Kalahari: Buschleute ohne Brunnen und Touristen mit Luxus-Pool
Auch wenn Afrika fĂŒr die meisten EuropĂ€er in weiter Ferne liegen mag und nicht jeder eine Reise auf den Kontinent unternimmt, sollte dennoch niemanden hier gleichgĂŒltig sein, wenn dort grosses Unrecht an den Ureinwohnern geschieht, die noch auf die traditionelle Lebensweise in der WĂŒste leben und dort durch zahlungskrĂ€ftige AuslĂ€nder vertrieben und sogar in den Tod getrieben werden.

(Foto: Survival – Xoroxloo Duxee starb an Wassermangel nachdem der Brunnen der Buschleute versiegelt wurde.)
WÀhrend die Regierung Botswanas den Kalahari Buschleuten Zugang zu ihrem eigenen Wasser verwehrt, hat das Reiseunternehmen Wilderness Safaris eine Luxus Touristen-Lodge auf dem Land der Buschleute eröffnet, mit Bar und Swimmingpool.
Unterschreiben Sie die Petition „Entfernt Eure Lodge vom Land der Buschleute“ hier von Survival und reisen Sie nicht nach Botswana, bis die Gana und Gwi dort in Frieden leben können.
Zu den HintergrĂŒnden, die zu dem Aufruf des weltweiten Protestes im Internet fĂŒhrten:
Oberstes Gericht verweigert Buschleuten in Botswana Zugang zu Wasser (21.Juli 2010)
Empörung begleitete das heutige Urteil des Obersten Gerichtshofs Botswanas, in dem das Gericht den Kalahari Buschleuten den Zugang zu Wasser verweigerte.
Der Richter entschied, dass die Buschleute kein Recht darauf haben, ein Wasserbohrloch zu nutzen, welches ihre einzige Wasserquelle im Central Kalahari Game Reserve, einer der trockensten Regionen der Welt, darstellt. Die Anhörung in dem Fall fand bereits am 9. Juni statt, das Gericht vertagte aber seine Entscheidung bis heute.
Der Sprecher der Buschleute, Jumanda Gakelebone, sagte: âDies ist sehr ernst. Wie sollen wir leben, wenn wir kein Wasser haben? Das Gericht gab uns unser Land, aber ohne Wasser auf dem Land, ohne unser Wasserbohrloch, ist das Leben dort hart.â
Die Entscheidung ist ein herber RĂŒckschlag fĂŒr die Buschleute, die seit 2002 ohne Wasser in dem Reservat auskommen mĂŒssen. Damals hatte die Regierung das Wasserbohrloch in dem Versuch versiegelt, die Buschleute aus dem Reservat zu vertreiben. 2006 entschied der Oberste Gerichtshof, dass die erzwungene Vertreibung durch die Regierung unrechtmĂ€Ăig und verfassungswidrig war. Seit dem sind hunderte Buschleute auf ihr Land zurĂŒckgekehrt.
Trotz der Entscheidung von 2006 untersagte die Regierung den Buschleuten die Instandsetzung des Bohrloches und ĂŒberlieĂ sie, in den Worten des UN Sonderbeauftragten fĂŒr die Rechte Indigener Völker James Anaya, âaufgrund des Wassermangels harten und lebensbedrohlichen UmstĂ€nden.â
Des Weiteren eröffnete der Reiseanbieter Wilderness Safaris auf dem Land der Buschleute ein Luxus-Camp fĂŒr Touristen mit Pool und Bar. Die Regierung legte zudem, finanziert durch die Tiffany & Co Stiftung, neue Bohrlöcher in dem Reservat an, um Wildtiere mit Wasser zu versorgen. Der Diamantenhersteller Gem Diamonds erhielt zudem eine erste Genehmigung, um in dem Reservat Diamanten zu schĂŒrfen, unter der Bedingung, dass die Buschleute kein Wasser von dem Unternehmen erhalten wĂŒrden.
Einige Buschleute werden daran gehindert, ihren Angehörigen Wasser in das Reservat zu bringen.
Stephen Corry, Direktor von Survival, sagte heute: âIn den letzten zehn Jahren ist Botswana fĂŒr indigene Völker zu einem der hĂ€rtesten Orte der Welt geworden. Wenn Buschleuten das Wasser auf ihrem Land vorenthalten wird, wĂ€hrend Touristen, Tiere und Diamantenhersteller es frei erhalten können, sollten sich alle Menschen fragen, ob Sie diese Regierung wirklich mit ihren Reisen und SchmuckeinkĂ€ufen unterstĂŒtzen wollen.â
Hinweis fĂŒr Journalisten: Der Anwalt der Buschleute steht fĂŒr Interviews zur VerfĂŒgung.
