Somalia: Augenzeugen berichten von französischem Luftangriff an Land

In Somalia haben ausländische Militärkräfte mit Helikoptern einen tödlichen Angriff in der Nähe eines Dorfes geflogen.

Die Ortschaft Erile, 200 km südlich der Hauptstadt Mogadischu, wurde am Montag unverhofft mit Militärhubschraubern angegriffen. Bei dem Beschuss wurden mindestens zwei Menschen getötet.

Auf einer Strasse wurde das Fahrzeug, dessen Insassen mutmassliche Islamisten der Al-Shabab-Gruppe gewesen sein sollen, attackiert. Mehrere Augenzeugen wollten an den Uniformen der Angreifer französische Abzeichen erkannt haben.

Admiral Christophe Prazuck, Sprecher des Generalstabs der Streitkräfte, stritt eine Beteiligung französischer Einheiten an diesem Übergriff ab. Diese seien nur in der Region, um im Rahmen der Operation "Atalanta" Piraten vor der Küste zu fangen und würden nicht an Land intervenieren.

Der Augenzeuge Dahir Ahmed sagte, dass der Hubschrauber von einem sich in der Nähe befindlichen Kriegsschiff gekommen sei, welches unter französisch fahrender Flagge fahre.

Ein Dorfältester sagte, dass vier ausländische Hubschrauber an der Razzia beteiligt waren.

"Wir haben die Explosion gehört und sahen zwei Hubschrauber über uns fliegen"

sagte Mohamed Ali Aden, ein Busfahrer, der ein paar Minuten später nach dem Angriff an dem ausgebrannten Auto vorbeigefahren war.

"Da brannte das Fahrzeug aus und daneben lagen zwei Tote."

Weder die somalische Regierung noch islamistischen Kräfte haben Hubschrauber, hiess es.

In der Vergangenheit gab es schon französische Razzien in Somalia , welche von der französischen Militärbasis im benachbarten Dschibuti unternommen wurden. Anlass waren damals Befreiungsaktionen von französischen Bürgern, die von Piraten oder Militanten gekidnapt worden waren

Es ist durchaus möglich, dass sich in dem Auto Menschen befunden haben, die sich am Kampf gegen die somalische Übergangsregierung beteiligt haben. Genauso gut hätte es aber auch eine Familie mit Kindern treffen können. Nichts rechtfertigt einen solchen Beschuss aus der Luft. Eine vorangehende perfekte Aufklärung gibt es nicht und eine Handy-Ortung dürfte sich in diesem Gebiet als schwierig erweisen.

Quelle: http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/8254957.stm