BND: Teuerer Sommer
Die BND-JournalistenaffÀre erfÀhrt endlich ihre juristische Aufarbeitung. Der Journalist der BERLINER ZEITUNG, Andreas Förster, hat den Bundesnachrichtendienst, wie der SPIEGEL vermeldet, erfolgreich auf Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 10.000 Euro verklagt.
Es verwundert nicht, dass fast parallel zur UrteilsverkĂŒndung die Diffamierung des Journalisten ins Rollen gebracht wird, der âböse Jungeâ hat nĂ€mlich seinen Wehrdienst in der DDR beim Stasi-Wachregiment, Feliks Dzierzynski, abgeleistet.
Dem ARD-OberflĂ€chen- Magazin ZAPP stellt sich deshalb bereits die Frage nach der âEthikâ des Journalismus. Das der Rekrut, Andreas Förster, einen Anwerbeversuch der Stasi als IM brĂŒsk ablehnte, wird am Rande des ZAPP Berichtes erwĂ€hnt, so als wĂ€re diese Ablehnung in der DDR eine SelbstverstĂ€ndlichkeit bei einem Wehrpflichtigen Elitesoldaten dieses dem MfS unterstehenden Regimentes gewesen.
Folgen weitere Klagen?
Dieses ist zu vermuten. Der ehemalige BND-Agent, Journalist und Publizist Wilhelm Dietl prĂŒft zurzeit ebenfalls gerichtliche Schritte gegen den Bundesnachrichtendienst.
Grundlage dĂŒrfte die vom BND erteilte Auskunft ĂŒber seine – bei dem Nachrichtendienst gespeicherten – Daten sein, welche klar machen, das auf ihn mindestens vier weitere BND- Agenten angesetzt waren und der Verdacht, dass eine dieser BND- Agentinnen sogar temporĂ€r das Bett mit ihm teilte, nicht mehr ignoriert werden kann.
Klage wegen des Verdachts eines Prozessbetrug?
Die Recherchen laufen, dem Bundesnachrichtendienst könnte eine Ăberraschungsentscheidung des Berliner Kammergerichtes nachtrĂ€glich krĂ€ftig auf die Zehen fallen.
Verdachtsmomente ohne Ende?
Auch aus einem Prozess vor dem Landgericht MĂŒnchen drohen dem Dienst möglicherweise Weiterungen. In dem Verfahren geht es um den ehemaligen Residenten des BND im Kosovo, der mit seinem mĂ€nnlichen Dolmetscher ins Bett gestiegen ist und dabei angeblich diesem Staatsgeheimnisse verriet.
Der Dolmetscher soll dieses offenbarte Wissen an Angehörige der Albaner- Mafia und des Kosovo- Nachrichtendienstes weiter gereicht haben.
Peinlich fĂŒr den BND, denn es ist nicht die Aufgabe eines Residenten einen ihm zugeteilten Dolmetscher zu ĂŒberprĂŒfen.
Die SicherheitsĂŒberprĂŒfung von Angehörige eines Nachrichtendienstes ist der Job der Zentrale und sollten sich die VorwĂŒrfe gegen den Oberstleutnant im Dienste des BND bestĂ€tigen, so bleibt die Frage, warum diesem Mann ein Dolmetscher zugeteilt wurde, bei dem der Nachrichtendienst dessen homophile, sexuelle Ausrichtung ebenso ĂŒbersah, wie dessen Kontakte zur organisierten KriminalitĂ€t und zum Geheimdienst des Kosovos.
Ein völlig neuer Verdacht ergibt sich zwischenzeitlich in Afghanistan.
Die Frage, ob ein Angehöriger des Nachrichtendienstes vor einem militĂ€rischen Bombardement mit tragischen Folgen, dem kommandierenden Bundeswehroberst eine Auskunft ins Blaue erteilt hat, steht im Raum. Die von mir befragten Fachleute haben Zweifel, dass in der kurzen Zeit zwischen EntfĂŒhrung und Bombardierung zweier TanklastzĂŒge eine nachrichtendienstliche AufklĂ€rung der Situation derart möglich gewesen sei, dass der Nachrichtendienst- Offizier die Anwesenheit von Zivilisten ausschlieĂen konnte.
Dieser Ausschluss erfolgte nach den Akten auf Grund der angeblichen Behauptung eines Informanten.
Toll, wo war dieser Informant? Woher hatte er sein angebliches Wissen?
Als wĂŒrde dies alles noch nicht reichen, kochen in der Bundeswehr gleich zwei AffĂ€ren hoch. Bei der einen geht es angeblich nur um SchmutzwĂ€sche, tatsĂ€chlich doch aber wohl um Kontakte bestimmter Personen zur Leitungsebene des Bundesnachrichtendienstes und bei der anderen AffĂ€re um ein Mammutprojekt in Sachen verschlĂŒsselte Kommunikation, bei dem offensichtlich mehrere Milliarden in den Sand gesetzt wurden.
Der Fall mit der SchmutzwĂ€sche fĂŒhrt zu völlig anderen Aspekten. Darunter zur Frage: Wie kommt das Heroin aus Afghanistan in den Kosovo? Die Spur fĂŒhrt zu einer merkwĂŒrdigen Fluglinie, welche auf einem Flughafen endet, der unter der Kontrolle einer deutschen Baugesellschaft steht und siehe da, der Schutzherr dieser Baugesellschaft ist der Selbe, wie der Schutzherr und Strippenzieher des IT-Projektes âHerkulesâ. Auf diesem Flughafen landete einst auch der aus CIA-Verschleppung entlassene Khaled el Masri.
Anmerkungen und Quellen:
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Die Ăberschrift ist eine „Hommage“ an den âBND-Spitzenagentenâ mit dem Decknamen Sommer, der auf Andreas Förster, Wilhelm Dietl und mich angesetzt war und soll dem Herrn zeigen, dass er noch nicht vergessen ist.
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http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,666695,00.html
http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/ethik_journalismus/stasi132.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Wachregiment_Feliks_Dzierzynski
http://de.wikipedia.org/wiki/Polizei-IT-Anwendungen
http://de.wikipedia.org/wiki/Herkules_(IT-Projekt)
http://de.wikipedia.org/wiki/Khaled_al-Masri
http://www.radio-utopie.de/2009/12/11/waschen-drogenhandler-und-geldwascher-die-wasche-der-bundeswehrsoldaten/
