Kriegsfotos für die Medien, die keine sind

Kriegsfotos für die Medien, die keine sind
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Traue keinem Foto, das du nicht selbst erstellt hast. Die damit vermittelte Botschaft könnte eine Lüge sein.

“Fotojournalismus hinter den Kulissen” am Beispiel Ost-Jerusalem 2011

Mit Gewaltszenen und Bildern des Krieges werden die Fernseh-Zuschauer und die Leser der Printmedien tagtäglich rund um die Welt konfrontiert. Das unaufhörliche traumatisierende Bombardement auf den menschlichen Geist hat Methode. Eine ganze Industrie lebt um so prächtiger von dem Quotengeschäft mit dem Leid je grausamer die Situation dargestellt wird.

Über Frieden zu berichten ist vermeintlich langweilig. Wo tatsächlich ruhige Verhältnisse herrschen, die dort an diesem Ort und zu dieser Zeit unerwünscht sind, wird ein gestelltes Bild arrangiert “Was nicht sein darf kann auch nicht sein”.

Um des Geldes, der Karriere und des Ruhmes oder der Erwartungshaltung zu bestimmten Ereignissen der Auftraggeber sowie Käufer der Fotos willen werden Manipulationen vorgenommen, die den Verhältnissen vor Ort nicht entsprechen.

Der junge italienische Fotograf Ruben Salvadori (22 Jahre alt) reihte sich nicht in die sensationslüstern Fotos “schiessende” Reihe seiner Berufskollegen ein und scherte aus dem Glied aus.

Salvadori, der im Jahr 2011 sein Studium an der Hebräischen Universität Jerusalem absolvierte, entschied sich, das Entstehen dieser hollywoodmässig arrangierten Reportagefotos zu dokumentieren und nahm im Mai 2011 in einer Strasse in Silvana in Ost-Jerusalem mit der Kamera das gute Einvernehmen zwischen Fotografen, “Gewalttätern” und Polizei auf.

Die in den Medien verbreitete brutale Realität von Strassenschlachten, -blockaden, brennenden Nationalflaggen und Tränengaseinsätze entsprechen nicht in jedem Fall der Wirklichkeit.

Agenturen anderer Länder, die diese Aufnahmen kaufen, veröffentlichen ohne Prüfung auf den Wahrheitsgehalt – ein Tribut des minutiös arbeitenden Schlagzeilen-Zeitalters, immer eine Nasenlänge vor der Konkurrenz zu erscheinen.

Die Konsequenzen dieser verantwortungslosen Manipulationen können verheerend sein. Auch eine Kamera ist eine Waffe so wie auch Worte mit Verantwortung in den Nachrichten eingesetzt werden sollten!

“Photojournalism Behind the Scenes”:

Am 4. März 2012 berichtete in der deutschsprachigen Presselandschaft der österreichische Rundfunk ORF über die Dokumentation, die auf dem Photodreaming Contest – organisiert von der Forma Foundation – mit einem Preis ausgezeichnet wurde.

(Anmerkung: Der Doppelsinn des Titels dieses Artikels ist nicht rein zufällig gewählt.)

Artikel zum Thema

09.03.2012 Schwarzer Kanal: Blackout für MBC-TV in Südkorea
06.03.2012 Leistungsschutzrecht auf guardianisch – wenn der Schein trügt

Quelle: http://orf.at/stories/2084773/2084763/

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2 Kommentare

  1. Am 11. März 2012 um 21:20 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Kriege werden von den Medien vorbereitet und begleitend unterstützt. So werden die Kriegsgründe gebastelt, wie man sie haben will. Das beste Beispiel ist z.Zt. die Veranstaltung in Syrien. Da wird der letzte laizistische Staat in Nahost von einer unheiligen Allianz aus NATO und Wahabiter platt gekloppt.

  2. 1311
    Am 12. März 2012 um 11:40 Uhr veröffentlicht | Permalink

    ” [...] ein Tribut des minutiös arbeitenden Schlagzeilen-Zeitalters, immer eine Nasenlänge vor der Konkurrenz zu erscheinen. [...] ”

    Na, bloß keine falsche Scheu, das hat mit Konkurzenz rein nichts zu tun.

    Ist einfach ein Bombenjob, Reuters Artikel vom Morgen abzutippen ohne den grauen Kasten anstrengen zu müssen, oder gar den GAU zu riskieren: Etwas in einem “Massenblatt” zu schreiben, das gar von der Hammelrichtlinie abweichen könnte und nicht vom Schafzüchterfachblatt bereits mundgerecht vorgekaut wäre.

    @Welehamm: Bis es aus den Sprechern tönt “[...] Syrien hat heute Nacht bereits mit regulären Soldaten [...]“

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