Stuttgart 21: 10.000 Einwendungen gegen Grundwassermanagement

Presseerklärungen

Walter Sittler übergibt Einwendungen: Bürger wollen S21 nicht!

Stuttgart, 23. Oktober 2012: Die Parkschützer und Schauspieler Walter Sittler übergeben heute um 14 Uhr beim Regierungspräsidium Stuttgart 10.000 Einwendungen gegen die 7. Planänderung für Stuttgart 21. Diese Einwendungen haben die Bürger in den letzten Wochen bei den Montagsdemos und bei der Mahnwache abgegeben.

Im Zuge der 7. Planänderung beantragt die Bahn, die abzupumpende Grundwassermenge auf mehr als das Doppelte auf 6,8 Mrd. Liter zu erhöhen. Diese stark erhöhte Wassermenge, die aus dem Boden abgepumpt und an anderer Stelle wieder infiltriert werden soll, stellt für die Bürger in vielfacher Hinsicht eine große Gefahr dar: Aufgrund der sehr komplizierten Geologie im Stuttgarter Talkessel und unter dem am meisten betroffenen, eng besiedelten Kernerviertel besteht die eklatante Gefahr von Hangrutschungen, Setzungen, Gipskeuperquellungen wie in Staufen i.Br. und Leonberg oder Dolineneinbrüche wie in Bad Cannstatt und München. Zudem gefährdet das Abpumpen großer Grundwassermengen das Mineralwasser in Bad Cannstatt.

„Die Bürger wollen Stuttgart 21 nicht haben“, sagt Matthias von Herrmann, Pressesprecher der Parkschützer. „Das haben die Stuttgarter am Sonntag mit der Wahl von Fritz Kuhn bewiesen und das zeigen die 10.000 Einwendungen, die wir heute fristgerecht beim Regierungspräsidium abgeben. Die Menschen in Stuttgart und im ganzen Land sind nicht bereit, die enormen Kosten zu tragen. Die Nachteile und vor allem die Risiken wollen sie nicht in Kauf nehmen, die das Tunnelprojekt S21 mit sich bringt. Die Bahn hat immer wieder gezeigt, dass sie sich um die Sicherheit der Menschen nicht schert. Hier ist nun auch die Stadt und damit Baubürgermeister Hahn gefragt, diese gefährliche 7. Planänderung abzulehnen.“

Die Stadt Stuttgart als untere Wasserbehörde hat bislang noch keine wasserrechtliche Stellungnahme zur 7. Planänderung abgegeben. Sowohl Baubürgermeister Matthias Hahn als auch Umweltminister Franz Untersteller fordern seit über einem Jahr nachdrücklich von der Bahn ein geotechnisches Gutachten zur Hangstabilität des steilen Kernerviertels. Doch auch mit dem 7. Planänderungsantrag hat die Bahn diese Untersuchung nicht geliefert. Dies beweist, dass die Bahn alles tut, um die eklatanten Sicherheitsmängel zu verschleiern. Die Bahn hofft immer noch darauf, nicht zugeben zu müssen, dass sie den versprochenen Tunnelbahnhof nicht bauen kann.

Die Stadt muss ihre Bürger vor dieser Verschleierungstaktik der Bahn schützen. Ohne ein ausführliches geotechnisches Gutachten, also ohne Untersuchung der Gefahren und Risiko-Szenarien, die von der erhöhten Wassermenge ausgehen, darf die Stadt keine wasserrechtliche Stellungnahme abgeben. Daher fordern die Parkschützer den Stuttgarter Baubürgermeister Hahn auf, die 7. Planänderung abzulehnen. Die 10.000 Einwendungen der Bürger gegen die 7. Planänderung unterstreichen diese Forderung.

Die Frist zur Abgabe von Einwendungen gegen die 7. Planänderung endet in der kommenden Nacht um 24 Uhr.