EngpasS21 in Ulm

MdL Rivoir demonstriert Unkenntnis ĂŒber Stuttgart 21: Ingenieure22 klĂ€ren falsche Anschuldigungen auf

Im Nachgang der PrĂ€sentation des 1:1-Bahnsteigmodells EngpasS21 auf dem Ulmer MĂŒnsterplatz brachte der SPD-Landtagsabgeordnete Martin Rivoir eine wĂŒtende PresseerklĂ€rung heraus, in der er die PrĂ€sentation unter anderem der Falschbehauptung und Angstmache bezichtigt und die auch von der Tagespresse der Region Ulm aufgegriffen wurde. Die vorliegende Pressemitteilung ist eine Entgegnung der Ingenieure22 auf diese VorwĂŒrfe.

In der Gruppe „Ingenieure22“ haben sich eine Vielzahl von Ingenieuren, Technikern, Naturwissenschaftlern und Eisenbahnern mit dem gemeinsamen Ziel zusammengeschlossen, sachlich, objektiv und anschaulich ĂŒber das Milliardenprojekt Stuttgart21 zu berichten.

Als „Angstmache und ungeheuerliche Ansammlung falscher Behauptungen“ bezeichnet der Ulmer SPD-Landtagsabgeordnete Martin Rivoir den „Auftritt der S21-Gegner am vergangenen Samstag“ in Ulm.

Die „Ingenieure22“ weisen diese VorwĂŒrfe aufs entschiedenste zurĂŒck. Die Gruppe hatte seinerzeit die Initiative Barrierefrei und EngpasS21 bei der Realisierung des Modells fachlich unterstĂŒtzt. Die KonstruktionsplĂ€ne orientieren sich detailgetreu an den BauplĂ€nen, die beim Eisenbahnbundesamt, dem RegierungsprĂ€sidium Stuttgart und bei der Stadt Stuttgart fĂŒr jedermann nach einer Terminabsprache einsehbar sind. Das in Ulm gezeigte Modell zeichnet neben den Originalabmessungen auch sĂ€mtliche GefĂ€lle und SchrĂ€gen der Bahnsteige genauestens nach.

Erstaunlich ist zunĂ€chst, daß Herr Rivoir sich als Politiker genötigt fĂŒhlt, auf fachliche Fragen zu reagieren und ein Projekt gegen Kritik zu verteidigen, was normalerweise ja Aufgabe der Fachpersonen aus der Reihe der VorhabenstrĂ€gerin Deutsche Bahn wĂ€re. Fraglich ist ĂŒberdies, warum diese Reaktion auf ein detailgetreu den BauplĂ€nen folgendes Modell einer Engstelle im geplanten Tiefbahnhof so heftig ausfiel.

Bahnsteigbreite an Treppen

Die tatsĂ€chliche Bahnsteigsbreite im Bereich B betrĂ€gt 2,04m. Hiervon ist die Sicherheitzone von 0,8 m abzuziehen, die nur bei einem stehenden Zug betreten werden darf. Damit verbleibt ein realer Verkehrsweg von 1,24m, auf dem sich die Bahnkunden (mit GepĂ€ck, Kinderwagen, FahrrĂ€der, usw.) bewegen sollen. Am Samstag, den 26.3 haben wir auf dem Stuttgarter Hauptbahnhof auf dem aktuellen Bahnsteig eine derartige Engstelle simuliert, d.h. es wurde der Bahnsteigbereich an einer Stelle auf die geplante Abmessung von Stuttgart 21, also auf 2,04 m, verengt. Die Aktion wurde von einem Mitarbeiter der Bahn mit folgender BegrĂŒndung untersagt: „Die Gefahr durch eine solche Engstelle ist zu groß“. Damit haben wir aus berufenden Munde das Urteil: Die in der Planung des Tiefbahnhofs vorgesehenen und von uns thematisierten EngpĂ€sse stellen tatsĂ€chlich ein Sicherheitsrisiko dar.

Selbst wenn die Bahnsteige in „Bahnhöfen wie Berlin und Hamburg“ identischen Abmessungen wie S21 hĂ€tten, was nur in EinzelfĂ€llen stimmt, wĂ€re dies kein Argument, so etwas ein weiteres Mal zu bauen und dafĂŒr auch noch eine Summe von ĂŒber 4 Milliarden € auszugeben.

Die in der vorliegenden Pressemitteilung Herrn Rivoirs angefĂŒhrten engen Bahnsteige in Hamburg (immerhin ca. 2,30m breit an der engsten Stelle) unterliegen dem Bestandsschutz und dĂŒrften nach heutigen Gesichtspunkten so nicht mehr gebaut werden. Besonders peinlich fĂŒr diejenigen, die die Enge im geplanten S21-Tiefbahnhof stets mit dem Vorhandensein genauso enger Bahnsteige auf anderen Bahnhöfen begrĂŒnden wollen.

Ein Verkehrsweg von 1,24m an einen zentralen Bereich des Bahnsteiges (Bereich Steg B) ist fĂŒr einen Großbahnhof mit so viel Personenverkehr wie in Stuttgart ein Sicherheitsrisiko.

Enge der Bahnsteige

„Tatsache ist, dass im neuen Bahnhof wesentlich mehr Platz an den Bahnsteigen zur VerfĂŒgung steht als heute.“, so Herr Rivoir in seiner Pressemitteilung. Hierbei vergißt er leider zu erwĂ€hnen, daß heute in Stuttgart acht vollwertige Bahnsteige zur VerfĂŒgung stehen, die man mit S21 in Zukunft auf vier reduzieren möchte. Dabei wird die fĂŒr die Reisenden zur VerfĂŒgung stehende VerkehrsflĂ€che gegenĂŒber heute um 1/3 reduziert. Gleichzeitig gehen Studien von einer starken Zunahme des Personenverkehrs auf der Schiene aus. Steigerungsraten von bis zu 65% im Fern- und bis zu 80% im Nahverkehr waren gerade im Rahmen der ProjektbegrĂŒndung zu S21 im GesprĂ€ch. Im Ergebnis ist eine erhebliche Zunahme der Personendichte im S21-Tiefbahnhof mit einem einfachen Dreisatz vorhersehbar.

Warum also wird es mit S21 bedeutend enger auf Stuttgarts Bahnsteigen? Da in Stuttgart heute sehr viele Regionalzuglinien beginnen und daher bereits bis zu 15 Minuten vor Abfahrt am Gleis bereitgestellt werden können, sind die Bahnsteige heute in der Regel bis zur Abfahrt dieser ZĂŒge nahezu leer, denn die Reisenden warten bereits im Zug. Das mit S21 zukĂŒnftig notwendige Fahrplankonzept erfordert jedoch, daß in Stuttgart ĂŒberwiegend mit möglichst kurzen Haltezeiten und kurzen ZugabstĂ€nden gearbeitet werden muß. WĂ€hrend man im Stuttgarter Kopfbahnhof in der Hauptverkehrszeit mit 2,5 ZĂŒgen pro Stunde und Gleis auskommt (3 ZĂŒge pro Stunde und Gleis, um den S21-Streßtest zu bestehen), mĂŒssen bei S21 in der Spitzenstunde (49 ZĂŒge) im Durchschnitt ĂŒber 6 ZĂŒge pro Stunde und Gleis verkehren, also statistisch gesehen 12 ZĂŒge pro Bahnsteig und Stunde. Dies wird dazu fĂŒhren, daß sich nicht nur Wartende fĂŒr den nĂ€chsten, sondern mindestens auch fĂŒr den ĂŒbernĂ€chsten Zug bereits auf den Bahnsteigen aufhalten werden (es warten dann Personen fĂŒr vier ZĂŒge auf einem Bahnsteig, gegenĂŒber heute also grob geschĂ€tzt die doppelte Anzahl an Reisenden auf einer nahezu halbierten BahnsteigflĂ€che), wĂ€hrend heute angefĂŒllte Bahnsteige nur dann entstehen, wenn FernzĂŒge oder durchgebundene ZĂŒge (die es auch im Kopfbahnhof tatsĂ€chlich bereits gibt!) zu erwarten sind. Von der BetriebsfĂŒhrung wird dabei darauf geachtet, daß keine zwei solcher Abfahrten zur gleichen Zeit am selben Bahnsteig stattfinden, wegen der 16 Gleise völlig unproblematisch.

Des weiteren wird geflissentlich verschwiegen, daß sich im heutigen Stuttgarter Kopfbahnhof auf der jeweils anderen Seite der Gleise GepĂ€ckbahnsteige befinden, die derzeit nur noch zur Versorgung der Bordrestaurants genutzt werden. Diese könnte man mit vergleichsweise geringen finanziellen Mitteln fĂŒr den Personenverkehr ausbauen und hĂ€tte dann sofort die Möglichkeit, das Ein- und Aussteigen der FahrgĂ€ste an den FernzĂŒgen beidseitig zu organisieren: Man steigt auf der linken Seite aus, und auf der rechten Seite kann anschließend eingestiegen werden. Ein GedrĂ€nge zwischen aussteigenden und wartenden FahrgĂ€sten gehört dann auch bei ZĂŒgen mit kurzem Aufenthalt der Vergangenheit an. Durch Hinzunahme der GepĂ€ckbahnsteige stĂŒnde den Reisenden noch einmal ca. 50% mehr BahnsteigflĂ€che zur VerfĂŒgung als bereits heute.

Barrierefreiheit

„Es wird behauptet, der neue Bahnhof sei nicht behindertenfreundlich. Tatsache ist, dass der jetzige Stuttgarter Hbf nur einen ebenerdigen Zugang am Nordausgang hat.“, so weiter die Pressemitteilung des Herrn Rivoir.

Die „Ingenieure22“ merken folgendes an: Es ist richtig, daß der Kopfbahnhof heute seinen barrierefreien Zugang am Nordausgang hat. Dies ist den mobilitĂ€tseingeschrĂ€nkten Personen, die auf RollstĂŒhle angewiesen sind, auch bekannt. Aber der Nordausgang ist auch der Zugang, der mit dem Auto oder Taxi unmittelbar angefahren werden. Durch die breiten Tore können im Notfall auch Fahrzeuge einfahren. So wĂ€re es nicht das erste Mal, daß ein Notarzt mit dem Fahrzeug bis direkt an oder auf einen Bahnsteig fĂ€hrt.

Dieser barrierefreie Zugang ist auch im Brand- und Evakuierungsfall fĂŒr Rollstuhlfahrer uneingeschrĂ€nkt geeignet. Dagegen hat der geplante Tiefbahnhof im Brandfall ĂŒberhaupt keine barrierefreien Flucht- und Rettungswege mehr. Aus diesem Grund hat Heiner Geißler in der sogenannten Schlichtung ausdrĂŒcklich barrierefreie Fluchtwege fĂŒr Stuttgart 21 gefordert. Auf genauere Nachfrage mußte Technikvorstand Dr. Kefer bestĂ€tigen, dass sich mobilitĂ€tseingeschrĂ€nkte Menschen im Brandfall nicht selbst retten können. Das heißt, sie mĂŒĂŸten von anderen die Treppen hochgetragen werden.

http://www.direktzu.de/stuttgart21/messages/barrierefreie-fluchtwege-29870#id_answer_30581

Es entspricht zwar den Tatsachen, daß Rollstuhlfahrer, die vom Schloßgarten aus in die Bahnhofshalle wollen, dort bisher keine barrierefreien Zugangswege vorfinden. Wir Ingenieure22 schlagen vor, hierfĂŒr eine tragbare und durchfĂŒhrbare Lösung zu finden. Unserer EinschĂ€tzung gemĂ€ĂŸ gibt es an dieser Stelle sicher einfachere Möglichkeiten zur Abhilfe als fĂŒr mehrere Milliarden Euro den Bau eines neuen Bahnhofes.

BahnsteiggefÀlle

Zum Thema „BahnsteiggefĂ€lle“ Ă€ußert sich Herr Rivoir wie folgt: „Es wird behauptet, dass die geringe Neigung des Bahnsteigs um 1,5 Prozent gefĂ€hrlich sei. Diese Neigung ist durch die Kessellage in Stuttgart und durch vorhandene S-Bahnstrecken bedingt.“

Zitiert sei zuĂ€cht §7 Abs. 2, Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung. Hier heißt es:

(2) Die LĂ€ngsneigung von Bahnhofsgleisen, ausgenommen Rangiergleise und solche Bahnhofsgleise, in denen die GĂŒterzĂŒge durch Schwerkraft aufgelöst oder gebildet werden, soll bei Neubauten 2,5 von Tausend nicht ĂŒberschreiten.

Der geplante Tiefbahnhof weist das sechsfache des vorstehend als zulÀssig genannten Höchstwertes auf.

Diese Bau- und Betreibsordnung hat sich ĂŒber Jahrzehnte aus der praktischen Erfahrung mit Eisenbahnanlagen entwickelt und dient in erster Linie der Sicherheit des Betriebspersonals und der Reisenden. Zahlreiche Festlegungen dieser Bau- und Betriebsordnung wurden erst im Ergebnis von Unfallanalysen in das Regelwerk aufgenommen. Wir machen darauf aufmerksam, daß Bestimmungen, die zur Sicherheit aller Beteiligten beitragen sollen, unbedingt einzuhalten sind.

Es sei darauf hingewiesen, daß die fĂŒr den Fildertunnel zustĂ€ndige Branddirektion der Stuttgarter Feuerwehr erhebliche EinwĂ€nde gegen das vorgestellte Sicherheits- und Rettungskonzept bei BrĂ€nden im Tunnel (z.B. gegen die 1000m-AbstĂ€nde der Rettungsstollen) vorgebracht hatte. Hierzu heißt es im Planfeststellungsbeschluß Fildertunnel (Seiten 300/301): „Es gibt keinen nachvollziehbaren und rechtlich belastbaren Grund, persönliche Meinungen und Sichtweisen Einzelner (vgl. Stellungnahme der Branddirektion Stuttgart und der Höheren Katastrophenschutzbehörde) ĂŒber die abgestimmten Festlegungen der Tunnelrichtlinie zu stellen.“

Hier wird also in zwei verschiedenen FÀllen bewertet, ob im Einzelfall von einer Richtlinie oder Verordnung abgewichen werden darf. Im einen Fall wird dies per Ausnahmegenehmigung (BahnsteiggefÀlle) erlaubt, im anderen Fall wird auf der Einhaltung der Richtlinie bestanden. In beiden FÀllen wurde zum Nachteil der Sicherheit der Reisenden entschieden.

QuergefÀlle

„Diese Neigung entspricht ungefĂ€hr dem GefĂ€lle in der Stuttgarter Königstraße zwischen Schlossplatz und Hauptbahnhof. Rivoir: „Da sind mir noch nie allein rollende Kinderwagen oder GepĂ€ckstĂŒcke entgegen gekommen!“ Im ĂŒbrigen wird eine solche geringe LĂ€ngsneigung des Bahnsteigs immer durch ein QuergefĂ€lle, also eine leichte Neigung von der Bahnsteigkante in Richtung Bahnsteigmitte aufgefangen.“

Diesen Versuch kann nun wirklich jeder zuhause mit einem Spielzeugauto nachmachen. Es ist richtig, wenn das Auto genau senkrecht zu den Bahnsteigkanten rollt, wird es irgendwann am tiefsten Punkt in der Bahnsteigmitte zum Stehen kommen. Ein GefĂ€hrt, das eine Rollrichtung zur Bahnsteigmitte und gleichzeitig schrĂ€g in Richtung GefĂ€lle hat, kann auf dem Weg zur Bahnsteigmitte mehr Fahrt aufnehmen als zum Rollen ĂŒber die gegenĂŒberliegende Bahnsteigkante erforderlich ist. Es gibt also fast immer eine mögliche Bewegungsrichtung, in der die Bahnsteigneigung zur Mitte die Gefahr eher noch erhöht als vermindert, nĂ€mlich immer dann, wenn der Startpunkt eines GefĂ€hrts in grĂ¶ĂŸerer Höhe liegt als die Kante des in AbwĂ€rtsrichtung gegenĂŒberliegenden Bahnsteigs. Hier fĂ€llt Herr Rivoirs Informationsstand deutlich hinter die Ergebnisse der Schlichtung im Herbst 2010 zurĂŒck.

Im ĂŒbrigen wird das GefĂ€lle in der Stuttgarter Innenstadt von Herrn Rivoir leicht ĂŒberschĂ€tzt. Auf topographischen Karten ist zu erkennen, daß der Höhenunterschied vom Schloßplatz zum Hauptbahnhof nur etwa 3m betrĂ€gt. Bei einer Distanz von 400m ist damit die Straße nach Adam Riese nur halb so abschĂŒssig wie der geplante Bahnhof. Der Blick auf eine topographische Karte hĂ€tte helfen können, so manchen Irrtum zu vermeiden.

Haltezeiten ICE

Der Stuttgarter Hauptbahnhof gehört zur Bahnhofskategorie 1, da er mit ca. 250.000 Reisenden pro Tag zu den meistfrequentierten Bahnhöfen Deutschlands gehört. Ulm ist mit ca. 30.000 Reisenden pro Tag eine Kategorie niedriger eingestuft, hier Haltezeiten vergleichen zu wollen, ist unrealistisch.

Uns liegen Auswertungen von 6 Durchgangsbahnhöfen vor, die als Vergleich fĂŒr S21 gewĂ€hlt wurden. (Hannover, Essen, Augsburg, Köln, Mannheim, DĂŒsseldorf) WĂ€hrend knapp drei Wochen im vergangenen August/September wurden werktags von 6 bis 10 Uhr die Fernverkehrshalte ausgewertet.

Die Mehrzahl dieser ICE-Halte hat Haltezeiten ĂŒber 2 Minuten, der Durchschnitt liegt bei 4,3 Minuten. Die ICE-Halte mit 2 Minuten Haltezeit nach Fahrplan bauen im Schnitt VerspĂ€tungen auf (je nach Bahnhof im Schnitt 9 bis 50 sec). In Köln, dem Bahnhof, der mit Stuttgart 21 vielleicht am vergleichbarsten ist, finden wir als kĂŒrzeste ICE-Haltezeit 3 Minuten, wobei hier im Schnitt pro Zug 31 Sekunden VerspĂ€tung aufgebaut werden — gewaltige VerspĂ€tungszuwĂ€chse, wie wir in der Stresstest-PrĂ€sentation lernten, wo schon Sekunden schwer ins Gewicht fielen. Hinzu kommt, daß diese Vergleichswerte zur entspannten Sommerzeit gemessen wurden.

Herr Rivoirs Aussage, ICEs könnten in 2 Minuten Haltezeit „locker“ abgefertigt werden, ist demnach fĂŒr Großbahnhöfe in Deutschland nicht korrekt. Selbst 3 Minuten wĂ€ren (siehe Köln) fĂŒr S21 noch verspĂ€tungsaufbauend.

Herr Rivoir behauptet weiterhin, die als zu kurz kritisierte Haltezeit von 154 Sekunden in Stuttgart 21 tief sei lĂ€nger als an jedem deutschen ICE-Durchgangsbahnhof. Zum Vergleich haben wir hier einige zusammengestellt (auch unter Nennung von Kopfbahnhöfen (K), um zu zeigen, daß Haltezeiten an Durchgangsbahnhöfen (D) z.T. lĂ€nger sind). Die Zahlen entstammen der Fahrplanauskunft der DB.

Frankfurt/Main HBF (K): 5 Minuten
Hannover HBF (D): 3 bis 7 Minuten (z.B. ICE 773, ICE 657)
Frankfurt Flughafen (D): 3 bis 4 Minuten (z.B. ICE 773)
Stuttgart HBF heute (K): 4 Minuten
MĂŒnchen HBF (K): 5 Minuten
Köln HBF (D): 3 bis 5 Minuten (z.B. ICE 518)
Stendal (D, Kreuzungsbahnhof): 5 Minuten (z.B. ICE 592)
Hamm/Westfalen (D, Kreuzungsbahnhof): 9 Minuten (z.B. ICE 657)
NĂŒrnberg (D): 3 Minuten (z.B. ICE 108)
Mannheim (D): 3 bis 8 Minuten (z.B. ICE 518)

FahrgÀste pro Tag (Zahlen lt. bahnhof.de):

Hannover 250.000
FFM HBF 350.000
FFM Flughafen 23.000
NĂŒrnberg 180.000
MĂŒnchen 350.000
Stuttgart 240.000
Köln 280.000
Hamm/Westf.
Naumburg/Saale
Halle
Stendal
Mannheim 100.000

Wer finanziert S21?

»Der Gipfel der Unverfrorenheit sei die Aussage, dass jeder Baden- WĂŒrttemberger mit 2.000 Euro fĂŒr Stuttgart 21 aufkommen mĂŒsse. Bei 10 Millionen Einwohnern unseres Landes wĂ€ren dies 20 Milliarden Euro. Der Kostenrahmen liegt dagegen bei 4,5 Mrd. incl. Risikopuffer und Inflationsausgleich.«

Wir haben als Begleitmaterial lediglich Folien aus einem Vortrag aufgehĂ€ngt, der thematisiert, daß die Finanzierung von Stuttgart 21 aufgrund versteckter GeldflĂŒsse entgegen der offiziellen Darstellung faktisch von Stuttgart und Baden-WĂŒrttemberg alleine getragen wird, wĂ€hrend die Bahn und damit der Bund an diesem Projekt krĂ€ftig verdienen. Eine ausfĂŒhrliche Darstellung des Sachverhaltes unter genauer Angabe der Quellen findet man unter http://youtube.de/WerZahltS21

Die von uns veröffentlichte Aussage war (und das könnte jeder bestĂ€tigen, der selbst auf dem MĂŒnsterplatz vorbeigeschaut hat):

„Finanziert werden muß der Bau von S21 also ganz ĂŒberwiegend von den Baden-WĂŒrttembergern selbst! Und erheblich mehr noch von den Stuttgartern: mit fast 2.000 EUR je Kopf – vom Baby bis zum Greis!“

Die genannten 2000 € beziehen sich auf den Finanzierungsanteil der Stuttgarter BĂŒrger und nicht auf das gesamte Land.

Quelle: Ingenieure22