FBI deckt eine Aktion der Criminal Cyberwar Intern Attacks Agency (CIA) auf

Gerichtsprozess wegen Verschwörung, Bildung einer kriminellen Vereinigung und ComputerkriminalitĂ€t: ein Beamter der „I can’t tell you – three letters – CIA“ (Dr. Felix Roque, BĂŒrgermeister der Stadt West New York) versorgte das Stadtoberhaupt mit Know-how zum Hacken.

Die lokale Zeitung „The Jersey Journal“ berichtete am 25.Mai 2012 von der Anklage wegen illegaler AktivitĂ€ten im Netz gegen den BĂŒrgermeister von West New York, einer Kleinstadt im Bundesstadt New Jersey gleich um die Ecke bei Manhattan.(1)

Die „New York Times“ bezeichnete den Vorfall als „Die Watergate-Papiere im Internet-Zeitalter von Hudson County“.(2)

Felix Roque und seinem Sohn Joseph – die am 24.Mai verhaftet worden sind – wird vorgeworfen, am 6.Februar eine Website der Opposition plattgemacht zu haben, die seinen RĂŒcktritt forderte. Bis zum spĂ€ten Nachmittag des 8. Februar 2012 hatte sich Joseph Roque erfolgreich in verschiedene Online-Konten im Zusammenhang mit der „Abberufungs“-Website eingehackt.

Da das Ausknipsen einer Homepage gewisse Kenntnisse erfordert, soll nach ĂŒberfĂŒhrten Aussagen des Angeklagten fĂŒr die Untat fachkundiger Rat von der Central Intelligence Agency bereitwillig vermittelt worden sein, die ihre speziellen KapazitĂ€ten fĂŒr alles einsetzt, da ihr nichts auf dieser Welt „heilig“ ist – schon gar nicht die eigene Verfassung.

Im Februar diesen Jahres hackten die Roque`s „recallroque.com“ und erlangten den administrativen Zugriff auf das E-Mail-Konto und schalteten durch Umleitung die Seite aus. Die Seite „recallroque.com“ wurde Anfang Februar 2012 von einem BĂŒrger der Stadt eingerichtet und anonym betrieben, um dort Kommentare und Kritik ĂŒber die Politik von BĂŒrgermeister Felix Roque und seine Regierung zu schreiben.

Anschliessend schikanierten die Angeklagten durch die erlangten Kenntnisse mit EinschĂŒchterungsversuchen den identifizierten Betreiber der Homepage – Jose Munoz, ein Regierungsbeamter von Hudson County und die BefĂŒrworter, die seinen RĂŒcktritt forderten, darunter eine lokale Medienpersönlichkeit. Unter anderem wurden Schulbezirks-Mitarbeiter drangsaliert, um Tickets fĂŒr Benefizveranstaltungen zu kaufen. Das erfĂŒllt die Anklagebedingung der Nötigung oder Erpressung.

Den beiden auf dem politischen Spielbrett angeschlagenen „TĂŒrmen“ (Roque heisst auf spanisch Turm) droht nun im Fall einer Verurteilung der Anblick von WachtĂŒrmen innerhalb eines Baus. Werden die beiden in allen Anklagepunkten fĂŒr schuldig gesprochen, drohen ihnen bis zu elf Jahre GefĂ€ngnisaufenthalt und eine Geldbuße in Höhe bis zu 600000 Dollar, meinte „The Jersey Journal“.

Das Bundesjustizministerium von Newark in New Jersey veröffentlichte am 24.Mai eine PresseerklĂ€rung zur Verhaftung des BĂŒrgermeisters und seinem Sohn mit dem Aktenzeichen 12-197 Roque, Felix et al. Complaint.(3)

Der anklagende Staatsanwalt Paul Fishman schrieb dort, dass ein gewĂ€hlter fĂŒhrender Beamter mit seinem Sohn die Computerseite illegal gehackt hat und das selbstverstĂ€ndliche Recht der BĂŒrger in AusĂŒbung ihrer verfassungsrechtlich garantierten freien MeinungsĂ€usserungen gebrochen hat.

„In this case, the elected leader of West New York and his son allegedly hacked into computers to intimidate constituents who were simply using the Internet to exercise their Constitutional rights to criticize the government. We will continue to investigate and prosecute those who illegally hack into computers and disable websites with the goal of suppressing the exercise of that right.“

Weiter heisst es dort, dass der Fall zwei grundlegende Anliegen der Strafverfolgung zeigt: die Verletzung des öffentlichen Vertrauens und das unbefugte Cyber-Eindringen.

„Es ist unglaublich enttĂ€uschend, dass Ressourcen, die dem Schutz kritischer Infrastrukturen, staatlich geförderter Forschung und militĂ€rischer Technologie der USA gegen gezielte Cyber-Angriffe dienen, von einem AmtstrĂ€ger durch Eindringen in Rechnersysteme verwendet wurden, um eine politische Agenda voranzutreiben.“

Die enttarnte heimtĂŒckische Rochade (franz. Roque) brachte als Eigentor den König der Stadt zu Fall, besser als seine Oppositionsgegner das je vermocht hĂ€tten.

Zu verdanken ist die AufklÀrung des einheimischen Cyberwar dem hinzugezogenem Federal Bureau of Investigation, das die Verwicklung eines CIA-Mitarbeiters bei den Nachforschungen unerwartet durch Zufall aufdeckte.

Special Agent des FBI, Michael B. Ward, leitete die Untersuchungen, die vor drei Tagen zu den Verhaftungen fĂŒhrte. Auf Anweisung des FBI-Agenten arrangierte am 17.Februar der Urheber der gechassten Website, Munoz, ein heimliches Treffen mit dem BĂŒrgermeister. Das nicht mit einem hellen Verstand gesegnete Stadtoberhaupt gab dort seinem politischen Widersacher gegenĂŒber unverblĂŒmt zu, wie er den Hack gemeistert hatte:

„Ein Freund von mir, er arbeitet bei, ich kann dir nicht sagen – drei Buchstaben – CIA. Du weißt schon. So habe ich Informationen erhalten. Also, was ich tue, ist nicht sehr koscher“, sagte dort ahnungslos offen Roque – und wird prompt mit diesen Worten aufgezeichnet.

Am 23. MĂ€rz bestritt Felix Roque dreist ganz öffentlich, dass FBI-Agenten sein Haus, seine GeschĂ€fts- und RĂ€ume im Rathaus einen Tag zuvor durchsucht hĂ€tten. In der Strafanzeige teilten die Behörden mit, dass sie an diesem Tag das iPhone und das BlackBerry-Handy des BĂŒrgermeisters, sowie den Laptop und das iPhone seines Sohnes beschlagnahmt hatten.

Der BĂŒrgermeister sagte zu den Bundesagenten am 22. MĂ€rz, dass er seinen Sohn nicht angestiftet habe, um sich in die RĂŒcktrittsforderungs-Website zu hacken. Er sagte ihnen auch, dass, wenn er oder sein Sohn etwas falsch gemacht hĂ€tten, sie ins GefĂ€ngnis gehen sollten und dass es Joseph sogar gut tun wĂŒrde:

„He would be fine if he had to go to jail because he was set financially and had ‘lived the dream’ and would not have a problem with serving time in jail because he would work out and read while there“, sagte der Vater ĂŒber den Sohn, was ein sehr merkwĂŒrdiges Licht auf den Sprössling wirft.

Joseph Roque gestand am 22. MĂ€rz, dass er sich in die Website gehackt hatte und behauptete, dass sein Vater keine Kenntnis davon hatte. Als ihm von seinen Interviewern berichtet wurde, dass an dem Tag auch das iPhone und BlackBerry-Telefon wegen der darin enthaltenen Beweismittel fĂŒr das Hacking beschlagnahmt worden war, sah der jĂŒngere Roque laut Zeitung an die Decke und nahm die Worte in den Mund „Oh f…!“

Die Regierung wird vom stellvertretenden Staatsanwalt Seth Kosto der U.S. Attorney’s Office Computer Hacking and Intellectual Property Section of the Office’s Economic Crimes Unit und Barbara Llanes von der Spezialabteilung fĂŒr die Strafverfolgung in Newark vertreten.

Bei ihrem Erscheinen am 24.Mai vor dem Richter Mark S. Falk im Newarker Bundesgericht – Vater und Sohn sind gegen eine Zahlung von 100000 Dollar Kaution auf freien Fuss – trug der BĂŒrgermeister ein weisses Unterhemd und schwarzen Hosen, sein Sohn hatte sich mit einer grauen Jogginghose und einem blauen Hemd mit Baseball-Druck bekleidet. Beide MĂ€nner waren an den FĂŒssen und HĂ€nden gefesselt. Sie wirkten entspannt und sprachen kein Wort, ausser dem Richter zu bestĂ€tigen, dass sie die Anklagepunkte verstanden haben, hiess es.

„Die enthaltenen VorwĂŒrfe und Behauptungen in der Beschwerde sind lediglich Anschuldigungen und die Angeklagten gelten als unschuldig, solange bis ihre Schuld bewiesen ist“, so das Gericht.

Am 8.Juni kommt es zur ersten Anhörung vor den HĂŒtern der Ordnung.

Quellen:
(1) http://www.nj.com/jjournal-news/index.ssf/2012/05/west_new_york_mayor_felix_roqu_3.html
(2) http://www.nytimes.com/2012/05/25/nyregion/west-new-york-nj-mayor-accused-of-hacking-opponents-web-site.html?_r=1
(3) http://www.justice.gov/usao/nj/Press/files/Roque,%20Felix%20et%20al%20Arrest%20News%20Release.html