Strom sparen statt auf Atomkraft setzen – auch bei der Bahn

Den Wechsel wÀhlen und Stuttgart 21 beerdigen

Mit Stuttgart 21 festigen sowohl die schwarz-gelbe Landes- wie Bundesregierung und die Bahn die AbhĂ€ngigkeit von der Atomindustrie: Die Bahn ist Deutschlands grĂ¶ĂŸter Stromverbraucher – und statt an umfassend ökologischen Verkehrskonzepten zu arbeiten, betreibt schwarz-gelb mit Stuttgart 21 ein Projekt, das den Strombedarf pro gefahrenem Personenkilometer gewaltig in die Höhe treiben wĂŒrde.

FĂŒr die Fahrt durch die geplanten eingleisigen Tunnelröhren brĂ€uchte ein Zug doppelt so viel Strom wie fĂŒr die Fahrt auf freier Strecke. Mit AufzĂŒgen, Rolltreppen und Beleuchtung wĂ€re der Stromverbrauch des Tiefbahnhofs etwa 2 œ mal so hoch wie der von Kopfbahnhof 21. ZusĂ€tzlicher enormer Strombedarf entsteht durch das Grundwassermanagement, die Tunnelbohrmaschinen sowie die zusĂ€tzlichen Höhenmeter, die jeder Zug aus dem Kellerbahnhof heraus ĂŒberwinden mĂŒsste.

„Wir wollen die Bahn als ökologisches Verkehrsmittel und deshalb wollen wir eine Bahn, die auch ökologisch denkt und handelt“, sagt Dr. Carola Eckstein von den Ingenieuren fĂŒr den Kopfbahnhof. „Stuttgart 21 ist ein unglaublicher Stromfresser und allein deshalb verbietet sich die Umsetzung dieses Projekts. Es tut jedem Ingenieur in der Seele weh, wenn im Land der TĂŒftler und Erfinder mit einer solchen Verbohrtheit an einer technisch so schlechten Lösung festgehalten wird. Mit K21 haben wir eine exzellente Alternative fĂŒr die Menschen und die Umwelt. Wir haben hervorragende Ingenieure, Architekten und Stadtplaner im Land. Warum lassen wir es zu, dass sie mit der unsinnigen politischen Vorgaben ‚es muss ein Tiefbahnhof sein‘ gegĂ€ngelt werden?“

Mit Stuttgart 21 wĂŒrde Energieverschwendung dauerhaft in Beton gegossen. Dieses Projekt steht einem ökologischen und energieeffizienten Verkehrskonzept im Weg, weil es einerseits keinerlei Beitrag leistet zur Verlagerung des GĂŒterverkehrs auf die Schiene, andererseits den Personenverkehr der Bahn mit großem unnötigen Strombedarf belastet. Mit nutzlosen Energiefressern wie Stuttgart 21 wird der Atomausstieg ohne Not erschwert.

Deshalb: Oben bleiben!

Strombedarf des Schienenverkehrs: Die Bahn verbraucht im Jahr 15 bis 16 Terawattstunden (Mio. kWh).

* Ein Zug muss beschleunigen, ggf. gegen Steigungen. Im Tiefbahnhof Stuttgart 21 mĂŒssten alle ZĂŒge am tiefsten Punkt anhalten und dann gegen die Steigung anfahren. GegenĂŒber dem Kopfbahnhof mĂŒsste jeder der tĂ€tlich etwa 450 ZĂŒge aus dem Stand heraus 16 Höhenmeter zusĂ€tzlich ĂŒberwinden. Angesichts der großen Masse eines Zuges summiert sich das zu einem beachtlichen Strommehrverbrauch.

* Reibung und Luftwiderstand mĂŒssen ĂŒberwunden werden. Der Luftwiderstand macht bei schneller Fahrt den Hauptanteil aus. In einer Tunnelröhre ist der Luftwiderstand wesentlich höher als auf freier Strecke. Er ist umso höher, je lĂ€nger und enger der Tunnel ist.

* Die zu ĂŒberwindenden Höhenunterschiede auf der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm sind grĂ¶ĂŸer als auf der bestehenden Strecke. Sogar der S21-BefĂŒrworter Prof. Martin geht deshalb fĂŒr die Fahrt von Stuttgart nach Ulm ĂŒber die Neubaustrecke von einem Energiemehrverbrauch von 18% aus.

Stuttgart, 18. MĂ€rz 2011

RĂŒckfragen an Matthias von Herrmann, Pressesprecher der ParkschĂŒtzer, Tel. 0174-7497868 oder an Carola Eckstein, Tel. 01525-3684818 oder an Fritz Mielert, Tel. 0176-66681817