlich eine militärische Intervention könnten letztlich das Ergebnis sein. Oder die Ukraine könnte auseinandergerissen werden, wie sie es schon so oft in der Geschichte wurde. Das ist es nicht, was viele von denen, die in Kiew demonstriert haben, wollen.

„Wir wollen das System wechseln, nicht nur den Präsidenten,“ sagt Vitali Vygupaev, ein Automechaniker und Protestführer. „Wenn wir den Präsidenten wählen und das System wechseln, werden wir abziehen.“

Aber das könnte nicht möglich sein. Die Ukraine hat ein Problem, das sie mit vielen Ländern einschließlich den Vereinigten Staaten von Amerika teilt. Ihre Verfassung erlaubt, dass das politische System korrumpiert wird. Dieses System ist es, das die Probleme verursacht hat, und das wird sich voraussichtlich nicht ändern.

Falsche Wirtschaftspolitik, Reformunwillen und endemische Korruption haben das Land destabilisiert. Die Währung, der Hryvnia, wurde 8:1 gegenüber dem Dollar fixiert, jetzt wird sie um 10:1 gehandelt. Die Regierung gab vor kurzem Schuldscheine mit 15% Verzinsung heraus, ihre Staatsanleihen sind schlecht angekommen, und viele Investoren machen sich Sorgen, dass die Ukraine bald pleite sein wird. Die Ukrainer, die auf eine Rettungsaktion hoffen, werden schockiert sein aufgrund der Sparmaßnahmen, die jede Rettungsaktion erfordern wird. Die Europäische Union wird die Ukrainer genauso behandeln wie die Griechen behandelt worden sind. Die Ukrainer könnten sogar Porgy and Bess´s „keiner kennt unsere Sorgen“ singen anfangen müssen.

Sie werden nicht nur das Fleisch beitragen, das jede Rettungsaktion erfordert, sie werden auch das Blut vergießen, das dessen Erbringung erfordert. Die Lösung dieses wirtschaftlichen Problems wird viele Jahre dauern. Der Westen ist interessiert an der Rückzahlung der Schulden der Ukraine, und damit das gewährleistet ist, muss die Europäische Union die Wirtschaft der Ukraine kontrollieren, wie sie die Wirtschaften von Griechenland, Portugal, Italien und Spanien kontrolliert.

Das ist das wirtschaftliche Problem, und außer dass Russland einen Teil der Staatsschulden der Ukraine hält, hat Russland nichts damit zu tun. Die politische Auseinandersetzung der westlichen Welt mit Russland ist etwas anderes. Der Westen, besonders Westeuropa, hatte sein Auge zumindest seit dem 18. Jahrhundert auf Russland geworfen, als Karl XII von Schweden dort einmarschierte. Die Invasion begann mit der Überschreitung der Weichsel am 1. Januar 1708 durch Karl und endete effektiv mit der schwedischen Niederlage in der Schlacht von Poltova am 8. Juli 1709, obwohl Karl noch einige Jahre eine militärische Bedrohung für Russland bildete, als er unter dem Schutz der türkischen Ottomanen stand. Da überredete Karl Sultan Ahmed III, Russland den Krieg zu erklären. Unterstützt von einer türkischen Armee führte Karl die Türken in den russisch-türkischen Krieg (1710-1711), aber bevor er Kämpfe führen konnte, bestach Peter der Große die Türken, damit sie den Krieg beendeten. Karls Ambitionen, Russland zu erobern, waren vergangen.

Wie schon früher bemerkt, marschierte Napoleon 1812 in Russland ein. Die russische Revolution brachte die Union der sowjetischen sozialistischen Republiken im November 1917 zur Welt. Der Westen intervenierte 1918 mit einer multinationalen Militärmacht, quasi einer beginnenden NATO. Die erklärten Ziele waren, den tschechoslowakischen Legionen zu helfen, den Nachschub in den russischen Häfen zu sichern und die Ostfront wiederherzustellen. Aber nachdem sie den Krieg in Westeuropa gewonnen hatten, unterstützten die alliierten Mächte die konterrevolutionären Kräfte in der Hoffnung, Nikolaus II wieder auf Russlands autokratischen Thron einzusetzen. Die großen Verteidiger der Demokratie kämpften für einen Autokraten! So oder so klingt das nicht gut. Der Begriff „Demokratie“ passt nicht zusammen mit dem Begriff „Autokrat.“ Die Bolschewiken behaupteten mit Recht, dass ihre Gegner von westlichen Kapitalisten unterstützt wurden. Fehlende öffentliche Unterstützung und eine sich verschlechternde Situtation zwangen die Alliierten, sich 1920 zurückzuziehen. Mutter Russland hatte wieder einmal eine fremde Invasion besiegt. Die getragenen Fahnen stellten sich im Lauf der Zeit als falsch heraus.

Die westlichen Alliierten kämpften zwei Jahre lang nach Ende des Großen Krieges und dem Abzug der tschechoslowakischen Legionen weiter an der Seite der zaristischen Kräfte.

Dann, im Juni 1941, marschierten die deutschen Streitkräfte in die Sowjetunion ein. Bis zum Herbst 1942 hatte die deutsche Armee ständig die Oberhand. Europa war erobert. Die Deutschen erreichten Stalingrad. Das erwies sich als Wendepunkt des Krieges. Die Schlacht von Stalingrad dauerte sechs Monate lang, vom 23. August 1942 bis zum 2. Februar 1943, als die sechste deutsche Armee kapitulierte. Von da an blieb die sowjetische Armee in der Offensive, befreite 1943 den größten Teil der Ukraine und praktisch ganz Russland und den Osten von Belarus. In der Schlacht von Kursk 1943 wurden die Deutschen wieder schwer geschlagen. Danach befreiten die Sowjets den Rest von Belarus und der Ukraine, den größten Teil der baltischen Staaten und Ostpolen. Der Krieg war effektiv vorbei. Ein weiterer Versuch des Westens, Russland zu erobern, war gescheitert. Den Russen ist zu verdanken, dass die Franzosen und Engländer heute nicht „Deutschland über alles“ singen.

Doch die Hartnäckigkeit des Westens ist irreal. Da er nicht gelernt hat, dass diejenigen, die nicht aus der Geschichte lernen, dazu verdammt sind, sie zu wiederholen, marschiert der Westen weiter. Sofort nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begannen die Vereinigten Staaten von Amerika mit einer Strategie der globalen Eindämmung, indem sie militärische und finanzielle Hilfe an die Länder Westeuropas ausbauten, die antikommunistische Seite im griechischen Bürgerkrieg unterstützten und die NATO schufen.

Obwohl in den 1970ern beide Seiten den Wunsch äußerten, freundlichere Beziehungen zu schaffen, organisierten die Vereinigten Staaten von Amerika in Afghanistan die amerikanischen Mujahedins, bildeten sie aus und bewaffneten sie, um die Russen und die von den Russen unterstützte kommunistische Regierung zu bekämpfen. Das war nur einer von vielen Stellvertreterkriegen zwischen den beiden Staaten, beginnend mit Korea. Die Feindschaft des Westens hörte nie auf in dieser Zeit. Obwohl nicht ausdrücklich amerikanische Kriege, wurden sie hauptsächlich von Amerikanern ausgetragen.

Die amerikanischen Mujahedin konnten die Russen erfolgreich aus Afghanistan vertreiben, aber die Stellvertreterkriege in Korea, Vietnam, Irak und Afghanistan, wo sich die Mujahedin gegen ihre amerikanischen Wohltäter richteten, gingen weitgehend schief. In den 1980ern erhöhten die Vereinigten Staaten von Amerika den diplomatischen, militärischen und wirtschaftlichen Druck.

Die UdSSR litt unter wirtschaftlicher Stagnation. Michail Gorbatschow führte liberale Reformen ein. 1989 stürzten Revolutionen friedlich alle der kommunistischen Regimes in Zentral- und Osteuropa. Die kommunistische Partei der Sowjetunion selbst wurde verboten. Das führte zur formalen Auflösung der UdSSR im Dezember 1991. Es sah so aus, als hätte der Westen gewonnen. Aber Mutter Russland existierte immer noch, und der Westen ließ noch immer nicht locker. Die Europäische Union startete am 7. Mai 2009 was sie als „eine Initiative“ betreffend ihre Beziehungen mit den post-sowjetischen Staaten Osteuropas bezeichnete, genannt die Partnerschaft mit dem Osten. Die EU behauptet, dass die Partnerschaft darauf gerichtet ist, einen Treffpunkt für Diskussionen von Handel, Wirtschaftsstrategie, Reiseabkommen und anderen Themen zwischen der EU und ihren östlichen Nachbarn zu schaffen.

Seit die Partnerschaft mit dem Osten eingerichtet wurde, waren auch kritische akademische Untersuchungen zu bekommen. Die Ergebnisse verzeichnen sowohl begriffliche als auch materielle Probleme. Erstens verfügt die EU über kärgliche Vorstellungen darüber, was sie fördern will. Die Vorstellungen von „gemeinsamen Werten,“ „kollektiven Normen,“ und „gemeinsamem Eigentum“ sind zu ungenau, um irgendwelche realen Absichten zu vermitteln. Zweitens scheint die EU einen „top-down“ (von oben nach unten) –Zugang zu bevorzugen, der sich eindeutig nicht verträgt mit der Vorstellung von freiwilliger Partnerschaft und ausdrücklich die Beiträge der Partnerstaaten beschränkt, was ganz klar bedeutet, dass alles, was vereinbart wird, zum Vorteil der EU sein wird. Für die EU haben die sechs postsowjetischen Staaten „strategische Bedeutung.“ Diese Formulierung hat üblicherweise militärische Auswirkungen.

Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union „teilen gemeinsame Werte, wobei Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und die Respektierung der Menschenrechte im Mittelpunkt stehen, sowie die Grundsätze der Marktwirtschaft, nachhaltigen Entwicklung und verantwortungsvollen Führung.“ Abgesehen von den Werten, sagt die Erklärung, hat die EU ein“Interesse an der Entwicklung einer zunehmend engeren Beziehung mit ihren östlichen Partnern ...“ Die Einbeziehung von Belarus in die Partnerschaft lässt die Frage aufkommen, ob Werte oder Geopolitik vorrangig sind. EU-Diplomaten sind der Meinung, dass der autoritäre Präsident des Landes Alexander Lukashenko wenig getan hat, um sich die Einbeziehung zu verdienen, aber die EU befürchtet, dass Russland Belaruns stärker im Griff haben wird, wenn Belarus draußen gelassen wird. Es ist also Russlands Zugriff, der der EU Sorgen bereitet.

Als der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch sich dafür entschied, ein Abkommen mit der EU nicht zu unterzeichnen, brachen in Kiew Demonstrationen aus, die ihn letztlich dazu zwangen zu flüchten. Innerhalb von Tagen übernahm Russland die Kontrolle auf der Krim. Russland musste etwas tun, um seine politische Kontrolle über seinen einzigen ganzjährig benutzbaren Marinehafen in Sevastopol zu beschützen.

Die Krim war erst am 19. Februar 1954 der ukrainischen sowjetischen sozialistischen Republik als „symbolische Geste“ zugeschlagen worden, um den 300. Jahrestag der Angliederung der Ukraine zum russischen Kaiserreich zu begehen. Präsident Obama bezeichnete Russlands Vorgangsweise als eine „Provokation“ und drohte mit Konsequenzen und Kosten.

Denken Sie einen Moment nach über das Wort „Provokation.” Wenn jemand Müll auf das Grundstück meines Nachbarn wirft, würde ich mich zu Recht provoziert fühlen. Allerdings nicht jemand, der 10 km entfernt auf der anderen Seite der Stadt wohnt. Washington ist eine halbe Welt nach Westen von der Krim entfernt, Russland grenzt direkt an das Land. Welche Rechtfertigung hat jemand in Washington oder auch in der EU, sich als provoziert zu bezeichnen? Die wirkliche Provokation war die Partnerschaft im Osten und ihre Lockversuche der Ukraine gegenüber. Russlands Vorgangsweise stoppte die EU vor dem Weitermachen. Es ist schwer, für die mehr als 300 Jahre Feindseligkeit, die der Westen Russland gegenüber gehegt hat, irgendeine Rechtfertigung zu finden. Mit Ausnahme von einigen kleineren Grenzkonflikten hat Russland nie ein Land des Westens angegriffen. Die westliche Zivilisation hingegen war immer aggressiv. Sicher seit Alexander dem Großen und vielleicht schon davor waren die westlichen Länder verrückt nach Imperien. Rom, England, Frankreich, Spanien, Portugal, die Niederlande, Italien, Österreich, Schweden und Deutschland – sie alle wollten Imperien errichten.

Die Geschichte der westlichen Zivilisation ist eine Geschichte des Kriegs. Dieser imperiale Wahn hat das Leben der einfachen Menschen nicht verbessert. Nie! Kein englischer Normalbürger hatte viel davon von dem Weltreich, in dem die Sonne niemals unterging. Und eines nach dem anderen gingen diese Weltreiche flöten. Länder des Westens kontrollieren heute weniger Territorium auf der Welt als 1939. Auszuziehen, um ein Weltreich zu erobern, ist eine Jagd nach einem Hirngespinst!

Diese antirussische Einstellung besitzt alle Charakteristika eines rassistischen Vorurteils. Sie entspricht dem Antisemitismus. Die gesamte jüdische Rasse wurde absurderweise und kollektiv für den Tod Christi verdammt. Es existiert nicht einmal eine ähnliche Fiktion, um die antirussische Einstellung zu rechtfertigen. Antisemitismus ist ein Produkt der westlichen Zivilisation, er ist eine westliche Erfindung, er führte zur Ermordung von rund sechs Millionen Juden. Werden Herr Cameron und Frau Merkel froh sein, wenn sie sehen, dass die antirussische Einstellung zur Abschlachtung von sechs Millionen Russen führt? Das ist sicher möglich.

Die UNO umfasst 193 Mitgliedsstaaten. Der Vatikan und Palästina haben Beobachterstatus. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben in mehr als 150 Staaten Soldaten stationiert. Russland hat Soldaten in drei oder vier seiner angrenzenden Staaten. Russland verfügt über einen Warmwasser-Marinehafen. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben einige, einer davon in Diego Garcia. Warum in Diego Garcia? Diego Garcia liegt mitten im Indischen Ozean! Die Vereinigten Staaten von Amerika betreiben dort eine große Versorgungsstation für Schiffe und Unterseeboote, eine militärische Luftbasis, eine Kommunikations- und Beobachtungsstation für den Weltraum, und einen Ankerplatz für Militärschiffe mit vorbereiteten militärischen Versorgungsgütern für regionale Operationen.

Zwischen 1968 und 1973 wurden die einheimischen Bewohner des Chagos-Archipels von der britischen Regierung zwangsweise nach Mauritius und auf die Seychellen umgesiedelt, um den Vereinigten Staaten von Amerika die Einrichtung der Basis zu ermöglichen. Heute versuchen die Inselbewohner im Exil noch immer zurückzukehren und behaupten, dass die zwangsweise Vertreibung illegal war. Glaubt jemand, dass die Basis für einen guten Zweck eingerichtet ist? Ist wirklich jemand so dumm? Zu behaupten, dass Russland darauf aus ist, die Welt zu beherrschen, ist bloß ein Fall von Eseln, die einen Esel als Langohr beschimpfen.

Niemand weiß, was bei dem derzeitigen internationalen Wirrwarr herauskommen wird. Ich bezweifle, dass jemand einen neuen Krieg beginnen will. Aber wenn nicht jetzt, so wird doch eines Tages jemand den Westen auffordern, Farbe zu bekennen, wobei dann niemand die Folgen voraussagen kann.

Töten ist nicht die Art, wie man Freunde gewinnt und Menschen überzeugt.

Für ihre Bedürfnisse zu sorgen schon. Die Dinge wären anders, wenn die westliche Zivilisation zum Paradies geworden wäre. Ist sie aber nicht! Für ein paar wenige hat sie „das gute Leben“ gebracht, für die meisten nur wenig. Aber arme Menschen haben immer Hoffnungen. Die Völker von Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Moldawien und Ukraine werden leicht von den Mächten des Westens verführt, welche Brot anbieten und Butter versprechen. Aber diese Völker sollen nach Griechenland, Italien, Portugal und Spanien schauen. Wenn sie das machen, dann werden sie sehen, dass die Europäische Union den Völkern dieser Mitgliedsländer wenig Brot gebracht hat. Die Finanzleute und Händler des Westens kümmern sich nicht um Menschen oder Länder. Jefferson wusste das, als er sagte, dass die Händler kein Heimatland haben. Den Ländern des Westens ist es egal, wie es den Ukrainern geht. Denen ist egal, wie es ihren eigenen Leuten geht.

Die Vereinigten Staaten von Amerika, das reichste Land der Welt, kann seinen Obdachlosen, Arbeitslosen oder Kranken keine Wohnung, Nahrung oder medizinische Versorgung bieten. Warum glaubt jemand, dass sie den Ukrainern Wohnung, Nahrung oder medizinische Versorgung geben werden? Schimären können nicht am Spieß gebraten werden! Der Westen will nur ukrainisches Fleisch, Blut und Vermögen. Sie glauben das nicht? Denken Sie daran, dass die Elgin Marbles, die in Griechenland geschaffen wurden, damit sie den Parthenon schmücken, jetzt im Britischen Museum zu finden sind.

Balzac wird der Ausspruch zugeschrieben: „Hinter jedem großen Vermögen liegt ein großes Verbrechen.“ Die Welt des Westens macht große Vermögen für sehr wenige. Die westliche Zivilisation ist ein sehr großes Verbrechen! Wir alle sind schuldig, weil wir das zulassen.

Orginalartikel "Mother Russia"

Quelle: http://antikrieg.com/aktuell/2014_09_29_mutter.htm