Massenentlassungen im Bergbau
Illegaler Verkauf der Frontino Gold Mines. Leben von Gewerkschaftern bedroht
BogotĂĄ. Letzte Woche erhielten 1.500 Arbeiter des Goldminenunternehmens Frontino Gold Mines im nordwestlichen Bundesstaat Antioquia die KĂŒndigung. Die Entlassung nahezu der gesamten Belegschaft fand statt, kurz nachdem das Unternehmen illegal an den kanadischen Konzern Medoro Resources verkauft wurde. Der Insolvenzverwalter von Frontino, Luis Fernando Alvarado, sei nicht berechtigt, die Firma ohne das EinverstĂ€ndnis seiner legalen Besitzer zu verkaufen, nĂ€mlich seiner Arbeiter und Pensionierten, argumentiert die Gewerkschaft Sintramienergetica.
1979 hinterlieĂ die nordamerikanische International Mining Company, vorherige Besitzerin von Frontino, den Arbeitern und Pensionierten die Aktiva des Unternehmens als Tilgung ihrer Schulden ihnen gegenĂŒber. Doch dies erfuhren sie erst im Jahr 2000 durch die Entdeckung des Dokuments zu diesem Abkommen, kritisiert der Gewerkschaftsvorsitzende von Frontino, DarĂo RĂșa. Ăber drei Jahrzehnte hatten verschiedene kolumbianische Insolvenzverwalter mit der Zustimmung der Regierungen die Firma geleitet.
Der zehnjĂ€hrige juristische Kampf der Gewerkschaft um die Anerkennung ihres Besitzrechts war bisher vergeblich. Alvarado, der letzte Insolvenzverwalter, sagte ĂŒber das genannte SchriftstĂŒck, dass dies âkeine Besitzurkunde seiâ. Letztendlich genehmigte der Oberste Gerichtshof von MedellĂn den Verkauf an Medoro ohne die Zustimmung der Arbeiter.
Der Druck auf die Gewerkschaftler von Frontino war nicht nur juristischer Natur. Die Vorsitzende der Gewerkschaft Sintramienergetica bekam Morddrohungen. Vorstandsmitglied John Jairo Zapata Marulanda wurde im Juni sogar von unbekannten TĂ€tern durch drei SchĂŒsse schwer verletzt. âTrotz Ihnen und jedem Anderen wird das Unternehmen verkauftâ stand in dem Drohbrief, den der Gewerkschaftsvorsitzende DarĂo RĂșa im Mai erhielt.
WĂ€hrend die Regierungen Uribe und Santos den Konzern Medoro bevorzugen, verhandeln die Arbeiter des Minenunternehmens mit der kanadischen Gesellschaft Samarium. Diese Firma sei bereit, in die Modernisierung des Betriebs zu investieren, eine PensionsrĂŒckstellung wiederherzustellen und gemeinsam mit den Arbeitern das Unternehmen zu fĂŒhren, versicherte RĂșa. Insolvenzverwalter Alvarado entschied sich nun aber fĂŒr den kanadischen Konzern Medoro Resources.
Der KĂŒndigung von neunzig Prozent der Belegschaft folgt nun ihr Austausch. Medoro wirbt neue Mitarbeiter mit EinjahresvertrĂ€gen an. Die entlassenen Angestellten und Arbeiter von Frontino riefen zu einem Generalstreik auf.
Quelle: amerika21.de
